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Design-Messe hat noch viel Luft nach oben

Wer hat schon mal Leder vom Papageienfisch gesehen? Eine Handtasche aus zwei Venyl-Schallplatten? Oder Halsketten aus T-Shirt-Stoff? Alle diese Ideen aus den Bereichen Wohnen, Mode, Schmuck und Accessoires zeigten am Samstag junge Designer, vorwiegend aus dem Raum Frankfurt, beim ersten „Salon du Design“ im Güterbahnhof.
Kim Schüssler und Svenja Borantino (rechts) präsentierten im Güterbahnhof ihre originellen LP-Taschen.	Foto: Reichwein Kim Schüssler und Svenja Borantino (rechts) präsentierten im Güterbahnhof ihre originellen LP-Taschen. Foto: Reichwein
Bad Homburg. 

Die fein-silbrig schimmernde Clutch sticht ins Auge: zartes Kalbsleder und ein edles Innenfutter, alles handgenäht. Melanie Csermak aus Liederbach im Taunus näht alle Taschen selbst, Einzelstücke oder Kleinserien. „Ich habe das in die Wiege gelegt bekommen, stamme aus einer Schneider-Familie“, sagt sie. Bis 14.30 Uhr hat sie leider erst zwei Taschen verkauft, das Geschäft könnte bessergehen.

Das finden alle Aussteller, die sich mit ihren allesamt selbstgefertigten Stücken an der ersten Design-Messe im Güterbahnhof Bad Homburg beteiligen. Besucherin Gudrun Riegel (62) aus Bad Homburg hätte sich gerne selbst an der Messe beteiligt. Dass es diese Möglichkeit gegeben habe, hätte besser kommuniziert werden müssen, meint sie.

Schöne, besondere Dinge

Wer den Weg hierher gefunden hat – bis 16 Uhr sind das nur rund 200 Leute – der findet ein buntes Sammelsurium an schönen, interessanten und zum Teil sehr besonderen Dingen. Die man zwar nicht unbedingt braucht, die aber den Alltag bunter gestalten und höchst individuell sind.

Wie die Kettenkunst von Matthias Just aus Neu-Isenburg. Ursprünglich hat er aus Metallringen Kettenhemden geknüpft. Mit der selben Technik stellt er nun grazile Armbänder, Halsketten und Ringe her.

„Gehen Sie zur Jagd?“ Diese Frage liegt auf der Zunge bei dem Hirsch, der grün auf einer Filztasche prangt. Die Frage bringt seine Schöpferin, Anita Hickethier, in Bedrängnis. „Also, eigentlich ist alles hier vegan, so wie ich“, sagt sie und preist die Langlebigkeit ihrer Taschen aus Woll-Filz an.

So lässt es sich unterhaltsam von Stand zu Stand schlendern: Massivholzbretter von HolzZeit; mit bunten Baumwollfäden, Perlen, Muscheln, Federn oder Spitzenstoff individuell verzierte Armbänder aus Rindsleder (Cowband; von Susanne Dienst-Lang); hessisches Äppelwoi-Design von maripo oder Fischleder-Schmuck von Herzgut sowie Ketten aus T-Shirts von Stefanie Kurt aus Obertshausen (Stefika).

Hinter den Labels stecken meist junge Designer zwischen 20 und 30 Jahren, die edle Dinge präsentieren. Überall gibt es Unikate, und das zu günstigen Preisen. Den teuersten Schmuck, weil echt golden oder silbern mit Halbedelsteinen und grünem Bernstein, bietet die Schmuckdesignerin Susanne Krings aus Glashütten an. Aber auch bei ihr lassen sich Schnäppchen entdecken.

Etwas ganz Besonderes sind die Handtaschen aus Vinyl-Schallplatten vom jungen Label moski.to. Dahinter stecken Svenja Borantino und Kim Schüssler aus Frankfurt. Die Taschen sind „mega retro“, absolut originell und mit 55 Euro (für die LP-Bag) bzw. 50 Euro (für die kleinere Single-Tasche) auch bezahlbar. „Wir haben viel getüftelt, gebohrt und genietet“, sagt Kim, um die optimale Haltbarkeit der Tasche zu garantieren. Falls die Schallplatte brechen sollte, bieten sie leicht auswechselbaren Ersatz an. Vier Stunden nähen die beiden an einem Exemplar, suchen jetzt einen professionellen Hersteller für ihre Modeideen.

Unikate für fünf Euro

Mit seinen Comic-Figuren, die Gemälde oder Tassen und T-Shirts bevölkern, zeigt der Grafiker Rautie aus Hanau als einziger, wie er eigenhändig Kunst schafft. Jedes Comic-Heft signiert er mit einer Spontan-Zeichnung – ein Original für unter fünf Euro. Hier ist noch Potential, könnten doch auch andere die große Halle nutzen, um Kunsthandwerk live zu zeigen.

Eine Neuauflage der Design-Messe, die 3,50 Euro Eintritt gekostet hat, soll es am 29. November geben, wieder von 11 bis 18 Uhr. Dafür sollte der Veranstalter dann aber mehr Werbung machen, damit die Halle voll wird. Alle Aussteller finden sich im Internet unter www.salondudesign.de.

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