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Königin Elizabeth II. in Frankfurt: Es war ein königliches Vergnügen

Frankfurt stand gestern kopf. Zum ersten Mal besuchte die britische Königin Elizabeth II. gemeinsam mit ihrem Gemahl die Mainmetropole. Zwar war die Queen nur für vier Stunden in der Stadt, und viele der 5500 Zuschauer bekamen sie gar nicht zu Gesicht. Doch das störte kaum jemanden. Die Königin hat die Herzen der Frankfurter im Sturm erobert.
Die Queen ist zum ersten Mal in Frankfurt: Zahlreiche Royalisten jubelten der englischen Monarchin in der Mainmetropole zu. Bilder > Foto: Heike Lyding Die Queen ist zum ersten Mal in Frankfurt: Zahlreiche Royalisten jubelten der englischen Monarchin in der Mainmetropole zu.
Frankfurt. 

Es sind Szenen, die es nicht oft in Frankfurt zu sehen gibt. Da stehen Tausende Menschen an abgesperrten Straßen, jubeln laut los, wenn schwarze Limousinen mit verdunkelten Scheiben an ihnen vorbeifahren, und schwenken kleine Fähnchen hin und her. Dazu strahlt die Sonne von einem blauen Himmel mit Schäfchenwolken – und die britische Königin Elizabeth II. schreitet gemeinsam mit ihrem Mann Prinz Philip und Bundespräsident Joachim Gauck über den roten Teppich vor der Paulskirche und auf dem Römerberg. Das sind Szenen, an die sich die Frankfurter noch lange erinnern werden, Szenen, die von einer ausgelassenen Stimmung und gut gelaunten Menschen geprägt sind.

Für gerade einmal vier Stunden war die Queen gestern in der Mainmetropole. Schon Stunden vor ihrer Ankunft, ab 9 Uhr, versammelten sich die Schaulustigen an den Polizeiabsperrungen auf dem Paulsplatz und dem Römerberg, um später einen Blick auf die Monarchin werfen zu können. Direkt an den Absperrgittern wurden kleine britische, deutsche und hessische Fähnchen an die Zuschauer verteilt.

Einige hatten sich aber schon ihre eigenen Flaggen zum Wedeln mitgebracht. Dazu zählten auch Katharina Heinz und Christiane Merbach, die extra aus Marburg angereist waren und sich diesen besonderen Tag frei genommen hatten. „Wir lieben das britische Königshaus“, erzählte Katharina Heinz, die gerne ein Foto von der Queen machen wollte. „Da mussten wir natürlich nach Frankfurt fahren, wenn sie quasi vor unserer Haustür ist. Das müssen wir würdigen.“ Ihre Vorliebe für die Monarchen aus Großbritannien begann bereits 1981 mit der Hochzeit von Lady Di und Prinz Charles. „Auf meiner Fensterbank im Wohnzimmer steht sogar eine Winke-Queen. Und wir trinken viel Gin.“ Dank dieses Getränks sei Queen Mum, also die Mutter von Elizabeth II., immerhin 101 Jahre alt geworden.

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Tausende Menschen haben der englischen Königin auf dem Frankfurter Römerberg zugejubelt. In unserer Fotostrecke sehen Sie Bilder von einem roylen Augenblick.Mitglieder der englischsprachigen katholischen Gemeinde in Frankfurt singen "God save the Queen".Bei ihrem ersten Besuch in Frankfurt hat sich Queen Elizabeth II. am Donnerstag ins Goldene Buch der Stadt eingetragen. Danach . . .

