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Wussten Sie schon?

. . . dass im Norden Hessens dem Kopfsalat ein Volksfest gewidmet ist? Die Salatkirmes in Ziegenhain, einem Stadtteil von Schwalmstadt, wird zwei Wochen nach Pfingsten gefeiert und hat eine lange Tradition, wobei ihre Entstehung eher mit der Kartoffel als mit dem Salat verknüpft ist.

Landgraf Karl von Hessen-Kassel, der tatkräftig um die wirtschaftliche Förderung seines Landes bemüht war, wollte – ähnlich wie später der Preußenkönig Friedrich der Große – den Kartoffelanbau populärer machen und lud seine Schwälmer Bauern im Jahre 1728 zu einer Kartoffelverkostung nach Ziegenhain ein. Zu den „neumodischen“ Knollenfrüchten wurden mit Schmand angemachter Kopfsalat und Bier gereicht. Dabei sprach der Salat die Geschmacksnerven der Untertanen wohl mehr an als die Erdknolle, so dass die Ziegenhainer zur Erinnerung an das fröhliche Essen seither ihre Salatkirmes feiern.

Aber auch der Kartoffelanbau setzte sich nach Kriegs- und Hungerjahren allmählich durch. Wer die Ziegenhainer Salatkirmes besucht, muss nicht befürchten, stets mit Salatköpfen konfrontiert zu werden. Dafür erfreuen ihn allerlei Volksfestvergnügungen und vor allem die prächtigen Kleidungsstücke der Schwälmer Tracht, die die Teilnehmer des Festumzugs tragen.

Der Salat ist auch Namensgeber für die Kirmes in Germerode im Werra-Meißner-Kreis, die am Himmelfahrtstag beginnt und fünf Tage dauert. Vor kurzem zu Ende ging die 364. Salatkirmes in Strothe, einem Ortsteil von Korbach. Die Bezeichnung für das ursprüngliche Kirchweihfest soll sich auf die Ernte des Kopfsalats beziehen, von dem die Kirmesmutter ein Exemplar als Kopfschmuck während des Umzugs trägt.

(hpdie)
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