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Deutscher Caterer in Brasilien dabei: Die WM wird kompliziert

Als einziger deutscher und europäischer Caterer ist Klaus Peter Kofler bei der WM in Brasilien dabei. Der Mann mit Homburger Wurzeln sorgt in vier Stadien des Turniers dafür, dass bei allem sportlichen Genuss der kulinarische nicht zu kurz kommt.
Seit drei Jahren bereiten sich Klaus Peter Kofler (2.v.re.) und sein Team auf die WM in Brasilien vor. Bilder > Seit drei Jahren bereiten sich Klaus Peter Kofler (2.v.re.) und sein Team auf die WM in Brasilien vor.

Herr Kofler, Sie sind gerade in Brasilien angekommen. Die heiße Phase beginnt. Welche Arbeiten stehen jetzt noch an?

KLAUS-PETER KOFLER: Die Tastings sind abgeschlossen. Jetzt geht es im Grunde wirklich an die eigentliche Ausführung.

Seit wann laufen Ihre Vorbereitungen für die WM?

KOFLER: Seit drei Jahren.

Wo genau werden Sie catern?

KOFLER: Wir werden in den Stadien von Rio de Janeiro, Belo Horizonte, Brasilia und Sao Paulo arbeiten. Das sind auch die Stadien, in denen die Eröffnung, einige Viertelfinals, ein Halbfinale und das Endspiel ausgetragen werden.

Wie viele „Gäste“ werden Sie haben und wer sind diese?

KOFLER: Wir hatten bei der Fußball-WM 2010 in Südafrika etwa 190 000 Gäste. In Brasilien werden es wohl deutlich mehr werden. Ich denke, etwa 70 Prozent kommen aus Brasilien oder überhaupt Südamerika. Dann gibt es viele aus aller Welt, auch Staatsoberhäupter, Regierungschefs oder prominente Sportler. Also wenn etwa Angela Merkel oder Fußball-Legende Pele kommen, werden sie sicher in den Ehrengastbereichen unsere Gäste sein.

Wie häufig waren Sie in den vergangenen Jahren in Brasilien?

KOFLER: 2012 war ich etwa sechs bis acht Mal vor Ort. Seit dem vergangenen Jahr bin ich monatlich dort gewesen.

Sie haben schon länger ein Büro in Brasilien. Werden Sie im Land bleiben, wenn die WM vorbei ist? Falls ja, denken Sie dabei auch an die Olympischen Spiele?

KOFLER: Wir bleiben definitiv. Und ja, wir haben die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro 2016 im Blick. Wir haben ja bereits Olympiaerfahrung, waren schon in Sotchi und London dabei. Natürlich arbeiten wir schon an Olympia 2016. Es gibt dazu bereits erste Gespräche und wir hoffen, dass wir auch bei diesen Olympischen Spielen wieder dabei sind. Unabhängig davon haben wir in Brasilien einen weiteren relativ neuen Auftrag: Wir sind der Caterer bei allen künftigen Veranstaltungen im Allianz Parque in Sao Paulo.

Sie persönlich werden während der WM sicher zwischen den einzelnen Spielstätten pendeln. Wie wird das organisatorisch aussehen?

KOFLER: Ich werde mit dem Flugzeug unterwegs sein. Die Verkehrssituation im Land und die Entfernungen lassen im Grunde nichts anderes zu, wenn man schnell und häufig wechseln muss. Ich werde da wohl mehr oder weniger rund um die Uhr unterwegs sein. Geschlafen wird nach der WM.

Wie viele Leute werden für Sie während der WM im Einsatz sein?

KOFLER: Wir haben etwa 9000 Personen akkreditiert. Wir haben für deren Schulung übrigens erstmals etwas ganz Neues eingeführt: E-Learning. Beim Confed-Cup im vergangenen Jahr haben wir viele Filmaufnahmen von der Situation in den Stadien und rund um die Gästebetreuung gemacht und daraus kleine Lernprogramme für diese Mitarbeiter erstellt. Jeder konnte dann am PC diese Programme ansehen und bekam so eine erste theoretische Einführung. Nun, kurz vor dem Turnier, kommt das Training in den Stadien direkt.

Zum Thema: Brasilianischer Küchentipp

Auch wenn Klaus Peter Kofler den Speiseplan in den WM-Spielorten nicht verraten, hat er für die TZ-Leser einen leckeren Küchentipps parat:

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Diese WM ist – wie erwähnt – nicht Ihr erstes Großturnier. Wie unterscheidet sich die Arbeit in Brasilien von den Vorgängern?

KOFLER: Verglichen mit den Großveranstaltungen davor ist es nicht nur eine Nummer größer, sondern auch eine Nummer schwieriger. Wenn die WM in Südafrika auf einer Skala zwischen 1 und 10 sagen wir zwischen 3,5 und 4,5 war, dann ist Brasilien jetzt eher 7,5 bis 9. Es beginnt bei der Sprache. Die meisten sprechen Portugiesisch und keinerlei Fremdsprache wie etwa Englisch. Auch die Infrastruktur ist kompliziert. Man könnte es mit Europa vor 25 Jahren vergleichen. Dann ist die Warenlogistik schwierig, weil es innerhalb des Landes Zollregionen gibt. Wir transportieren innerhalb des Landes, haben aber Zollformalitäten wie bei internationalem Verkehr.

Bringen Sie auch eigene Ausrüstung aus Deutschland mit?

KOFLER: Wir haben 55 Seecontainer mit Hightech-Equipment für die Küchen über den Seeweg verschickt.

Gönnen Sie uns einen Blick auf den Speiseplan?

KOFLER: Wir dürfen leider vorab nichts verraten. Aber die brasilianische Küche ist von einer Vielzahl verschiedener Kulturen beeinflusst. Wir versuchen, einen Teil dieser Vielfalt in unseren Speiseplänen widerzuspiegeln, und zwar differenziert nach den Spielorten.

Haben Sie bei aller Arbeit auch Gelegenheit, sich die Fußballspiele anzusehen?

KOFLER: Anfangs sicher nicht. Aber nach den ersten Spielen, wenn in unserem Bereich alles eingespielt ist, schon eher.

Ihr Favorit?

KOFLER: Da gibt es mehrere. Natürlich Brasilien, aber auch Spanien, Italien oder Deutschland. Wenn ich es mir aussuchen könnte, wäre das Endspiel Deutschland gegen Brasilien. Ich werde zum Endspiel auf jeden Fall da sein.

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