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Friedhofsgebühren: Bestattungen werden deutlich teurer

Von Bei den Frankfurter Friedhöfen ist in den vergangenen Jahren ein Millionendefizit aufgelaufen. Deshalb müssen jetzt die Gebühren erhöht werden. Im Schnitt werden Gräber und verschiedene Dienstleistungen um zwölf Prozent teurer.
Traurig für die Angehörigen: Sie haben einen geliebten Menschen verloren und müssen auch noch mehr für die Bestattung bezahlen. Foto: Marius Becker (dpa) Traurig für die Angehörigen: Sie haben einen geliebten Menschen verloren und müssen auch noch mehr für die Bestattung bezahlen.
Frankfurt. 

Die Einwohnerzahlen in Frankfurt steigen seit Jahren, doch auf den 36 städtischen Friedhöfen werden immer weniger Bestattungen verzeichnet. Außerdem liegen günstige Lösungen wie Urnengräber im Trend, während die Kosten für den Betrieb der Ruhestätten auch wegen der Personalkosten steigen. Die Folge: Es gibt ein großes Finanzloch. 2016 ist bei den Friedhöfen ein Defizit von rund 2,4 Millionen Euro angefallen, 2017 waren es sogar 2,5 Millionen Euro. Diese Summen werden jetzt aus allgemeinen Haushaltsmitteln gedeckt. Das aber ist so gar nicht zulässig, die Gebühren müssen kostendeckend sein – so sieht es die Gemeindeordnung vor.

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Die Friedhöfe kommen nicht zur Ruhe. Nach heftigen Debatten hatte die Stadt die Gebühren für Bestattungen 2014 drastisch angehoben. Doch das Geld reicht immer noch nicht, die Kalkulation ist nicht aufgegangen.

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Deshalb bleibt der Stadt gar nichts anders übrig, als die zuletzt Anfang 2014 erhöhten Preise erneut anzuheben. Der Magistrat hat eine neue Gebührenordnung bereits beschlossen, jetzt müssen die Stadtverordneten zustimmen. Die Dienstleistungen werden voraussichtlich zum 1. Juli um durchschnittlich rund zwölf Prozent teurer. Das entspricht einem Anstieg um etwa drei Prozent pro Jahr.

Anstieg sehr unterschiedlich

Die Steigerung fällt bei den verschiedenen Angeboten aber ganz unterschiedlich aus. Das für die Friedhöfe zuständige Umweltdezernat nannte am Montag Beispiele: So steigt der Preis für die Beisetzung in einem Urnenreihengrab (einschließlich Nutzung der Trauerhalle und Erwerb der Grabstätte) von 1411 auf 1476 Euro, das ist ein Anstieg um 4,6 Prozent. Wer das gleiche Leistungspaket für ein Erdwahlgrab nimmt, muss künftig 3445 statt 2551 Euro zahlen, das ist ein deutliches Plus von 35 Prozent. Diese gravierende Unterschiede haben damit zu tun, dass auch die einzelnen Leistungssegmente für sich genommen kostendeckend sein müssen.

Legt man das jährliche Defizit zugrunde, müssten die Gebühren noch stärker angehoben werden. Doch die Stadt schießt für den Unterhalt der Friedhöfe eine Million Euro zusätzlich zu. Begründet wird das mit dem „öffentlichen Interesse“ an den Friedhöfen, die nicht nur für Bestattungen, sondern auch als Erholungsflächen genutzt werden und eine kulturhistorische Bedeutung haben. Der aus allgemeinen Haushaltsmitteln finanzierte Anteil an den Friedhofskosten wird jetzt von 31 auf 36,5 Prozent erhöht. Die Gebührenzahler werden dadurch künftig um sieben Millionen Euro entlastet, bisher waren es sechs Millionen Euro. Friedhöfe seien „einzigartige Kulturgüter, ein bedeutendes Stück Stadtgeschichte und unverzichtbare Naturräume“, sagte Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne).

Trauerwald geht in Betrieb

Das Defizit bei den Friedhöfen ist einerseits auf steigende Kosten zurückzuführen, die zum Beispiel durch die Tarifsteigerungen für das Personal anfallen. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Bestattungen. Fanden 2006 noch 5393 Verstorbene ihre letzte Ruhe in Frankfurt, waren es zehn Jahre später nur noch 4707. Das liegt auch daran, dass die städtischen Friedhöfe längst ihre Monopolstellung verloren haben. Neue Angebote wie die Bestattung in einem Friedwald außerhalb Frankfurts gewinnen an Bedeutung. Die Stadt reagiert auf diesen Trend. Auf dem Friedhof Heiligenstock kann man sich bereits unter einem Baum bestatten lassen. Auf dem Oberräder Friedhof gibt es künftig auch einen Trauerwald. „Damit reagieren wir auf das wachsende Interesse der Menschen auf naturnahe Bestattungen“, sagte Heilig. Mit der neuen Gebührensatzung werden die Voraussetzungen geschaffen, den Trauerwald in Betrieb zu nehmen.

Wegen der schwierigen Entwicklung auf den Friedhöfen waren die Gebühren zuletzt Anfang 2014 um durchschnittlich 25 Prozent erhöht worden. Die Einnahmen blieben hinter den Erwartungen zurück und die Kosten stiegen stärker als erwartet, so dass die Gebühren schon 2016 erneut hätten angehoben werden müssen. Das aber ist nicht erfolgt. Für die Zukunft rechnet der Magistrat mit einer gleichbleibenden Zahl von Bestattungen.

Foto: Christophe Braun
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