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Taunusklub: Frankfurt historisch: Alle Wege führen auf den Feldberg

150 Jahre ist es her, dass Frankfurter Bürger den ersten Taunusklub gründeten. Noch heute betreut der Stammklub der Taunusklubs das von ihm gebaute Wanderheim auf dem Feldberg.
Zu den Wanderungen des Taunusklubs – hier ein Bild von zirka 1900 – kamen einst oft mehr als 400 Menschen. Zu den Wanderungen des Taunusklubs – hier ein Bild von zirka 1900 – kamen einst oft mehr als 400 Menschen.
Nordend. 

Seit 115 Jahren steht der Feldbergturm auf Hessens höchstem Berg. Und noch immer sind die Betten im Wanderheim, das der Taunusklub in dem von ihm gebauten Turm betreibt, heiß begehrt. „Für die Silvesternacht hätte ich die 20 Betten bestimmt 50 Mal vermieten können“, sagt Gerhard Uhl, Vorsitzender des Taunusklub Stammklub. Der Feldbergturm, der heute dem Hessischen Rundfunk gehört und vom Frankfurter Taunusklub bewirtschaftet wird, ist eng mit der Geschichte des Vereins verbunden, der in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen feiert.

Jeder wollte das Gebäude auf der Spitze des Feldbergs sehen, deshalb war der Andrang bei der Einweihung des Feldbergturms immens groß, Tausende kamen. Bild-Zoom
Jeder wollte das Gebäude auf der Spitze des Feldbergs sehen, deshalb war der Andrang bei der Einweihung des Feldbergturms immens groß, Tausende kamen.

„Zur Einweihung des Turms kamen, was heute unvorstellbar ist, 10 000 Menschen auf den Gipfel“, sagt Uhl. Im Jubiläumsjahr 2018 wollen die Mitglieder des Vereins den Treppenaufgang im Feldbergturm renovieren. Als Geburtsstunde des Taunustourismus zählt oft der 18. Oktober 1814. An diesem Tag feierten der Chronik des Taunusklubs zufolge, die dieser zu seinem 150. Geburtstag herausgibt, tausende auf dem Großen Feldberg mit Bergfeuern den Sieg über Napoleon in der Völkerschlacht bei Leipzig. Auf die Idee, auf dem Großen Feldberg ein Turn- und Volksfest auszurichten, kam 30 Jahre später August Ravenstein (1801-1881), Gründer des ersten Frankfurter Turnvereins und des Taunusklubs. Bis 1848 gab es diese beliebten Feste. Nach der gescheiterten Revolution dieses Jahres, zu deren Vorkämpfern auch Turner und Wanderer gehörten, war es zeitweise verboten. Gerade das Verbot sorgte dafür, dass Ausflüge auf den Feldberg immer beliebter wurden. Die erste Hütte entstand 1855 auf dem Gipfel, 1860 das erste steinerne Feldberggasthaus.

Wandern und diskutieren

„Wandern war nicht nur ein Ausflug in die Natur“, schreibt Peter Trefz in der Taunusklub-Chronik. Beim Wandern konnte man „frei diskutieren“, auch über Politik. Etwa darüber, dass die Preußen Frankfurt, Nassau, Kurhessen und andere Länder 1866 annektierten, was viele ärgerte. Gleichzeitig wuchs der Wunsch, ein Nationalstaat müsse die Kleinstaaten ablösen.

Gerhard Uhl (von links), Bertram Huke und Gregor Maier erklären den „Jubiläumsweg“ am Taunus Informationszentrum an der Hohen Mark. Bild-Zoom
Gerhard Uhl (von links), Bertram Huke und Gregor Maier erklären den „Jubiläumsweg“ am Taunus Informationszentrum an der Hohen Mark.

In dieser Stimmung luden Ravenstein und drei weitere Frankfurter Bürger für dem 2. Januar 1868 ins Café Neuf auf dem Schillerplatz ein, um die Gründung des Taunusklubs vorzubereiten. Fast 60 Namen umfasste die Teilnehmerliste. „Am 5. Januar bereits fand hierauf im Feldberghaus unter Anwesenheit von 21 Mitgliedern die förmliche Gründung statt“, heißt es im ersten Jahresbericht des Frankfurter Taunus-Club, wie er damals hieß. Zusammen mit den Sektionen aus Eppstein, Idstein und Wiesbaden gründete der Frankfurter Stamm-Club, wie er dann hieß, am 26. November 1882 den Gesamt-“Taunus“-Club.

Ihre Blüte erlebte die Wanderbewegung von 1870 bis zum Ersten Weltkrieg. Die meist aus dem wohlhabenden Bürgertum stammenden Mitglieder gaben Wanderkarten und Taunusführer heraus, verbesserten das Wegenetz und kümmerten sich um dessen Markierung. Sie bauten Aussichtstürme und unterstützten die Taunusdörfer, in denen oft große Not herrschte. Bis 1913 stieg die Mitgliederzahl des Stammklub auf 3000, zu den monatlichen Wanderungen trafen sich durchschnittlich 400 Menschen.

Wege werden markiert

Der Große Feldberg wurde immer beliebter. Skifahrer und Schneeschuhläufer trafen sich hier, die Vereine gründeten Jugendgruppen, in Taunusdörfern entstanden vom Taunusklub betriebene Schüler-Herbergen, Vorläufer der heutigen Jugendherbergen. Postbusse fuhren nach Oberreifenberg, eine elektrische Bahn zur 1907 rekonstruierten Saalburg.

Bilderstrecke So schön ist der Wintereinbruch auf dem Großen Feldberg
Weiße Pracht: Der Winter zeigt sich von seiner schönen Seite auf dem Großen Feldberg im Taunus. Zahlreiche Besucher waren am 26. November 2017 auf den höchsten Taunusgipfel geströmt, um einen kleinen Schneemann zu bauen, eine Schneeballschlacht zu machen oder auf der dünnen Schneeschicht auf der Wiese am Gipfel zu rodeln. Es folgen weitere Bilder.

Bis heute kümmern sich Taunusklub-Mitglieder darum, dass Spaziergänger und Wanderer sicher ihren Weg finden: Die Wegemarkierer der 24 Taunusklubs kümmern sich um das 2700 Kilometer lange Wegenetz, die Frankfurter betreuen davon 900 Kilometer. Mitglieder des Stammklubs laden zu Spaziergängen kleinen und großen Wanderungen oder kulturellen Ausflügen ein. Infos dazu gibt es unter blog.taunusklub-stammklub.de im Internet oder im Büro des Taunusklub Stammklub in der Eckenheimer Landstraße 57b, Telefon 069/ 55 93 62.

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