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Einmalige Atmosphäre

4000 Besucher waren am Freitag auf der Burg, am Samstag kamen deutlich weniger Gäste. Trotzdem wurde kräftig gefeiert.
Emerald Isle spielten Songs aus Irland und Schottland. Bilder > Emerald Isle spielten Songs aus Irland und Schottland.
Königstein. 

Kein Gedränge, keine Schlangen und viele freie Parkplätze: Noch bevor man am Samstagabend vom freundlichen Sicherheitspersonal am Eingang der Burg abgetastet wurde, konnte man sich sicher sein: Das wird ein gemütlicher Abend. „Nicht viel los heute, alles ruhig“, unterstrich dann sogleich ein Security-Mann, der mit seiner schwarzen Kluft zwischen Bauzaun und Burgmauer die Eintretenden musterte. „In den vergangenen Jahren war samstags mehr los.“

Und der muskelbepackte Mann schien recht zu behalten: Zwischen Kö-Keller und Burghof, dem Irish Pub und Lupus Alpha konnte man am Samstagabend mühelos hin- und herpendeln. Die Bierzeltgarnituren vor der Radio-Bob-Bühne waren größtenteils unbesetzt und selbst vor den Toiletten war kein Stau. „Die Keller werden heute wohl nicht auf ihre Kosten kommen“, fürchtete Stadtverordnetenvorsteher Robert Rohr (ALK), während er an einer Mauer lehnte und das Treiben im Burghof beobachtete. „Es ist kälter als erwartet und in Frankfurt findet das Museumsuferfest statt“, so seine erste Analyse. „Dafür war am Freitagabend recht viel los“, berichtet Rohr. Rund 4000 Gäste hätten am Eröffnungstag über den gesamten Abend verteilt den Weg zur Burg gefunden. Heute, am Samstagabend, seien es wohl nur rund 1200 Besucher. Doch erfülle das Fest nach wie vor eine besondere Funktion: „Das Burgfest ist wie ein Klassentreffen. Die Leute, die mal hier zusammen in die Schule gegangen sind, treffen sich auf dem Fest wieder.“

Ruhiger Abend

So sieht es auch Ferdinand Brecht, der im Burghof steht, in der einen Hand ein Bierbecher in der anderen sein Handy: „Ich treffe mich hier mit alten Freunden. Wir sind zusammen in Hofheim zur Schule gegangen. Für uns ist das Tradition, weil die Atmosphäre auf der Burg einfach einmalig ist und die meisten von uns in den Semesterferien sowieso zu Hause sind.“ Brecht erinnert sich an sein erstes Königsteiner Burgfest, das er vor rund zehn Jahren besuchte: „Da war ja fast kein Durchkommen und die Keller waren komplett voll. Mittlerweile ist das ja etwas anders. Ich finde die Sicherheitsmaßnahmen total übertrieben. Heute sieht man hier mehr Sicherheitspersonal als Gäste.“ Eine Einschätzung, die auch Dirk Schmidt teilt. Während der Altenhainer am Tresen des Irish-Pubs der Ritter von Königstein steht, sagt er: „Die Gänge komplett leer und in den Kellern ist auch nicht viel los. Das war mal anders.“ Anders waren in den vergangenen Jahren allerdings auch die Einsätze des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) während des Festes. DRK-Zugführer Daniel Hartmann und Bereitschaftsleiterin Tanja Kilb sind zufrieden: „Es ist ein ruhiger und entspannter Abend.

Bisher gab es keine Zwischenfälle. Auch der Freitagabend war verhältnismäßig ruhig. Wir wurden gestern zu 44 Hilfeleistungen gerufen, davon vier Klinik-Transporte.“ 25 DRK-Mitarbeiter sorgen sich am Samstagabend um die Gesundheit der Burgfest-Besucher, doch fällt ihnen auch eine andere Arbeit zu: „Wir verpflegen während des Festes auch rund 140 Personen mit Essen“, so Hartmann. Die Polizei, die Feuerwehr, die Security und auch die Crew der „Alten Münze“ versorge man mit Speisen und Getränken: „Heute gibt’s zum Beispiel Schnitzel und vegetarische Würste“, erklärt Kilb. Die Stimmung ist gut, während auf einer großen Videoleinwand vor dem Eingang des Kellers Fotos von Festen der vergangenen Jahre gezeigt werden. Auch im Keller haben sich viele Besucher in kleinen Grüppchen zusammengefunden.

Und dennoch macht sich Krake, so der Spitzname des Vorstehers der Bruderschaft der „Alten Münze“, Sorgen um den Fortbestand des Festes: „Wir sind eben in einer Zeit des Wandels“, sagt er. „Die erhöhten Sicherheitsauflagen bedeuten auch einen viel höheren Aufwand für die Vereine. Wenn man hier nicht mit viel Enthusiasmus dabei ist, dann funktioniert es nicht.“ Die Beschränkungen durch die Sicherheitsmaßnahmen müsse man hinnehmen, sagt er. Krake ist seit 1991 dabei, als die Bruderschaft die „Alte Münze“ zum ersten Mal bewirtschaftete. Und während er seine schwarze Schildkappe richtet, sagt er: „Solang es das Burgfest gibt werden wir auch dabei sein.“

Irish-Pub gut besucht

Doris Süßbrich von den Rittern von Königstein zeigt sich am Samstagabend mit den Pub-Besuchern im sogenannten Zwinger zufrieden: „Am Freitagabend war bei uns nicht so viel los. Dafür ist unser Irish-Pub heute ganz gut besucht.“ Das Pub liegt etwas abseits vom Trubel und die Musik läuft hier nur leise im Hintergrund: „Wir sprechen ein eher älteres Publikum an. Und das ist das Tolle: Es gibt hier für jeden die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen. Wir legen besonderen Wert auf die Atmosphäre und den Flair in unserem Keller.“ Birgit Becker, Präsidentin des Burgvereins, zeigte sich am Samstagabend zufrieden: „Bisher ist es ein entspannter Abend“, sagt sie, während sie mit ihren Vereinskollegen Alexander Freiherr von Bethmann und Dagmar Reuter in der Nähe des Eingangs steht. „Die Stimmung ist gut und friedlich. Das ist ja die Hauptsache.“

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