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40 Kilometer mit dem Rad: Frankfurt, deine Pendler: Jürgen Emig macht Strecke

Wenn der Volkswirt Jürgen Emig morgens in seinem Büro ankommt, hat er bereits 20 Kilometer in den Beinen. Denn er fährt von Schöneck-Kilianstädten nach Frankfurt mit dem Rad. Jeden Tag. Im Frühling, Sommer, Herbst und Winter.
Bilder > Foto: Michael Faust
Frankfurt.  Schaut Jürgen Emig aus dem großen Glasfenster seines Büros im 46. Stock des Commerzbank-Towers, sieht er Frankfurt von oben. Und er sieht seinen Weg nach Hause. Der schlängelt sich aus dem Zentrum durch das Westend im Norden hinaus aus der Stadt; über Felder und durch Wälder bis in den Main-Kinzig-Kreis nach Schöneck-Kilianstädten. Rund 20 Kilometer sind das.

Nächstes Jahr ist er zwei Mal um die Welt gefahren

Wenn der Volkswirt morgens um 7.15 Uhr in seinem Büro ankommt, hat er diese 20 Kilometer bereits in den Beinen. Wenn er abends nach Hause kommt, werden es 40 Kilometer sein. Denn der 60-Jährige fährt die Strecke täglich mit dem Fahrrad. Hin- und zurück. Seit sieben Jahren. Jeden Morgen und jeden Abend. Zwei Stunden am Tag sitzt er auf dem Sattel. Im Frühling, im Sommer, im Herbst und im Winter. Nur bei Glatteis fährt er nicht. Zu gefährlich sagt er. Jürgen Emig ist einer von den 352.000 Menschen, die täglich nach Frankfurt „einpendeln“. Die meisten machen das mit dem Auto, viele nutzen S- und Regionalbahn, wenige fahren solche Entfernungen mit dem Rad.


40 Kilometer. Das sind 200 Kilometer in der Woche, 10.400 Kilometer im Jahr. Jürgen Emig wird – in Kilometern – mit seinem Rad nächstes Jahr zwei Mal die Welt umrundet haben. „Darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht“, sagt er dazu und lacht. Emig hat die Statur eines Ausdauersportlers: schlank, drahtig aber kräftig. Der Mann mit den kurzen angegrauten Haaren auf Kopf und Gesicht pendelt mit dem Rad, weil er gerne im Grünen wohnt. Mit seiner Frau lebt er in Kilianstädten in einem Haus mit Garten. Felder und Wälder sind von seinem Heim nur wenige Straßen entfernt. In Frankfurt hat er noch nie gewohnt, obwohl er seit 30 Jahren in der Zentrale der Commerzbank arbeitet. Zum Leben ist die Großstadt nicht so sein Ding, nur zum Arbeiten. Er liebt seinen Job.

Wer viel Fahrrad fährt, hat ein geringeres Krebsrisiko

Viele Pendler leiden häufig unter Kopf- und Rückenschmerzen, haben schneller Übergewicht. Sie neigen zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck. Sie sind anfälliger für depressive Störungen, schlafen schlecht. Pendeln steht deshalb immer häufiger für eine ungesunde Lebensweise. Das trifft auf den Fahrrad-Pendler nicht zu. Das British Medical Journal hat herausgefunden, dass das tägliche Rad fahren das Risiko von Herz-Kreislauf-Leiden um 46 Prozent mindert. Auch vielen Krebserkrankungen soll damit effektiv vorgebeugt werden.

300.000 Menschen haben an der Erhebung teilgenommen. Zu Beginn der Studie waren sie so alt wie Jürgen Emig, als er mit dem Fahrrad-Pendeln angefangen hat: 53 Jahre. Aus den Ergebnissen formulierten die Wissenschaftler einen Appell an die Politik: Mehr Fahrradwege und eine Verkehrspolitik, die sich stärker an den Bedürfnissen der Radler orientiert. Forscher von der Stanford University berichten noch von einem anderen wichtigen Aspekt: Wer zwischen seinem Arbeitsplatz und seinem Zuhause körperliche Anstrengung schaltet, kommt mit einem ruhigeren und fokussierten Gemütszustand an – das gilt natürlich auch anders herum.
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