E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Bad Homburg 26°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

100 000 Euro Mehrkosten

Von Die Vertreter des Abwasserverbandes Oberes Weiltal aus Weilrod, Grävenwiesbach und Schmitten informierten sich über die Arbeiten an der Kläranlage Heinzenberg.
Bauleiter Andreas Stolz erklärte den Verbandsvertretern im Detail die neuesten Arbeitsschritte im Klärwerk Heinzenberg. 	Foto: Schwarz-Cromm Bauleiter Andreas Stolz erklärte den Verbandsvertretern im Detail die neuesten Arbeitsschritte im Klärwerk Heinzenberg. Foto: Schwarz-Cromm
Heinzenberg. 

Mit einer guten Nachricht empfing Marcus Kinkel (FWG), Verbandsvorsteher des Abwasserverbandes Oberes Weiltal, die Verbandsvertreter am Donnerstag zur Begehung auf dem Gelände der Kläranlage Heinzenberg. 135 000 Euro gibt es zurück von der Betriebskostenumlage, die von den Mitgliedsgemeinden bezahlt werden.

Doch die Rückerstattung werde nicht ausgezahlt, sondern mit den zusätzlichen Kosten für die nötige Erneuerung der Wasserleitungen verrechnet, erklärte Kinkel. Die Wasserleitungen der Kläranlage seien zwar erst 30 Jahre alt, dennoch seien an den in vier Metern Tiefe verlegten Rohren schon Löcher entdeckt worden. „Wir mussten die Leitungen austauschen“, erklärte Kinkel. Die Mehrkosten in Höhe von 100 000 Euro seien unabwendbar gewesen.

Kinkel machte auch keinen Hehl daraus, dass mit dem Umbau der gesamten Anlage „für rund 1500 Klodeckel“ ganz schön viel Aufwand betrieben werde. Bauleiter Andreas Stolz, der seit 2008 an diesem Projekt arbeitet, führte die Gruppe zunächst zur neuen Sandwaschanlage. Mit dieser ist es möglich, dass die abgesetzten anorganischen Stoffe, der sogenannte „Sand“, künftig im Straßenbau wieder verwendet werden kann. „Zwei Wochen hatten wir Zeit, die alte Anlage ab- und die neue aufzubauen“, erklärte Stolz.

Die nächste Station war das Überlaufbecken, in das Schmutzwasser läuft, wenn durch starken Regen mehr Abwasser als normal in der Kläranlage ankommt. Weil sich die Schmutzteile im Wasser absetzen, wird das Überlaufbecken nach jeder Nutzung gespült, so Stolz. Er erklärte das Multifunktionsbecken anhand von Fotografien, die aus dem 30 Jahre alten Becken ein Regenauffangbecken, ein Filtratbecken und zugleich einen Notfallspeicher machen werden. „Der dort angestaute Schlamm war so zäh, dass wir drei Tage gebraucht haben, bis das Becken leergeräumt und sauber gespült war“, erklärte Stolz. Die Betonwand der Belüftungsanlage habe mit schwerem Gerät entfernt werden müssen.

Auch die Forderung des Regierungspräsidiums, Energie zu erzeugen, wird bald in der Heinzenberger Kläranlage umgesetzt. Bevor das gereinigte Wasser wieder in die Weil abgeführt wird, durchläuft es eine Fallhöhe von zwei Metern. Dabei entstehe Kraft genug, eine Turbine anzutreiben. Dieses Kraftwerk erzeugt Strom und spült damit fast nebenbei rund 5000 Euro in die Kasse. Schon nach sieben Jahren amortisiere sich die Anlage, erklärte der Bauleiter.

Auch für den eher unwahrscheinlichen Fall eines Jahrhunderthochwassers sei die Kläranlage ebenfalls gerüstet. Eine natürliche Erdmulde wird gerade angelegt, die 1300 Kubikmeter Wasser aufnehmen kann. „Kommt noch mehr in diesem Reduktionsbecken an, leitet ein Notüberlauf das Wasser weiter, und als letzte Möglichkeit kann das Wasser über einen Damm in die Weil abfließen. „Dieses Durchlassbauwerk ist so gebaut, dass sogar Fische hindurch kommen“, so der Bauleiter.

Zur Startseite Mehr aus Hochtaunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen