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Fastnacht: Getestet: Klaa Paris hält, was es verspricht!

Eine Frau – eine Mission: Der Klaa Pariser Fastnachtsumzug soll Frankfurts schönster sein. Mit einer Acht-Punkte-Checkliste in der Hand hat FNP-Redakteurin, Neu-Frankfurterin und Fastnachtsmuffel Sarah Bernhard getestet: Ist Klaa Paris so gut, wie die Kollegen behaupten?
Foto: Heike Lyding

1. Stimmung: 6 Sterne

In der U-Bahn schenkt mir eine Frau ihren wunderbaren Fastnachtshut, damit ich nicht unverkleidet zum Umzug muss. Ein Sonderstern für Freundlichkeit! Die Stimmung wäre aber auch ohne Hut großartig: Wohnzimmerboxen beschallen die Straße, die Menschen singen, tanzen, feiern, auch wenn der Zug in diesem Jahr ziemlich lange braucht. Einen weiteren Sonderstern gibt es für das Team der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH. Die zwei Schaufensterpuppen in orangefarbenen Warnanzügen auf dem FES-Wagen erscheinen zwar ziemlich teilnahmslos, dafür machen die übrigen Jungs Party, als ob es kein Morgen gäbe.

2. Spaßfaktor: 3 Sterne

Den ersten Preis für den besten Motivwagen bekommt definitiv der von Leben und Arbeiten in Gallus und Griesheim (LAGG): Eine Frau wirft die Kamellen aus einem Sarg – dem „letzten bezahlbaren Wohnraum Frankfurts“. Hinterher fährt ein Wägelchen mit einer Urne und dem Spruch „Wenn’s auch dafür nicht reicht...“ Auch gut: Angela Merkel, die einen Schulz-Fisch angelt und dazu der Spruch „Frau Merkel, die im Trüben fischt, wir sind gespannt, wen sie erwischt.“ Leider gibt es nur sieben Motivwagen, so dass einen manchmal nur der Kampf um die Kamelle über die Zeit rettet. Oder ein Glas Ebbelwei, bei dem man dann gleich meinen persönlichen Wagen-Spruch des Tages beherzigen kann: „Schwenk dei Maul mit Ebbelwei, dann kommt kein Bazillus nei.“

Bilderstrecke Fröhliches Fastnachts-Finale bei "Klaa Paris" in Heddernheim
Tausende Narren feierten am Fastnachtsdienstag bei "Klaa Paris" in Heddernheim. In unserer Bilderstrecke haben wir die Impressionen von dem Umzug eingefangen.

3. Kostüme: 6 Sterne

Egal, wohin man schaut – es gibt immer etwas zu sehen. Ob bei den Zuschauern, die als Rotkäppchen, Stormtrooper oder Stripperin gekommen sind, oder bei denen, die im Zug mitlaufen. Besonders erwähnenswert: Der Kappen-Club-Niederhöchstadt, dessen Mitglieder als riesige Hüte durch die Straßen wandeln, und die Crazy Pearls vom TV Okriftel, die mit viel weißem Tüll ein Heer von Eisprinzessinnen bilden. Und auch Heddernheim selbst hat sich herausgeputzt. Sogar Häuser, die nicht an der Zugstrecke liegen, sind liebevoll geschmückt. Ein Sonderpunkt für Heddernheim!

4. Musik: 5 Sterne

Die ideale Mischung aus Fastnachtshits und Guggenmusik. An der Tribüne läuft allerdings jedes Mal, wenn man vorbeiläuft, „Zehn nackte Frisösen“. Muss nicht sein – ist aber eigentlich auch nicht schlimmer als „Remmidemmi im Fasnetsland“.

5. Verpflegung : 5 Sterne

Es gibt Kioske, die Würstchen und Getränke verkaufen, Brezelwagen auf der Strecke, improvisierte Bierbänke in Hinterhöfen mit Glühwein und Bier und sogar ein mobiles Café mit hübschen Gartentischchen. Was soll man sagen? Besser geht es nicht!

6. Alkoholpegel : 4 Sterne

Obwohl eine lokale Brauerei 1200 Liter Freibier ausschenkt, ist die Zahl der Volltrunkenen bis zum Schluss überschaubar. Oliver Pitsch, Einsatzleiter der Sanitätskräfte, bestätigt: nur sieben kleinere Einsätze, von denen einer nichts mit dem Umzug zu tun hatte. „Alles ist nett und gut hier, das freut uns sehr.“ Nur ganz am Schluss wird das Grölen an manchen Ecken lauter. Aber es ist ja schließlich auch Fastnacht.

7. Klosituation : 1 Sterne

Tut mir leid, aber die ist ein absolutes Desaster: Es gibt nur ein Dixiklo in der Nähe der Tribüne (die einzige Toilette übrigens, die ich überhaupt sah). Bei rund 25 Minuten Anstehzeit sind die Frauen um mich herum ziemlich sauer. Dass keine Männer anstehen, lässt für die lokalen Hauseingänge nichts Gutes ahnen. Das muss nächstes Jahr anders werden. Bitte.

8. Sicherheit : 5 Sterne

30 Betonklötze, 20 Lastwagen als mobile Zufahrtssperren und Polizisten und Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes an jeder Ecke: Bei diesem Aufgebot musste man in Klaa Paris wahrlich keine Angst haben. Dafür hat es auch 20 000 Euro gekostet.

Fazit: Fastnacht braucht kein Mensch – aber Klaa Paris ist großartig!

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