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Ein absoluter Hörgenuss

Von Sinfonische Klänge im rustikalen Ambiente: Das Jugend-Sinfonie-Orchester tanzte mal beschwingt, mal melancholisch durch den Hessenpark und zeigte eine hervorragende Leistung. Und so gab es an dem Abend nur einen Wermutstropfen.
Einstimmung ist alles: Zwei Musiker spielen sich beim Open-Air-Konzert im Hessenpark ein. Bilder > Einstimmung ist alles: Zwei Musiker spielen sich beim Open-Air-Konzert im Hessenpark ein.
Neu-Anspach. 

Derjenige, der das Jugend-Sinfonie-Orchester Hochtaunus hört, ist einfach begeistert. Ungeachtet der musikalischen Qualität liegt das sicher auch daran, dass es Jugendliche, zum Teil Kinder sind, die da so professionell musizieren und für absoluten Hörgenuss sorgen. Sie spielen so gut, dass man es eigentlich gar nicht so recht fassen kann.

Und zum Hörgenuss kam am Freitag im Freilichtmuseum Hessenpark noch einiges dazu, was den Abend zu einem Wellness-Abend für Leib und Seele werden ließ. Der wetterabhängige Mensch beispielsweise kam auf seine Kosten, denn der Himmel hätte nicht blauer sein können, die Sonne wärmte, ohne zu grillen, und die Natur schien sich am Abendprogramm zu beteiligen.

„Das Jugend-Sinfonie-Orchester tanzt“, so war die Veranstaltung überschrieben, und der Stolz von Landrat und Schirmherr Ulrich Krebs (CDU) auf das Erfolgsprojekt war nicht zu überhören, als er den Abend im Amphitheater hinter der alten Kirche aus Lollar eröffnete. Auch Dirigent Lars Keitel fühlte sich sichtlich wohl, angesichts der gut vorbereiteten Talente vor sich und eines entspannten Publikums hinter sich. Das machte es sich zum Teil barfuß im Gras bequem, viele hatten ein Getränk in Reichweite.

 

Goldene Strahlen

 

„Das Jugend-Sinfonie-Orchester tanzt“ und legte mit dem Norwegischen Tanz Op. 35,1 von Edvard Grieg temperamentvoll los, als die sinkende Sonne mit ihren goldenen Strahlen die Szenerie von hinten beleuchtete, die Becken des Schlagzeugs funkeln ließ und sich in den Frisuren der Musikerinnen verfing, ein wunderbares Bild zu wunderbaren Klängen.

 

Süße Euphorie

 

Die Melancholie im „Valse Triste“ von Sibelius wirkte wie eine Kaffeebohne im Likör, dämpfte die süße Euphorie, regte an und leitete zu einem Tango von Isaac Albeniz über, ebenfalls Nahrung für das schmachtende Gemüt.

Die Tango Tristesse löste sich mit der amerikanischen Suite von Dvorak langsam auf. Das fünfsätzige Werk war das Meisterstück vor der Pause und zeigte, wie sich der Mann am Pult auf jede Stimme im Orchester verlassen kann.

 

Reizvolle Pause

 

Die Pause bei einem Open-Air-Konzert im Freilichtmuseum hat auch ihre Reize. Das Foyer ist steinig oder gepflastert, und man kann einige Schritte gehen - bis zur Schweineweide oder zu den Enten am Teich. Rechtzeitig zum Schwanensee-Walzer Tschaikowskis waren alle wieder auf den Rängen. Statt der Schwäne tanzten die Mücken in der tiefstehenden Sonne. Abendstimmung machte sich breit, das Vogelgezwitscher ließ langsam nach, und auch die Segelflugzeuge am Himmel kehrten in ihr Nest nach Obernhain zurück. Zeit für ein weiteres Highlight und für sentimentale Klänge: „Oblivion“ von Astor Piazzolla, ein herzzerreißender argentinischer Tango, herzzerreißend solistisch gespielt von Marie Tetzlaff an der Oboe.

Mit rumänischen Volkstänzen von Bartok brachten die jungen Musiker dann wieder Schwung „in den Laden“ und setzten mit „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauß einen beschwingten, heiteren Akzent, und mit dem letzten Programmstück - Musik aus „The Lord of the Dance“ - zeigten die Schlagwerker ihre Präzision auf den unterschiedlichsten Instrumenten.

Sentimentale Tangos, leichte Walzerklänge, temperamentvolle folkloristische Tänze, das Programm war anspruchsvoll und populär zugleich und genau das Richtige für einen wunderbaren Konzertabend mit jungen Musikern der Spitzenklasse.

Das Jugend-Sinfonie-Orchester Hochtaunus ist inzwischen eine feste Größe im Hochtaunuskreis, der mit seiner Stiftung für Kunst und Kultur, der Johann-Isaak-von-Gerning-Stiftung, unterstreicht, welchen herausragenden Stellenwert die Kultur hierzulande besitzt.

Ein Wermutstropfen schließlich noch zum Schluss: Es ist noch immer nicht nachvollziehbar, dass es bei einem Konzert des Jugend-Sinfonie-Orchesters noch freie Plätze gibt.

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