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FASD durch alkoholkranke Mütter: Fetales Alkoholsyndrom: Wie Kinder leiden

Unser Beitrag „Der Kampf der Adoptiveltern“, in dem es um eine Adoptivfamilie geht, deren Kinder unter dem Fetalen Alkoholsyndrom (FASD) leiden, hat hohe Wellen geschlagen. Viele haben sich bei der TZ gemeldet – unter anderem eine Frau aus Neu-Anspach, die vor einem Jahr die Selbsthilfegruppe FASD Hochtaunus gegründet hat.
Kinder, deren Mütter ein Alkoholproblem haben, sind öfter verhaltensauffällig. Foto: Andrea Warnecke Bilder > Kinder, deren Mütter ein Alkoholproblem haben, sind öfter verhaltensauffällig. Foto: Andrea Warnecke
Hochtaunus. 

Als Antje Nau sich vor zehn Jahren dazu entschlossen hat, für die Jugendhilfe tätig zu werden, tat sie das in dem Wissen, dass sie es mit Kindern zu tun haben würde, die möglicherweise aus problematischen Verhältnissen stammen. „Viele der Kinder können traumatische Erlebnisse hinter sich haben, geschlagen oder misshandelt worden sein oder Opfer sexueller Gewalt geworden sein. Das muss einem klar sein, wenn man in der Jugendhilfe tätig ist“, sagt die 45 Jahre alte Neu-Anspacherin.

Mit Verhaltensauffälligkeiten kennt sie sich schon von Berufs wegen aus. Zunehmend fielen ihr Kinder auf, die besondere Verhaltensauffälligkeiten aufwiesen. „Mir war schnell klar, dass mit diesen Kindern etwas nicht stimmt“, sagt Nau. Der Kopf der Kinder sei für ihr Alter viel zu klein gewesen, und auch ihre Aufmerksamkeitsspanne habe nicht länger als zehn Minuten gereicht. „Das konnte dazu führen, dass man ein Kind zum Kartoffelnholen in den Keller schickte und es mit Apfelsaft wieder hoch kam.“ Es dauerte mitunter lange, bis die Diagnose FASD – Fetales Alkoholsyndrom – festgestellt wurde. Das ist eine Krankheit, von der Kinder betroffen sind, deren Mütter während der Schwangerschaft Alkohol getrunken haben.

Zum Thema: So erkennt man die Krankheit

Mütterlicher Alkoholkonsum während der Schwangerschaft ist eine häufige Ursache für angeborene Fehlbildungen, geistige Behinderungen, hirnorganische Beeinträchtigungen, Entwicklungsstörungen und extreme Verhaltensauffälligkeiten.

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„Die Symptome von FASD ähneln einer Mischung aus Aufmerksamkeits-Defizits-Syndrom (ADHS), Demenz und Autismus, und das macht die Diagnostik so schwer“, weiß Nau heute. Die Kinder, die unter FASD litten, seien zappelig, in allem, was sie täten ganz schnell, aber stark auf Rituale fixiert. „Alles muss immer gleich sein.“ Vergesslichkeit sei ebenfalls an der Tagesordnung – was das Lernen in einer Regelschule schwierig machen kann. Und was das soziale Miteinander angehe: „Ein Verhältnis von Nähe und Distanz kennen die Kinder nicht. Entweder sie umarmen einen ständig, oder aber sie ignorieren einen komplett. Für andere Kinder ist das kaum zu verstehen.“ Grundsätzlich aber seien diese Kinder liebenswert und bemüht zu gefallen.

Nau las sich in die Thematik ein, um diese Kinder besser zu verstehen und wurde auf den Verein FASD Deutschland aufmerksam, einen Zusammenschluss von Adoptiveltern, Pflegeeltern, leiblichen Eltern und an FASD interessierten und von FASD betroffenen Menschen. Dieser will über FASD aufzuklären. Der Verein arbeitet mit Ärzten, Hebammen, Selbsthilfegruppen und Spezialisten verschiedener Bereiche zusammen, um Menschen mit FASD in allen Altersstufen zu helfen und neue Erkenntnisse zum Thema zu erzielen. Nau war so angetan, dass sie sich dazu entschloss, eine Selbsthilfegruppe im Hochtaunuskreis zu gründen.

Ein Jahr ist das jetzt her – und der Kreis derer, die die Gruppe besuchen, wächst und wächst. 13 Familien – Adoptiv- und Pflegefamilien – mit Kindern aller Altersklassen treffen sich alle acht Wochen, jeweils von 20 Uhr an, in der Wilhelm-Leuschner-Straße 5 in Neu-Anspach. Der nächste Termin findet am Mittwoch, 9. April, statt. Die Gruppe ist stets offen, wer Interesse hat, kommt einfach dazu. Weitere Informationen gibt es im Internet auf www.genauso.net

 

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