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Hessisch für Anfänger: Windisch

Von lustigen Scherzen, Streichen bis Übermut und Unfug reicht die Spannweite des Mundartbegriffs „Bosse“. Die Redewendung „Mach kaa Bosse!“ wird häufig verwendet. Aber ein Wort drückt Unsinniges und Unwahrscheinliches noch deutlicher aus als „Bosse“, nämlich ein ebenso knappes wie klares „Ferz“.

Mit Kommentaren wie „Du mit dei Ferz“ oder „Babbel so kaa Ferz“ bewertet man das Ganze als pure Windmacherei. Das passt zu umständlichem Verhalten und Possen genauso wie zu geziertem oder übertriebenem Gehabe: „Nix wie Ferz im Kopp!“ Wer dazu neigt, etwas zu dramatisieren oder aufzubauschen, „mecht aus jedem Forz en Donnerschlag“ (Frankfurter Wörterbuch).

„Ferz mit Kralle“ steht für blanken Unsinn. Eine Redewendung bringt Überspanntheit und Spinnerei mit sprachlichem Witz besonders pfiffig auf den Punkt. „Ferz mit Krigge“ heißt sie und bezeichnet alles Extravagante oder das, was so überflüssig ist wie Darmwinde mit Gehhilfen.

Eine schelmisch-kräftige Mundart steckt auch hinter den Begriffen „Äppelferz“ und „Nonneferz“. Aber wer die in Fett ausgebackenen Leckereien aus Eierkuchenteig kennt, weiß, dass das überhaupt nicht abfällig gemeint sein kann.

„Hessisch für Anfänger“

Das Buch von Hans Peter Dieterich, erschienen im Societäts Verlag, 12,80

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