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Europa im Klassenraum

Bei einem „Lunch Talk“ bekannten sich die Oberstufenschüler des Humboldtgymnasiums zu den europäischen Idealen, trommelten für die anstehende Europawahl – und präsentierten eine ausgezeichnete Aktion.
Bad Homburg. 
Ausgezeichnete Schülerinnen: Michelle Dremel (16), Vanessa Dicembre (18) und Jihu Lee (17, von links) vor einem der von ihnen entworfenen Plakate. 	Foto: Yvonne Späne Bild-Zoom
Ausgezeichnete Schülerinnen: Michelle Dremel (16), Vanessa Dicembre (18) und Jihu Lee (17, von links) vor einem der von ihnen entworfenen Plakate. Foto: Yvonne Späne

Am Sonntag ist es so weit. Bei den Europawahlen werden die Karten für die politische Zukunft Europas neu gemischt. Jede Stimme zählt, so auch die der volljährigen Humboldt-Schüler. Um Letztere zur Stimmabgabe zu ermutigen, veranstaltete das Homburger Gymnasium am Dienstag einen „Lunch Talk“.
 

„Europa scheint so fern und ist doch so nah“, äußerte Ursula Balser. Der Schulleiterin ist wichtig, dass die Schüler nicht nur Struktur und Abläufe des Konstrukts „EU“ verstehen, sondern auch die Ideale und Werte erfassen. „Ähnlich des deutschen Kleinstaaterei-Denkens fällt es vielen Bürgern schwer, in europäischen Dimensionen zu denken“, erklärt sie. Dabei wachse Europa immer stärker zusammen. Die Union werde mächtiger, die Parlamentswahlen bedeutsamer. Trotzdem sinkt die Beteiligung seit Jahrzehnten kontinuierlich. So hat 2009 weniger als die Hälfte aller Wahlberechtigten bei der EU-Wahl ihre Stimme abgegeben.

 

Überzeugte Erstwähler

 

Nach Balsers Anrede beleuchtete der Schulsprecher Henry Mau mit vier Mitschülern die Struktur und die Aufgaben des Parlaments. Auch verdeutlichte er die Relevanz der bevorstehenden Europawahlen: „Mit unserer Stimmenabgabe setzen wir ein Zeichen und bekennen, dass uns Europa nicht kalt lässt“, erläuterte der Siebzehnjährige. Auch könne man den zunehmend erfolgreichen anti-europäischen Parteien nur Paroli bieten, indem man für EU-freundliche Parteien stimme.

Auf die Erläuterungen folgte ein Austausch in lockerer Atmosphäre und mit selbst gemachten europäischen Leckereien. „Genau das macht die EU aus“, sinnierte Ina Rohmann während einer Kaupause. Die Staatengemeinschaft sei nicht bloß eine abstrakte politische und wirtschaftliche Maschinerie. Viel mehr symbolisiere die Union das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Kulturen. „In der EU sind wir alle Schüler“, erklärt Ina. „Begegnen sich die Mitgliedsstaaten aufgeschlossen, können sie viel voneinander lernen“.

Solidarität mit der EU äußert sich auch in einer von der Humboldtschule initiierten Plakatkampagne. In Zusammenarbeit mit der brasilianischen Austauschschülerin Barbara Nievandonski haben Vanessa Dicembre, Jiuh Lee, Anna Breuninger und Michelle Dremel aus der Medien-AG insgesamt 27 Plakate entworfen, die Jungwähler zur Stimmabgabe bewegen sollen. „Acht Mitschüler standen uns als Fotomodel bereit“, erklärt Vanessa. Bei deren Auswahl achtete die Medien-AG darauf, dass es sich um überzeugte Wähler handelt: „Wir haben junge Erstwähler gesucht, die sich voll und ganz mit der Europawahl identifizieren.“

Die Arbeit hat viel Spaß gemacht, da sind sich die Mädchen einig. Aber zeitaufwendig war sie auch: „Wir haben vier Monate benötigt und uns ein bis zwei mal die Woche getroffen“, erklärt Jiuh. Nun wird der Fleiß entlohnt: Mit den Ergebnissen ihrer Arbeit hat die Medien-AG am „Europäischen Wettbewerb“ – dem ältesten Schülerwettbewerb Deutschlands – teilgenommen und den „Sonderpreis der Präsidentin der Kultusministerkonferenz“ gewonnen. Die Preisverleihung findet am Dienstag im Hessischen Landtag statt.

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