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Porto – Stadt der Liebe?

Du wirst wie ich werden. Einsam.“, sagt Matis Mutter zu ihrer Tochter, die in einer Beziehung mit einem Universitätsprofessor lebt. Da hat Mati Jake noch nicht kennengelernt. Nur gesehen haben sich die beiden schon. Sie arbeitet für die Uni auf einer Ausgrabungsstätte, von der er Schutt mit einer Schubkarre abtransportiert. Die eigentliche Geschichte aber setzt zu einem späteren Zeitpunkt ein. Sie beginnt abends in einem Café und setzt sich fort bei einem Streifzug durchs nächtliche Porto.
PORTO (PT/USA FR/PL 2016, R: Gabe Klinger) nimmt das Kinopublikum mit. Gemeinsam mit Mati und Jake, deren Beziehung sich in rasantem Tempo entwickelt, erlebt man eine Nacht in der portugiesischen Hafenstadt. Regisseur Gabe Klinger, der zuvor vor allem als Dokumentarfilmer aufgefallen ist, folgt mit PORTO der Ästhetik eines Urlaubsvideos. Begleitet von Klaviermusik bleibt die Handkamera dem jungen Paar in semi-dokumentarischen Bildern auf den Fersen.  Porto-Urlauber/innen  erkennen zahlreiche Orte wieder, und auch Jake stellt fest: „Porto ist klein.“

Gespielt wird Jake vom kürzlich verstorbenen Anton Yelchin. Der Schauspieler mimt seinen Charakter als unsicheren Taugenichts. „Ich lese gerne und gehe gerne in Clubs – wegen der Musik“, sagt Jake wenn Mati fragt, was er so mache. Erst nach und nach offenbart der nicht chronologisch ablaufende Plot weitere Facetten im Charakter des jungen Mannes. Konfrontiert mit der selbstbewussten Mati, gespielt von Lucie Lucas, legt Jake in dieser Nacht seine Unsicherheit schnell ab. Hals über Kopf stürzen sich die beiden in eine leidenschaftliche Liaison.

Ausführender Produzent von PORTO ist Jim Jarmusch. Ein Einfluss, der manche Szenen vertraut wirken lässt.  Es gibt auch Szenen, in denen der gerade mal 75 Minuten kurze PORTO mit seinen häufig grobkörnigen 4:3-Aufnahmen wie eine Hommage an Filme der Nouvelle Vague erscheint.

Die Tatsache, dass Hauptdarsteller Yelchin im vergangenen Jahr ums Leben kam, unterstreicht die Melancholie des Films und verstärkt das Thema der Vergänglichkeit. „Vielleicht ist Verlieren genauso gut wie Besitzen“, sagt Mati zu Jake während einer Erholungspause von all der Ekstase.

PORTO startet am 14. September in den deutschen Kinos.

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