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Ausflug ins Mittelalter

Von Interkommunale Zusammenarbeit ist in Königstein und Kronberg Trumpf. Seit Samstag verbindet der Drei-Burgen-Weg die drei Festungen und bietet nicht nur historisch Interessierten Aus- und Einblicke in die Vergangenheit und die Gegenwart der Orte. Die Eröffnungswanderung verlief äußerst erfolgreich.
Burgfräulein Lisa I. und ihr Junker Alexander empfingen zusammen mit dem Vorsitzenden des Königsteiner Taunusklubs, Bertram Huke, die Gäste auf der Königsteiner Burg, um dann gemeinsam auf den abwechslungsreichen Drei-Burgen-Weg zu starten.	Foto: Yvonne Späne Bilder > Burgfräulein Lisa I. und ihr Junker Alexander empfingen zusammen mit dem Vorsitzenden des Königsteiner Taunusklubs, Bertram Huke, die Gäste auf der Königsteiner Burg, um dann gemeinsam auf den abwechslungsreichen Drei-Burgen-Weg zu starten. Foto: Yvonne Späne
Königstein/Falkenstein/Kronberg. 

Fast schien es so, als könnten die rund 150 Wanderer, die sich zur Erstbegehung des Drei-Burgen-Wegs hoch über den Stadttoren Königsteins eingefunden hatten, den Start kaum erwarten. „Um 8.45 Uhr waren die Ersten da, viele scheinen den Tag richtig herbeigesehnt zu haben“, stellte Birgit Becker, Präsidentin des Burgvereins Königstein, fest. Der Abmarsch war für 10.30 Uhr terminiert, doch zu diesem Zeitpunkt waren die Pioniere schon längst in Richtung Kurbad unterwegs. An den grünen T-Shirts mit Drei-Burgen-Weg-Logo waren die Verantwortlichen der beiden Burgvereine Königstein und Kronberg, des Heimatvereins Falkenstein und des Taunusklubs Königstein und Kronberg zu erkennen: Sie beantworteten Fragen und sorgten dafür, dass unterwegs niemand auf der Strecke blieb. Zuvor hatten Politik und Hochadel, namentlich Landrat Ulrich Krebs (CDU), die beiden Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) und Klaus Temmen (parteilos) sowie Burgfräulein Lisa I. mit ihrem Junker Alexander, die Gäste willkommen geheißen.

 

Schöne Aussichten

 

Dabei fängt die Tour zunächst wenig spektakulär an. Am Kapuzinerplatz vorbei und hinter dem Kurbad entlang sind die Sehenswürdigkeiten (noch) ausbaufähig, doch schon bald sorgt Hilda von Nassau für schöne Aussichten. Einst bot ein nach ihr benannter Tempel einen erhabenen Blick auf die Kurstadt. Der Tempel ist nur noch ansatzweise zu erkennen, aber das Panorama ist nach wie vor sehenswert. Weiter durch den Falkensteiner Hain, geht es zum Dettweiler Tempel mit einem weiteren faszinierenden Blick auf die Umgebung.

Lokalhistoriker Hermann Groß empfing die Gruppe dann an einem grünen, überwachsenen Flecken Erde, aus dem Steinrudimente ragten. Es sind die Reste des Wohnturms der Burg Nüring. Das Geschlecht starb bereits im 12. Jahrhundert aus. Der Zwischenstopp gehört zu jenen Orten auf der Route, den viele der Wanderer zuvor noch nie bewusst wahrgenommen hatten. Er steht heute im Schatten der Falkensteiner Burg, auf der der örtliche Heimatverein zum Verweilen einlud. Sie ist die höchstgelegene der drei alten Gebäudeanlagen und insbesondere ihr Turm ist ein weiteres Zeichen der Zusammengehörigkeit. Groß: „Wir haben ihn einem Kronberger zu verdanken.“ Genauer: Ritter Frank IX. von Cronberg, der im 15. Jahrhundert gelebt hat.

Am Ehrenmal vorbei und den Debusweg entlang ging es dann auf Kronberger Gemarkung zum Viktoriatempel. Dieser Teil gehört zu den etwas steinigeren und hügeligeren Abschnitten des insgesamt rund elf Kilometer langen Weges. Geübte Spaziergänger stellt er vor keine großen Schwierigkeiten. Lediglich für sehr kleine Kinder und gesundheitlich Beeinträchtigte könne die komplette Wegstrecke eine Herausforderung sein, meinten einige Wanderer.

 

Standesgemäßer Empfang

 

Als Dritte im Burgenbund fehlte noch die Kronberger, die über die Viktoriastraße und den Burgweg angesteuert wurde. Standesgemäß empfing die Kronberger Rittergarde das Fußvolk am Burgtor. Im Hof bekamen die Gäste nicht nur Suppe und Getränke, sondern auch Wissenswertes zur Geschichte der Burg und dem aktuellen Stand der Sanierung serviert.

„Das ging flotter als gedacht“, erklärt Martha Ried, Vorsitzende des Kronberger Burgvereins. Ob sie vor zwei Jahren erwartet hätte, mal 150 Burgenwanderer auf „ihre“ Burg führen zu dürfen? Damals, auf dem Hessentag in Oberursel, saß sie mit Birgit Becker zusammen, und die Idee, die drei Burgen mit einem Wanderweg zu verbinden, war geboren. Dank des Taunusklubs, der die Strecke künftig betreuen wird, ist aus der ursprünglich als einmalig geplanten Veranstaltung nun eine Dauereinrichtung geworden. „Mein Traum war es immer schon, von Königstein über Falkenstein nach Kronberg laufen zu können“, berichtet Becker.

Am Opel-Zoo und dem Königsteiner Kreisel vorbei hieß es schließlich: „Sie haben Ihr Ziel erreicht.“ Auf dem Kapuzinerplatz hatten viele helfende Hände Bänke und Tische aufgestellt, an denen man die Ereignisse der vergangenen sechs Stunden noch einmal gemeinsam Revue passieren ließ.

Die Organisatoren konnten einen vollen Erfolg verbuchen, der mit lobenden Worten und Applaus belohnt wurde. Stillstand ist für Wanderer Rückschritt, und so wurden noch auf der Strecke erste Anregungen zur weiteren Optimierung angenommen. Ried: „Ein gemeinsames Drei-Burgen-Eintrittsticket könnte die Wanderung noch attraktiver machen.“ Eine gemeinsame Stadtkasse und ein gemeinsames Standesamt hätten Königstein und Kronberg ja schon, ergänzte Temmen.

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