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Ein Taunusfest und eine Sternstunde

Landrat Ulrich Krebs (CDU) würdigte auf dem Jahresempfang des Kreises die Vorzüge des Hochtaunus und natürlich die Träger des Saalburgpreises.
Hier die Preisträger des Saalburgpreises des Jahres 2013: Landrat Ulrich Krebs (li.) überreicht den Vertretern des Burgvereins die Urkunde.	Foto: jp Hier die Preisträger des Saalburgpreises des Jahres 2013: Landrat Ulrich Krebs (li.) überreicht den Vertretern des Burgvereins die Urkunde. Foto: jp
Hochtaunus. 

Wenn Posaunen ertönen und Händels Feuerwerksmusik ertönt, dann kann es sich nur um einen feierlichen Anlass handeln. Und wer die Gästeliste verfolgte, die Landrat Ulrich Krebs (CDU) zur Begrüßung abarbeitete, dem wurde schnell klar, wie wichtig dem Hochtaunuskreis sein Jahresempfang ist. Prominenz aus Politik, Handwerk, Finanzwirtschaft, aus öffentlichen Einrichtungen von den Schulen über die Kliniken bis zum Katasteramt, von den Kirchen bis zu den Bürgermeistern, Beigeordneten und Mandatsträger begrüßte der Landrat an prominenter Stelle, in der Principia des Saalburgkastells.

„Was wäre der Taunus ohne die Saalburg“, fragte der Landrat rhetorisch und zählte weitere Pfunde auf, mit denen der Landkreis wuchern könne. Was wäre der Hochtaunuskreis ohne seine Schulen, seine Klinken und die Taunusbahn. Und was wäre der Landkreis ohne Schulden? Auch das war eine Fragestellung, der Krebs nachging. Er beleuchtete die Gratwanderung der Politik, einerseits kommunale Aufgaben wahrnehmen zu müssen, andererseits Auflagen zu erfüllen. „Der Mut zu sparen darf nicht dazu führen, dass die kommunale Selbstverwaltung an Substanz verliert“, sagte der Landrat. Ein Signal an Land und Bund. Den Wegfall der Grunderwerbssteuer nannte Krebs einen schweren Schlag für den Kreishaushalt und kündigte an, sich für eine bessere finanzielle Ausstattung der Kommunen einzusetzen.

Von diesem Hintergrund war es ein leichter Übergang zum Thema „politische Kultur“, die, so Krebs, verbesserungswürdig sei. Nicht dass politisch nicht gestritten werden dürfte, so der Landrat, seine Stoßrichtung galt mehr dem Phänomen, stets neue Forderungen zu stellen. Das Anspruchsdenken der Bürger kenne niemand besser als die, die in der Kommunalpolitik Verantwortung tragen.


Überreste bewahren und mit Leben füllen

Nichts wird für die Ewigkeit gebaut, das gilt auch für die wehrhafte Königsteiner Burg. Als Zankapfel in Kriegen büßte sie Substanz ein, wurde als Steinbruch genutzt - aber was lange genug der Zerstörung standhält erfährt mitunter neue Wertschätzung Ein imposantes Bauwerk ist die Burg Königstein allerdings auch als Ruine noch und die Bürger haben sich ihrer inzwischen angenommen, sie mit neuem Leben gefüllt und helfen, die Überreste zu bewahren. Allen voran der Burgverein Königstein, der für sein Engagement nun im Rahmen des Jahresempfangs des Hochtaunuskreises mit dem Saalburgpreis ausgezeichnet wurde (wir berichteten).

Der Kreisausschuss würdigte damit just im Jubiläumsjahr der Stadt das Engagement seiner Bürger, denn Königstein bekam vor 700 Jahren Stadtrechte. Seit 700 Jahren dürfte es auch ein Bürgermeister an der Spitze gehabt haben und als Hommage an seine Vorgänger erschien der amtierende Bürgermeister Leonard Helm in renaissancezeitlicher Tracht. Die Laudatio hielt der ehemaliger Könisteiner Bürgermeister Bertram Huke, Vorsitzender des Taunusklub Gesamtvereins, und stellte in dieser nicht etwa die Geschichte von Stadt und Burg in den Mittelpunkt, sondern die des Burgvereins, der das Fest seit 1956 organisiert. „Längst ist es ein Taunusfest geworden und zieht Besucher aus der gesamten Region an“, so Huke.

Mit dem Förderpreis wurde gestern eine Projektgruppe des Gymnasiums Oberursel ausgezeichnet. Die Schüler hatten sich „künstlerischer Kreativität unter Einbindung historischer und architektonischer Fachkompetenz“, so Landrat Krebs, mit der Geschichte von Camp King auseinandergesetzt. Die Schüler hatten die Arbeit des Oberuseler Historikers Manfred Kopp fortgeführt und erweitert. Die architektonische Fachkompetenz steuerte das Deutsche Architekturmuseum Frankfurt bei, deren Kuratorin Christina Budde von einer Sternstunde innerhalb der Projektarbeit des Museums sprach. Was die Schüler geleistet haben, zeigten Noa Daube und Maximiliana Dio anhand einer Videopräsentation.

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