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Klage von Adoptiveltern: Der Streit ums adoptierte Kind

Manche Frauen können keine Kinder bekommen. Eine Chance auf Nachwuchs gibt es über die Adoptionsstellen. Was aber, wenn sie behinderte Kinder vermitteln, ohne die Adoptiveltern davon in Kenntnis zu setzen? Über diese Frage muss derzeit das Oberlandesgericht Frankfurt befinden.
Wer ist dafür verantwortlich, wenn eine Adoption scheitert? Ein Paar aus dem Hochtaunus will diese Frage vor Gericht klären lassen. Foto: Jens Schierenbeck Wer ist dafür verantwortlich, wenn eine Adoption scheitert? Ein Paar aus dem Hochtaunus will diese Frage vor Gericht klären lassen. Foto: Jens Schierenbeck
Hochtaunus/Frankfurt. 

Wer ein Kind adoptieren will, hat einen langen Weg vor sich und muss viele Fragen des Jugendamtes beantworten. So wie das Ehepaar aus dem Hochtaunuskreis, das 1998 zwei Kinder über das Jugendamt Frankfurt am Main adoptierte. „Würde es Sie verunsichern, wenn die leiblichen Eltern des Kindes alkohol-, drogen- oder medikamentenabhängig sind?“, stand etwa im Fragenkatalog – und wurde von dem Paar mit „Ja“ beantwortet. „Trauen Sie es sich zu, folgende Probleme eines Kindes zu bewältigen: Früh- oder Mangelgeburt, nicht ganz gesunde Kinder, bei denen ärztliche Aussagen noch nicht mit Sicherheit gemacht werden können, Kinder mit körperlicher Behinderung oder chronischer Krankheit, ein leiblicher Elternteil, der HIV-positiv ist?“ Sämtliche dieser Fragen beantwortete das Paar seinerzeit mit „Nein“.

Die Sache hatte einen Grund: Die Ehefrau leidet unter der chronisch entzündlichen Darmkrankheit Morbus Crohn, muss fötusschädigende Medikamente nehmen und öfter ins Krankenhaus. „Ich sah mich außerstande, ein behindertes Kind, das lebenslang meine Hilfe benötigen würde, aufzuziehen“, sagt sie. Aus diesem Grund verzichtete das Ehepaar auf eine eigene Schwangerschaft und entschied sich für die Möglichkeit einer Adoption.

Die beiden durften eine schwangere Frau kennenlernen, die bereits Kinder hatte, von denen aber keines bei ihr lebte, und die jenes, mit dem sie schwanger war, weggeben wollte. Das Mädchen aus Frankfurt kam vier Wochen nach der Geburt in die Adoptionspflege zu dem Ehepaar. Die Anfangszeit gestaltete sich erfreulich, die Probleme erschienen beherrschbar. Und als der Anruf ein Jahr später von der Sozialstation kam, die Frau erwarte wieder ein Kind, erklärte sich die Familie bereit, auch diesen Jungen bei sich aufzunehmen. Die Kinder wurden 1998 adoptiert.

Mit Beginn der Schulzeit zeigten sich Auffälligkeiten, die sich niemand erklären konnte. Zum Beispiel die Weigerung, mit Erwachsenen Kontakt aufzunehmen, das Nichteinhalten-Können von Regeln, keine Teilnahme an Rollen- oder anderen Spielen und eine extreme Langsamkeit in der Ausführung von schulischen Aufgaben.

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