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Strategiepapier 2022: Uniklinik stellt Weichen für die Zukunft

Von Herz-Kreislauf-Medizin, Neurowissenschaften samt Psychiatrie, Krebs und eine engere Verzahnung von Klinik und Forschung etwa bei der Entwicklung neuer Medikamente – das sind die Schwerpunkte, auf die das Universitätsklinikum in Zukunft setzen will. Das bedeutet aber auch, dass andere Fachbereiche an Bedeutung verlieren.
Das Universitätsklinikum in Frankfurt. Foto: Boris Roessler (dpa) Das Universitätsklinikum in Frankfurt.
Frankfurt. 

Aus seiner Philosophie hat der Ärztliche Direktor Prof. Jürgen Graf schon bei seinem Amtsantritt im Sommer 2016 keinen Hehl gemacht: Angesichts des rasanten Fortschritts in der Medizin, so sagte er damals, müssten auch Universitätskliniken stärker als bisher Schwerpunkte setzen. Mit dem Strategiepapier 2022 hat Graf mit seinem Haus nun diesen Weg eingeschlagen. „Gemeinsam mit dem Fachbereich Medizin werden wir den besonderen Anforderungen, die an die Universitätsmedizin durch die Aufgabenvielfalt in Forschung, Lehre und Krankenversorgung gestellt werden, begegnen“, betont Graf in einer Pressemitteilung.

Finanzieller Druck

Prof. Josef Pfeilschifter, Dekan des Fachbereichs Medizin, ergänzt: „Die Einheit von Krankenversorgung, Forschung und Lehre verleiht uns als Universitätsmedizin eine einzigartige Stellung. Sie setzt uns aber gleichzeitig unter erheblichen, auch finanziellen Druck.“

In den vergangenen Jahren – mit Ausnahme 2015 als ein Plus von 1,1 Millionen Euro unter dem Strich stand – schrieb das Haus Jahr für Jahr Millionenverluste. 2016 schloss die Uniklinik mit einem Defizit in Höhe von 4,6 Millionen Euro ab. Auch für 2017 rechnet die Uniklinik mit einem negativen Jahresergebnis, hat dazu aber bislang keine Zahlen veröffentlicht. Mit diesem finanziellen Druck „vernünftig umzugehen“ sei Teil der neuen Strategie, unterstreicht Pfeilschifter.

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Kommentar

Noch nie hat sich die Medizin so rasant weiterentwickelt wie in den vergangenen Jahren. Was für die Patienten ein Segen ist, ist gerade für die Universitätskliniken bisweilen auch ein Fluch.

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Diese sieht eine Konzentration auf vier Kern-Forschungsgebiete vor: Herz-Kreislauf-Medizin, Neurowissenschaften samt Psychiatrie, Onkologie und das was die Fachleute „translationale Arzneimittelforschung“ nennen. Das bedeutet, dass medizinische Fragen aus dem klinischen Alltag sich künftig stärker in der Forschung der Goethe-Universität niederschlagen sollen und umgekehrt Erkenntnisse aus der Forschung schneller in der Klinik zur Anwendung kommen.

Mit dem Fokus auf diese vier Forschungsgebiete wollen die Verantwortlichen „die besonderen Stärken der Universitätsmedizin weiterentwickeln“. Klar ist aber auch, dass andere Fachbereiche an Bedeutung verlieren.

Ziel ist Wirtschaftlichkeit

Eineinhalb Jahre lang haben Vertreter der Uniklinik und des Fachbereichs Medizin über dem Zukunftskonzept gebrütet, das die Wirtschaftlichkeit des Universitätsklinikums herstellen soll. Ziel sei ein „verantwortungsvoller Umgang mit den zugewiesenen, eingeworbenen und erwirtschafteten Ressourcen“. Letztlich geht es auch um Steuergelder, denn Träger des Universitätsklinikums ist das Land Hessen.

Das Uniklinikum umfasst mehr als 50 Kliniken, Institute und Forschungseinrichtungen und verfügt nach eigenen Angaben über beinahe 1500 Betten.

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