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Carolin schreibt Stadtgeschichte

Ein Hoch auf die neue Lieblichkeit und ein herzlicher Dank an ihre scheidende Amtsvorgängerin - ganz traditionell und stimmungsvoll haben die Königsteiner gestern Abend den Beginn der Regentschaft von Burgfräulein Carolin I. gefeiert. Die Inthronisation markierte zugleich den Startschuss für das Burgfest 2013.
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Königstein. 

Herzogin Adelheid-Marie von Nassau, Baronin Hannah Mathilde von Rothschild, Großherzogin Hilda von Baden - es ist schon eine illustre Galerie adliger Damen, in die sich die bürgerliche Carolin Pfaff ab sofort einreihen darf.

Zugegeben durch die Adern der jungen Königsteinerin fließt zwar reinstes Kurstadt-Blut, aber eben kein blauer Lebenssaft. Und auch ihr Titel „Burgfräulein“ inklusive Ordinalzahl „I.“ ist nur ein Ritterschlag auf Zeit.

Mit ihrer Krönung zum Königsteiner Burgfräulein vor der Villa Borgnis hat sie jedoch ein kleines, aber feines Stück Kurstadt-Geschichte geschrieben. Immerhin ist sie das Burgfräulein, dessen Name mit dem Jahr 2013 und damit den Feierlichkeiten zur Verleihung der Stadtrechte vor 700 Jahren verbunden sein wird.

Herrschaftlicher Empfang

Das kann ihr niemand mehr nehmen und das bringt die 19-jährige Studentin der Forstwirtschaft dann eben, wenn auch vielleicht nicht ganz auf Augenhöhe, so aber doch auf Sichtweite heran an jene noble Damenrunde, die die Historie Königsteins geprägt hat.

Entsprechend hochherrschaftlich war der Empfang, den die Königsteiner gestern Abend auf der Terrasse der Villa Borgnis ihrer neuen „Lieblichkeit“, aber vor allem auch ihrer Vorgängerin bereiteten. Schließlich hatte auch Lisa I. die Ehre, über die Hälfte des Jubiläumsjahres hinweg die Kurstadt zu repräsentieren.

Eine Aufgabe, die ihr sehr viel Freude gemacht habe, betonte Lisa in der letzten Rede an „ihr“ Volk. Verbunden mit ihrem tiefen Dank an Hofstaat und Familie zeigte sich das scheidende Burgfräulein davon überzeugt, dass sie ihr Amt an eine mehr als vielversprechende Nachfolgerin abgibt.

Dass Lisa ihrerseits im besten Sinne die Stadt nach außen und innen vertreten hat, wurde ihr von allen Seiten attestiert. Sie sei eine „würdige und sehr vertrauensvolle“ Amtsinhaberin lobte Birgit Becker, die Präsidentin des Burgvereins, die 21-Jährige zum Abschied. Ein Eindruck, der sich mit dem von Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) absolut deckte. Er sei jedes Jahr aufs Neue davon beeindruckt, wie jedes Burgfräulein diesem Amt eine ganz persönliche Note gebe, schwärmte der Königsteiner Rathauschef, und schloss in dieses Kompliment selbstverständlich auch jene charmanten Ex-Botschafterinnen der Kurstadt ein, die Lisa - nunmehr wieder Hees - in den Stand der Hohen Burgfrauen aufnahmen.

Eine eigene Note in der Regentschaft dürfen sich die Königsteiner sicher auch von Carolin I. erwarten. Das bewies die junge Frau, kaum dass ihr Schirmherr Alexander Fürst zu Stolberg-Roßla die Insignien der Macht überreicht hatte, in ihrer ersten Ansprache an die Anwesenden - darunter Abordnungen verschiedener Vereine sowie gekrönte „Kolleginnen“ aus den Nachbarstädten.

Sie sei von Herzen gerne Königsteinerin, so Carolin, und deshalb die Ehre für sie umso größer, ihre „Heimatstadt“ für ein Jahr vertreten zu dürfen. Dass sie sich dabei, wie ihre Amtsvorgängerinnen, auf den Schutz der Königsteiner und Kronberger Ritter verlassen kann, versteht sich zwar eigentlich von selbst. Wer es allerdings noch nicht wusste, der bekam es von Howie Hohmann, Carolins Erstem Ritter, noch mal deutlich und unter dem „Handgeklapper“ der Untertanen gesagt. Dazu noch die Festungsgarde im Rücken und die Königsteiner Fanfaren vorneweg - da sollte mit der Amtszeit „Ihrer Lieblichkeit“ eigentlich nichts mehr schiefgehen können.

Bis Montag wird gefeiert

Mit der neuen Regentin an der Spitze wird jetzt bis Montagnacht das Königsteiner Burgfest gefeiert. Und das nicht nur in den Kellern der Vereine und auf der Festwiese der Burg, sondern natürlich auch im Herzen der Stadt.

Zu den bekannten Höhepunkten - Schlüsselübergabe am Alten Rathaus am Samstag um 16 Uhr, Festumzug am Sonntag um 14 Uhr und Frühschoppen am Montag von 11.30 Uhr an - gesellt sich für den ausrichtenden Burgverein in diesem Jahr zudem noch ein ganz besonders ehrenvoller Termin. Am Sonntagvormittag wird dem Verein für dessen Pflege der Stadtgeschichte und Heimatkultur der Saalburg-Preis des Hochtaunuskreises verliehen. Eine Ehre, auf die man im Verein stolz ist, auch wenn sie mit etwas Stress für die Verantwortlichen verbunden ist.

Schließlich müssen sich Burgfräulein, Präsidiums-Vertreter, aber auch Landrat und Bürgermeister nach der Verleihung flink auf den Weg in die Kurstadt machen, um pünktlich beim Start des Festumzugs auf Position zu sein.

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