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Festumzug mal anders

Zum ersten Mal fand das Schönberger Brunnenfest nicht auf der Friedrichstraße, sondern rund um die Taunushalle statt - ein größtenteils gelungener Umzug.
Am Streckenrand zeigt Paul-Dieter Emmel das neue T-Shirt. Foto: jr Am Streckenrand zeigt Paul-Dieter Emmel das neue T-Shirt. Foto: jr
Schönberg. 

Ein Bruch mit der Tradition ist es allemal: Nach 28 Jahren auf der Friedrichstraße ist das Schönberger Brunnenfest nun ein paar Meter weiter gezogen. Jetzt stehen die Bierbänke, die Hüpfburg, das Kuchenbuffet und die Getränkeausgabe nicht mehr auf der Straße, sondern auf dem Platz rund um die Taunushalle. Es kann also gefeiert werden, während der Verkehr ruhig und unbeeinträchtigt dahinfließt. „Wir haben aus mehreren Gründen den Standort gewechselt“, erläutert Karl Eilhard-Papouschek von der ausrichtenden TSG Schönberg. „Hier gibt es viel Grün, außerdem können wir entspannter auf- und abbauen.“

Außerdem sei der Platz nicht so „schlauchförmig“, denn das gab stets Probleme: „Früher waren die einen zu nah bei der Musik und die anderen zu weit weg“, sagt Eilhard-Papouschek. Und die Verlegung hat noch einen weiteren Vorteil: Da bis 23 Uhr gefeiert wird, aber ab 0 Uhr die Straße wieder freigegeben werden musste, war das Ende des Festes stets mit Stress verbunden. Der TSG-Vereinsvorsitzende wurde schon von Bürgern auf den Traditionsbruch angesprochen, doch die meisten hätten positiv reagiert: „Die fanden es abgerundeter.“ Die alteingesessenen Schönberger Gisbert und Mady Urban, die schon mit Enkelkind kommen, sind zufrieden mit dem Umzug: „Das ist in Ordnung hier. Es ist ja immer Rücksicht genommen worden auf Stadträtin Marianne Berg, die mittlerweile verstorben ist, sonst wäre man vielleicht schon früher umgezogen. Hier braucht man die Straße nicht zu sperren“, so Urban.

Nur ein kleiner Kritikpunkt

Seine Frau hat nur einen kleinen Kritikpunkt an dem für sie idealen Standort: „Die Kuchentheke ist in der Sonne. Die bräuchte einen anderen Platz.“ Für andere war der Platzwechsel erst einmal irritierend, wie etwa für Adalbert Winkler, der bei den Bierbänken an der Hüpfburg sitzt: „Am Anfang war ich eher enttäuscht, dass es nicht auf der Straße war, aber man sitzt auch hier ganz nett.“ Seine Gesprächspartnerin Ursula Heister findet: „Jetzt wird der Platz endlich mal einer sinnvollen Nutzung zugeführt.“

Ein bisschen Kritik gibt es trotzdem auch hier. „Dahinten auf der Friedrichstraße war’s schöner, weil das Fest länger war“, meint Katharina (9). Und auch das Bobbycar-Rennen war für manche auf der steilen Straße attraktiver: „Da ist meine Tochter schon mit vier Jahren begeistert heruntergesaust. Dort war mehr Auslauf“, erzählt Serena Reichert, und Tochter Céline (7) pflichtet ihrer Mutter bei. Die ganz Kleinen allerdings können nun besser fahren, berichtet Alexandra (15), die die Rennstrecke schon im vergangenen Jahr beaufsichtigt hat: „Da durften die kleinen Kinder nicht fahren und da mussten wir immer mitlaufen.“

Über mangelndes Interesse an der wenig abschüssigen Fahrt können sich die Aufpasserinnen auch nicht beklagen: „Es ist richtig gut. Jetzt sind viele Kinder da“, freut sich Helferin Lorena (15). Insgesamt ist ein bisschen weniger los als sonst und dafür gibt es einen Grund: „Dieses Mal liegt das Fest innerhalb der Ferien, da sind viele Jugendliche noch im Urlaub“, erläutert Eilhard-Papouschek.

Und so geht es weiter

Ob das Brunnenfest nun immer am neuen Standort bleiben wird, hängt von den Reaktionen der Besucher ab. Eines aber wünscht sich nicht nur Vereinsmitglied Paul-Dieter Emmel, nämlich helfende Hände: „Es ist schwer, Freiwillige zu finden. Wenn’s nicht besser mit den Helfern wird, schläft das Fest vielleicht auch mal ein.“

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