E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Bad Homburg 30°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Drei Männer und kein Baby

Von Am Samstag feierten die Fichtegickel mit ihrer Komödie "Tom, Dick und Harry" Premiere. Das Stück von Ray und Michael Cooney wurde zielgruppengerecht auf Oberhöchstädter Verhältnisse umgeschrieben.
Gute Laune ist Trumpf bei den Fichtegickeln: Auf der Bühne ebenso wie in den Zuschauerreihen im Haus Altkönig.	Foto: ys Gute Laune ist Trumpf bei den Fichtegickeln: Auf der Bühne ebenso wie in den Zuschauerreihen im Haus Altkönig. Foto: ys
Oberhöchstadt. 

Es klang wie ein Versprechen. Bevor sich der Vorhang für die Fichtegickel zur Premiere ihrer neuen Produktion "Tom, Dick und Harry" öffnete, wurde Katja Ebsteins Evergreen "Theater" eingespielt. Darin heißt es: "Wir geben alles für euch."

In den folgenden Stunden traten die Aktiven vom KV 02 mit einem wilden Ritt durch allerhand Verwechslungen, urkomische Missgeschicke, zeitlich perfekt gesetzte Pointen und einem Schuss Lokalkolorit vor ausverkauftem Haus den Beweis an. Kein Wunder, dass die Theatergruppe des KV 02 erstmals fünf Vorstellungen im Haus Altkönig angesetzt hat.

Die Handlung ist schnell erzählt – eigentlich. Tom und Linda Konrad (gespielt von Andreas Risse und Melanie Falland) wollen ein Kind adoptieren und erwarten Frau Gärtner-Spärtzel (Birgit Kühn) von der Adoptionsagentur. Das Drama nimmt seinen Lauf, als unvermittelt die beiden Brüder von Tom, Dick (mit hervorragendem Mienenspiel: Jörg Kuschel) und Harry (Steffen Schmidt), hereinplatzen. Sie sind eher schlichte Gemüter, aber immerhin: Harry hat es bis zum dritten Assistenten des Vertreters des Pförtners im Bad Homburger Krankenhaus gebracht.

Im Gepäck haben sie jede Menge Ärger. Zum Beispiel in Gestalt des bemitleidenswerten Großväterchens Istvan (Norbert Jäger) und seiner hübschen Enkelin Irina (Carolin Pfitzner). Als Flüchtlinge aus dem Kosovo verstehen sie zwar kaum Deutsch, doch als Trompetenspieler überbrückt Istvan Kommunikationsschwierigkeiten mit der universellen Sprache der Musik. Zu dumm, dass eines seiner Lieblingslieder "Schnaps, das war sein letztes Wort" ist. Die Musikstücke hat mit Jörg Senger der Orchesterleiter des Kronberger Musikvereins eingespielt.

Mit dem Polizisten Franz Kittel (Christoph Müller) und Boris (Ulrich Heinecke), einem "zwielichtigen Ost-Europäer", wird die Lage für den adoptionswilligen Tom nahezu aussichtslos. Andreas Risse gebührt ein besonderes Lob. Er steht über zwei Stunden lang durchgängig auf der Bühne und meistert seine Rolle bravourös – nicht zuletzt eine enorme Konzentrationsleistung angesichts des anhaltend hohen Tempos auf der Bühne.

Dass die Fichtegickel mittlerweile auf eine 41-jährige Theater-Erfahrung zurückblicken können, merkt man von der ersten Sekunde an. Die Schauspieler, die seit Anfang Juni und teilweise mehrmals wöchentlich in ihrer Freizeit geprobt haben, zeigten allesamt eine beeindruckende und mitreißende Bühnenpräsenz.

Liebe zum Detail

Karin Krantz, neben dem Bühnenbild für die Regieassistenz und gemeinsam mit Melanie Falland für die Maske zuständig, leistete ebenfalls ganze Arbeit. Mit viel Liebe zum Detail war beispielsweise die künftige Kinderecke hergerichtet und hinter der Tür zum Garten sahen die Zuschauer tatsächlich satten Grünbewuchs – mitten im Haus Altkönig.

Dass bei der Premiere eine Tür aus den Angeln fiel, bot den Schauspielern eine erfrischende Möglichkeit, zu improvisieren. Das Publikum dankte es mit tobendem Beifall. "Wir haben lange für diese Nummer geprobt", erklärte der als "Beobachter" agierende Orlando Kieser anschließend trocken.

Bei den Zuschauern kam das Stück, bei dem Heike Schmidt und Viktoria Fuchs Regie führten, sehr gut an. "Das läuft fließend, sie spielen sehr gut und temperamentvoll. Es gibt viel zu lachen", befand beispielsweise Edmund Lubczyk aus Frankfurt. Frank Behlau aus Oberursel: "Ich bin nicht das erste Mal hier, und das aus gutem Grund." Die Fichtegickel hätten mittlerweile ein so hohes Niveau erreicht, dass der eigene Anspruch und der des Publikums ebenfalls gestiegen seien. "Sie müssen einfach gut sein." Zum Gelingen trugen auch Barbara Falland als Souffleuse und Ingo Hildmann sowie Marcel Falland in der Technik bei.

Weitere Vorstellungen von "Tom, Dick und Harry" gibt’s am kommenden Samstag sowie am Freitag und Samstag, 2. und 3. November, jeweils um 20 Uhr. Am kommenden Sonntag findet außerdem um 17 Uhr eine Nachmittagsvorstellung statt. Der Eintritt kostet 12 Euro. Kartenvorbestellungen sind bei "DeliCasa", Telefonnummer (0 61 73) 6 01 10 04, möglich.

Zur Startseite Mehr aus Hochtaunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen