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Die Wende scheint geschafft

Von Steigende Kosten, schrumpfende Einnahmen, ein kostspieliges Sicherheitskonzept – die Organisation des Königsteiner Burgfestes trieb den Verantwortlichen in den vergangenen Jahren einige Sorgenfalten auf die Stirn. Nun scheint die Talsohle durchschritten, und sogar der Termin für 2015 steht schon fest.
Die Schlüsselübergabe (hier Impressionen von 2013) ist eines der zentralen Elemente des Burgfest-Samstags. Daran ändert sich auch dieses Jahr nichts. Allerdings wird der Schlüssel zur Stadt erst um 17.15 Uhr übergeben, um die Übergänge fließender zu gestalten.	Foto: hrho Die Schlüsselübergabe (hier Impressionen von 2013) ist eines der zentralen Elemente des Burgfest-Samstags. Daran ändert sich auch dieses Jahr nichts. Allerdings wird der Schlüssel zur Stadt erst um 17.15 Uhr übergeben, um die Übergänge fließender zu gestalten. Foto: hrho
Königstein. 

Nach Regen kommt Sonnenschein – ein Sprichwort, das wohl mindestens so alt sein dürfte wie das Königsteiner Burgfest, das in diesem Jahr zum 64. Mal gefeiert wird. Seine Gültigkeit hat es jedoch nicht verloren, wie am Freitagabend bei der Jahreshauptversammlung des Burgvereins im Hotel Königshof deutlich wurde. „Ende 2012 waren wir praktisch pleite“, berichtete Schatzmeister Alexander Freiherr von Bethmann. Königstein ohne Burgfest wollte und konnte sich jedoch niemand so recht vorstellen – zumal zum Jubiläum „700 Jahre Stadtrechte“. Ein einmaliger städtischer Zuschuss von 20 000 Euro und die Erhöhung der Eintrittspreise sicherten die Finanzierung – und halfen dem Verein wieder auf die Beine, wie von Bethmann nun verkünden konnte.

Von „Hochsommer“ in den Kassen kann zwar keine Rede sein, doch wurde das vergangene Jahr mit einem Plus von rund 18 000 Euro abgeschlossen. Das Burgfest schlug mit Kosten von 87 500 Euro zu Buche, denen Einnahmen von 93 500 Euro gegenüberstanden – den Zuschuss der Stadt nicht eingerechnet. „Wir mussten an die Zukunftssicherung denken“, verteidigte von Bethmann die höheren Eintrittspreise. „Das nächste Burgfest können wir nun wieder aus eigener Kraft stemmen.“ Die Maßnahme habe sich gut umsetzen lassen, kritische Kommentare habe es kaum gegeben.

 

Überschuss für Stadt

 

Das war beim Neujahrsempfang des Burgvereins wohl anders, was dem Schatzmeister sichtlich Bauchschmerzen bereitete. Es gebe Gerüchte, dass sich die Führungsriege bei dem Empfang trotz knapper Kassen auf Kosten des Vereins gütlich tue. Dem sei nicht so, im Gegenteil: Die Kosten ihres Essens würden von den Vorstandsmitgliedern selbst getragen, wie generell auch Briefe gelegentlich persönlich ausgetragen, Fahrten nicht abgerechnet und Druckerpatronen aus eigener Tasche bezahlt würden. Darüber hinaus verwies er darauf, dass der Überschuss des Jubiläumskonzerts im vergangenen Jahr in Höhe von 5 000 Euro nicht in die Kassen des Vereins fließe, sondern in die Stadtkasse, um ihn für den Erhalt der Burg einzusetzen. Dass sich das Geld noch in der Kasse des Burgvereins befindet, habe einen anderen Grund: Die Stadt habe den Scheck noch nicht eingelöst.

Präsidentin Birgit Becker ließ die Aktivitäten des vergangenen Jahres Revue passieren und gab neue Details zum kommenden Burgfest bekannt, das aufgrund der späten Schulferien auf das Wochenende vom 18. bis 21. Juli vorverlegt wurde. „Grundlegende Änderungen wird es keine geben“, berichtete sie, die Eintrittspreise und Kellermieten blieben stabil. An kleineren Stellschrauben wird allerdings schon gedreht. So wird die Schlüsselübergabe vor dem Alten Rathaus am Samstag auf 17.15 Uhr verlegt, um die zeitliche Lücke bis zur Öffnung der Burg zu schließen. Der Zug erhält in diesem Jahr kein übergreifendes Thema, da es mehrere kleinere Jubiläen zu feiern gibt.

 

Wie Armbänder zum Fest

 

Der exzessive Alkoholkonsum mancher Jugendlicher beschäftige den Verein nach wie vor, so Becker weiter. Man arbeite eng mit dem Jugendhaus und der Stadt zusammen, die Maßnahmen gegen Alkoholmissbrauch erarbeitet habe. Auf der Burg wird es demnach wieder ein Armband-Konzept zur Kennzeichnung geben, „aber in stark veränderter Form“. Außerdem werde die Stadt am Freitag- und Samstagabend ein „Alkoholkonsum-Ablenkungsprogramm“ auf dem Kapuzinerplatz anbieten. Mit dem vieldiskutierten Sicherheitskonzept hat man sich ebenfalls arrangiert: „Der Rahmen von 4000 Besuchern ist auskömmlich“, so von Bethmann. 2013 waren am Freitag in der Spitze 3 000 Menschen gleichzeitig auf der Burg, am Samstag 2 000. Seinerzeit hatte das schlechte Wetter den Veranstaltern einen Strich durch eine noch positivere Rechnung gemacht. Die Vorverlegung in den Juli soll sich auch vom Wetter her auszahlen, sagte die Präsidentin – in der Hoffnung, dass nach Regen Sonnenschein kommt. Der neugewonnene Optimismus und Tatendrang des Vereins drückt sich auch darin aus, dass der Termin für das Burgfest 2015 ebenfalls schon festgezurrt wurde. Wer einen Terminkalender besitzt, kann dort schon den 17. bis 20. Juli rot markieren.
 

Info: Ehrungen

Die große Tradition des Königsteiner Burgfests wurde auch bei den Ehrungen deutlich: Elisabeth Rosenschon feiert in diesem Jahr 60.

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