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Du bist dran

Von JAKOB MAURER

„Shakespeare, Rembrandt, Beethoven werden filmen […]. Alle Legenden, alle Mythologien und alle Mythen, alle Religionsstifter, ja alle Religionen […] warten auf ihre belichtete Auferstehung, und die Heroen drängen sich an den Pforten“, so zitierte einst Walter Benjamin in seinem Kunstwerk-Aufsatz den französischen Filmpionier Abel Gance.

Mehr als 80 Jahre sind vergangen und inzwischen verfilmt die Branche so gut wie alles. Nicht nur historische oder fiktionale Figuren stehen im Fokus, sondern auch auf Trendthemen wird gesetzt: nur so sind wohl Filme wie THE EMOJI MOVIE (Emoji – Der Film, US 2017, R: Tony Leonidis) zu erklären.

In Nürnberg steigt dieser Tage die 69. Spielwarenmesse. Brettspiele liegen voll im Trend, auch bei Erwachsenen. Gab es Anfang der 1980er rund 250 Neuerscheinungen pro Jahr, sind es inzwischen 1500, war kürzlich zu lesen.

Wann also springt das Kino auf diesen Zug auf?

Seit vergangenem Jahr ist bekannt, dass Sony eine Verfilmung des Strategie-Spiels „Die Siedler von Catan“ plant. Bei diesem Spiel erschaffen die Spieler eine Insel, bestehend aus sechseckigen Feldern, die je eine bestimmte Landschaft abbilden: Wald, Feld, Weide, Steinbruch, Gebirge oder Wüste. Die Spieler konkurrieren um Rohstoffe wie Holz, Lehm und Getreide und bauen nach und nach eine mittelalterliche Siedlung auf. „Catan“ hat auch in den USA eine große Fangemeinde.

Bereits 2014 erschien ein Kurzfilm, der das enorme Sucht- und Aggressionspotential des Spiels zum Thema hat. In THE LORD OF CATAN (US 2014, R: Stuart C. Paul) spielt ein Pärchen eine Partie und kriegt sich bald in die Haare.

Doch für die Macher des neuen Films steckt in der Spielidee noch viel mehr: „We’re struck by the endless possibilities of stories that it could inspire. It’s not every day that you have the opportunity to work in a world beloved by millions of people, and expand its story for the screen“, werden sie zitiert.

Vielleicht gibt es also schon bald eine neue Filmwelt à la „Herr der Ringe“ oder „Game of Thrones“ – diesmal basierend auf einem Brettspiel.

Gerüchte gab es vor einiger Zeit auch um eine Monopoly-Verfilmung: Im Gespräch war der britische Erfolgsregisseur/–produzent Ridley Scott. Inzwischen ist es jedoch ruhig um die Pläne geworden. Sein neuer Film ALL THE MONEY IN THE WORLD (Alles Geld der Welt, US 2017) klingt zwar nach Schlossallee und Freiparken – ist jedoch ein routinierter Thriller über einen knauserigen Superreichen, Vorbild in der realen Welt ist J. Paul Getty, der sich weigert, das Lösegeld für seinen entführten Enkel zu bezahlen.

Ein Klassiker unter den Brettspiel-Filmen ist der Kinderfilm JUMANJI (US 1995, R: Joe Johnston). Der hat zwar kein echtes Spiel zum Vorbild, aber ein magisches Brettspiel übernimmt darin neben Robin Williams die Hauptrolle. Es saugt seine Spieler in eine Dschungelwelt und setzt sie den dortigen Gefahren aus. Derzeit läuft die Fortsetzung JUMANJI: WELCOME TO THE JUNGLE (Jumanji: Willkommen im Dschungle, US 2017, R: Jake Kasdan) in den Kinos. Die Vorlage wird jedoch angepasst: Es handelt sich nicht mehr um ein Brettspiel, sondern um ein Videospiel, dass seine Spieler einsaugt.

Der absolute Geheimtipp ist allerdings keine Brett-, sondern ein Kartenspiel-Verfilmung: UNO: THE MOVIE (US 2016, R: Geoff Ramsey). In der Internet Movie Database ist er als Komödie geführt und bei fast 9000 abgegebenen Stimmen durchschnittlich mit 9,7 von zehn Punkten bewertet.

Was steckt dahinter? Auf Youtube ist der „Film“ zu sehen und wird, wie folgt, angetextet: „Grab some popcorn and get ready. This isn't just some lame-ass 90-minute affair. We've gone full Tarantino all over this muthafucka. It’s Uno: The Movie!“

Zu sehen ist Folgendes: Ein fast dreistündiger Mitschnitt vieler Partien „Uno“ – und zwar nicht mit echten Karten und echtem Spieltisch, sondern in der Videospielversion. Dazu gibt es aus dem Off vier – mal streitende, mal scherzende – Kumpels einer texanischen Filmproduktion auf die Ohren, die sich einen schönen Nachmittag machen – und ganz nebenbei einen „Film“.

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