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AfD-Wahlkampfauftritt an der Hauptwache: Eurokritiker bleiben ungestört

Diesmal blieben die erwarteten Gegendemonstranten aus: Ungestört konnte die „Alternative für Deutschland“ (AfD) am Freitagnachmittag auf der Hauptwache um Stimmen bei der Europawahl werben.
Wenig Zuhörer, viel Polizeischutz: Joachim Starbatty, Europakandidat der AfD, bei der Wahlkampfkundgebung an der Hauptwache. 	Foto: Kammerer Wenig Zuhörer, viel Polizeischutz: Joachim Starbatty, Europakandidat der AfD, bei der Wahlkampfkundgebung an der Hauptwache. Foto: Kammerer
Frankfurt. 

Diese Partei hat viele Feinde. Erst vor einer Woche hat die linke Antifa-Bewegung einen Infostand der AfD in der Leipziger Straße gestört. Aber auch die etablierten Parteien lassen kein gutes Haar an den Eurokritikern. Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) sieht die AfD gar am Rande der Verfassungsfeindlichkeit. Eine Haltung, die bei der Frankfurter Bundestagsabgeordneten Erika Steinbach (CDU) auf Protest stößt: In der AfD seien schließlich viele ehemalige CDU-Mitglieder – „durch und durch Demokraten“.

Und das also sind die Leute, vor denen wir von vielen Seiten gewarnt werden: Bei der Wahlkampfveranstaltung auf der Hauptwache treten am Freitagnachmittag zwei nüchterne Finanzexperten auf – der Frankfurter Banker Eberhard von dem Bussche und der Wirtschafts-Professor Joachim Starbatty. Rund 50 Zuhörer bleiben vor der kleinen Bühne neben dem Café Hauptwache stehen. Die Kundgebung wird von fast ebenso vielen Polizisten in der Umgebung geschützt. Sie haben nichts zu tun. Statt Demonstranten abzudrängen, erklären sie Touristen den Weg. Und die Antifa beschränkt sich darauf, AfD-Plakate mit Aufklebern wie „Rassismus ist keine Alternative“ zu versehen.

Die Eurokritiker zeigen sich betont zahm: Sie geben sich alle Mühe, der weit verbreiteten Kritik an der AfD keine neue Nahrung zu geben. Keine Ausflüge ins Nationale, keine Andeutungen von fremdenfeindlichen Ressentiments. Sie betonen sogar die Nähe zu CDU/CSU. „Das Europawahlprogramm der CSU ist eigentlich ein AfD-Programm“, betont Starbatty. Und von dem Bussche versichert: „Wir sehen die Idee eines vereinten Europas nicht kritisch. Aber wir sind für eine Weiterentwicklung der EU.“ Ziel sei eine weniger bürokratische EU.

Starbatty findet, dass die AfD bereits einen Erfolg erzielt habe: „Die etablierten Parteien setzen sich mit unseren Ideen auseinander.“ Er spricht von Lobbyinteressen, die hinter mancher EU-Verordnung stünden – und formuliert das fast genau so, wie es Bundeskanzlerin Angela Merkel zwei Tage zuvor beim Wahlkampfauftritt in Frankfurt getan hat.

Als Starbatty dann minutenlang aus der EU-Verordnung zur „Pizza Napoletana“ zitiert und es auch noch zu regnen anfängt, leert sich der Platz. Die Antifa aber gibt ihren Widerstand gegen die AfD nicht auf: Am Montag will sie den Auftritt von Parteichef Bernd Lucke in Neu-Isenburg stören.

In der Partei Alternative für Deutschland (AfD) sind unter anderen viele ehemalige CDU-Anhänger organisiert. Foto: Marc Tirl/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Protest in Neu-Isenburg Demo gegen AfD-Wahlkampfveranstaltung

Die neu gegründete "Initiative gegen Rechtspopulismus" wirft der Partei AfD rechtes Gedankengut sowie Sexismus und Intoleranz vor. Daher wird sie offen gegen deren Wahlkampfveranstaltung in der Hugenottenhalle demonstrieren.

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