Europa-Blau und Tee

 

Ebenfalls mit kleinen Flaggen vor die Paulskirche gekommen waren Stefan Oster und Wolfgang Brill aus Frankfurt. „Wir lieben alles, was mit Königinnen zu tun hat“, sagen sie. Diese Leidenschaft habe mit den Filmen von „Sissi“ angefangen. Doch besonders angetan hat es ihnen die Queen. „Sie ist eine Person des Zeitgeschehens, und wir werden wohl nicht mehr so schnell die Gelegenheit bekommen, sie irgendwo live zu sehen“, sagte Oster. „Außerdem hat sie viel für die deutsch-britische Verständigung nach dem Zweiten Weltkrieg getan.“ Deshalb habe ihn auch beeindruckt, dass die Königin bei ihrer Ankunft in Berlin am Dienstag ein blaues Kostüm getragen hat. „Das war das Europa-blau. Sie ist zwar nicht politisch, aber das war ein klares Statement für Europa“, so der Frankfurter.

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Die Queen ist zum ersten Mal in Frankfurt: Zahlreiche Royalisten jubelten der englischen Monarchin in der Mainmetropole zu. Wir zeigen Bilder von den Royalisten.Die Gaga Ladies aus Darmstadt.Donald Berube aus Pfungstadt.

Tagestrend: Fascinator

 

Viele Schaulustige hatten sich für den Besuch der Königin richtig in Schale geworfen. Frauen kamen mit schicken Kostümchen und ausgefallenem Kopfschmuck. Marianne Kleinhens aus Bad Orb und ihre Schwester Ulla Walter aus Hanau zählten dazu. Sie trugen einen Fascinator genannten Kopfschmuck, der vor allem in Großbritannien beliebt ist. „Ich habe meiner Schwester diesen Tag in Frankfurt inklusive Teetrinken zum Geburtstag geschenkt, denn sie ist eine absolute Royalistin“, sagte Ulla Walter. Das kann Marianne Kleinhens nur bestätigen: „Wenn es eine königliche Hochzeit gibt, schaue ich mir diese den ganzen Tag im Fernsehen an und trinke dazu Sekt.“ Bisher habe sie nur einmal Fähnchen schwenkend am Straßenrand gestanden: Damals, 1963, als John F. Kennedy in Frankfurt zu Besuch war.

Die 14-jährige Vanessa Schwalm aus Wenkbach bei Marburg war damals noch nicht auf der Welt. Und auch wenn sie die Urenkelin der 89-jährigen Queen sein könnte, ist sie doch ein großer Fan von ihr. Mit einem roten Königsumhang und einer Krone auf dem Kopf wollte sie diesen besonderen Tag würdigen. „Wir fahren mindestens ein Mal im Jahr nach London und schauen uns die Kutschen und Garden vor dem Buckingham Palace an“, erzählte die Siebtklässlerin, die von ihrer Mama in der Schule entschuldigt wurde. „Die Lehrer wissen, dass wir so verrückt nach England sind, da haben sie Verständnis dafür, dass meine Tochter heute im Unterricht fehlt“, sagte Angela Schwalm.

Bundespräsident Gauck weist der Queen den Weg von der Paulskirche zum Römer.
Königin Elizabeth II. in Frankfurt Ein majestätischer Besuch

Der Besuch der englischen Königin verzückte nicht nur die Fans auf dem Römerberg. Auch Hessens Politiker waren sichtlich bewegt.

clearing

Weniger verständnisvoll zeigten sich hingegen die Zuschauer, die lange Wartezeiten auf sich nehmen mussten, um überhaupt in die abgesperrten Zonen zu kommen. Je näher die Uhr der royalen Ankunft rückte, desto größer wurde die Menschentraube vor den Absperrgittern. Erst nach einer ausgiebigen Taschenkontrolle durften die Zuschauerzonen betreten werden. Schnell sammelten sich die von der Polizei konfiszierten Gegenstände neben den Gittern an. Parfüms, Bananen, Äpfel, Feuerzeuge, Regenschirme, Flaschen mussten draußen bleiben. Das Getränkeverbot machte den Queen-Anhängern alsbald zu schaffen, schien die Sonne gegen Mittag doch ohne Gnade auf die beiden Plätze in der Altstadt. Acht Menschen erlitten einen Kreislaufkollaps, wie die Polizei später mitteilte. Ein Rettungsteam versorgte sie, zwei der Betroffenen mussten in ein Krankenhaus gebracht werden.

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