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Gehässig, ironisch, ratlos: Die Frankfurter OB-Wahl auf Twitter

Die Frankfurter OB-Wahl ist auch auf Twitter Thema - dort sorgt vor allem die falsche Prognose zur Wahlbeteiligung für viel Spott und Häme.
Foto: Peter Hartenfelser (imago stock&people)
Frankfurt. 

Die Frankfurter OB-Wahl ist am Sonntagabend auch auf Twitter Thema, wir sind ja schließlich wer.

Während die Nutzer des sozialen Netzwerkes sich tagsüber auf Wahllokal-Selfies und "Geht wählen!"-Posts beschränken, wird es ab 18 Uhr konkret.

Den Anfang macht Partei-Kandidat Nico Wehnemann. Bis zum letzten Moment hat der "OBderZukunft", wie er sich selbst nennt, um Wählerstimmen geworben - zum Beispiel auf einer geführten "Drogentour" durchs Bahnhofsviertel.

Aber am Sonntagabend - wenige Sekunden, bevor die Wahllokale schließen - lässt Wehnemann die Maske fallen. Und zeigt sein wahres Gesicht:

Das ist jetzt natürlich erschütternd. Ein Twitterer ermahnt Wehnemann zu einem "gewissen Maß an Ernsthaftigkeit".

Wenige Minuten später jagt die erste Prognose zur Wahlbeteiligung Euphorie-Wellen durch das soziale Netzwerk.

57,8 Prozent erwartet die Wahlleiterin. Das ist phänomenal! Und wäre, ganz nebenbei, die höchste Wahlbeteiligung seit Einführung der Direktwahl des Frankfurter Oberbürgermeisters im Jahr 1995.

Da ist die Freude natürlich groß:

Aber, ach, es wäre zu schön gewesen. Nach knapp 90 Minuten meldet die Stadt, dass die Prognose falsch ist.

Nicht um zwei, drei Prozentpunkte, sondern um satte 20. Die Wahlbeteiligung liegt bei etwa 37 Prozent.

Das ist jetzt natürlich ziemlich peinlich.

Zumal sich mittlerweile alle schon über die tolle Wahlbeteiligung am Main gefreut haben.

Die Stadt entschuldigt sich rasch, verweist aber darauf, dass die neun Stadtteile, auf deren Auszählungsergebnissen die Prognosse basierte, bei der Bundestagswahl ganz super funktioniert hätten. Naja. Für Montagmorgen ist eine Pressekonferenz zu dem Rechenfehler angekündigt.

Wer sich die - ordentlich zurechtgestutzte - Wahlbeteiligung näher ansieht, der kann dann übrigens schnell auf dumme Gedanken kommen.

Wie zum Beispiel den hier: Wenn mehr Menschen nicht gewählt haben, als gewählt haben, müsste man dann nicht folgerichtig von einer Wahl-Nicht-Beteiligung sprechen?

Und wenn man das täte ... tja, dann läge diese Wahl-Nicht-Beteiligung bei gruseligen 63 Prozent. So viel zum Demokratie-Musterknaben Frankfurt am Main.

Im weiteren Verlauf des Abends dominieren die Nachrichtenportale Twitter.

Nur eine Kandidatin - die Unabhängige Felicia Herrschaft - bringt noch mal einen Kracher: Die Soziologie-Dozentin erwägt, die Wahl anzufechten.

Ihr Einwand: Viele Nicht-Deutsche seien nicht informiert gewesen und hätten daher keine Chance gehabt, an der Wahl teilzunehmen:

Wie aussichtsreich dieser Einwand ist, bleibt abzuwarten.

Sicher ist an diesem Sonntagabend nur: Der Sonntag inst zwei Wochen ist damit wohl auch verplant.

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