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Für Jugend und Klimaschutz

Sie haben Berufserfahrung und ein enormes Wissen in Sachen naturverträgliche Nutzung von Ressourcen: Ruheständler betreuen internationale Projekte und helfen Berufsanfängern.
Engagiert für die Nachhaltigkeit (von links): Simone Sauer, Elke Krey, Georg Kraft, Werner Neuhauß und Karen Polaz.	Foto: cg Engagiert für die Nachhaltigkeit (von links): Simone Sauer, Elke Krey, Georg Kraft, Werner Neuhauß und Karen Polaz. Foto: cg
Friedrichsdorf. 

Mensch, Natur und Klima gehören zusammen: „Der Mensch kann nur überleben, wenn das Klima und die Natur möglichst so bleiben, wie sie jetzt sind. Verändern sich dagegen Klima und Natur schneller als der Mensch sich anpassen kann, wird er eines Tages nicht mehr existieren können“, erklärt Georg Kraft (65) - und beschreibt damit, warum Nachhaltigkeit für den Menschen lebenswichtig ist. Im Jahr 2008 hat er das „Friedrichsdorfer Institut zur Nachhaltigkeit“ (IzN) gegründet, ein gemeinnütziger Verein, der inzwischen 20 Mitglieder hat - und sein erstes kleines Jubiläum feiern kann: Das fünfjährige Bestehen.

2008 war auch das Jahr, in dem Kraft in den Ruhestand gegangen ist. Bis dahin hatte der Diplom Wirtschaftsingenieur bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Frankfurt gearbeitet - ebenfalls im Bereich Nachhaltigkeit. Mit anderen Ruheständlern hat er sich danach zusammengetan, um sich weiter für den Schutz von Umwelt und Klima einzusetzen. „Wir haben einen enormen Wissenspool und viel Berufserfahrung. Das wollen wir weitergeben“, sagt er. Bei der IzN geht es unter anderem um die Beratung von Banken in Sachen Finanzierungsmodelle von Umweltschutz- und Nachhaltigkeits-Projekten. In der Vereins-Satzung heißt es: „Der Verein soll insbesondere erfahrenen Experten, die aus Altersgründen nur noch in beschränktem Umfang berufstätig sein wollen (Rentnern und Pensionären), die Möglichkeit bieten, ihr Fachwissen weiterhin anzuwenden und auch an Berufsanfänger weiterzugeben“.

Der Verein fördert daher auch Studenten wie die brasilianische Anthropologin und Soziologin Karen Polaz (27). Sie studiert an der Universität Campinas (Brasilien) und arbeitet an einer Sozialstudie über Energieeffizienz in Sozialwohnungen in Mérida (Mexiko). „Das ist eine besonders warme und feuchte Gegend“, erklärt sie. „In den Wohnungen wird es sehr warm, die Bewohner kaufen sich deshalb Ventilatoren oder alte Klima-Geräte, die viel Strom brauchen. Jetzt sollen 600 000 neue Wohnungen gebaut werden, die Häuser müssen so ausgerichtet werden, dass die Fenster beschattet sind. Und die Wände müssen besser isoliert werden.“ Derzeit ist sie an der Technischen Universität Darmstadt, die mit der Uni in Campinas kooperiert. Auch diese Zusammenarbeit wird vom IzN unterstützt.

Weitere junge Leute, die schon an IzN-Auslandsprojekten mitgearbeitet haben sind Kevin Smith, Hermine Kleymann, Aleksandar Varnev, Hugh Lyons, Hannes Kraft, Heiko Störkel, Nicole Langrock, Sandra Li Männel, Meike Dalchow und Edith Fiedor. In Deutschland haben Julia Wacket, Michael Jarosch, Hanna Kiefer, Martin Möller und Lilia Toma den Verein bei der Projektarbeit unterstützt.

Krankenhaus-Umbau

In Konkurrenz zu kommerziellen Beratungsunternehmen tritt der Verein nicht: „Wir bekommen aber Aufträge von Organisationen wie der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GiZ), der Beratungsfirma Gopa und der KfW“, sagt Kraft. „Das sind dann Sachen, für die diese Organisationen selbst keine Kapazitäten haben.“ Weitere Auftraggeber und Projektpartner sind der WWF Deutschland und Russland, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die chinesische EximBank, die philippinische Landesbank, die Mexikanische Regierung und der Moldau Sozial Investment Fund.

Die KfW etwa finanziere den Umbau von Krankenhäusern in Regionen, die immer wieder von Unwetter heimgesucht werden. „Da geht es darum, die Kliniken vor Sturm, Überschwemmung, den Folgen extremer Trockenheit und Grundwasserverlust (weil Salzwasser eindringt) zu schützen“, sagt Kraft. Und der Diplom-Ökonom Werner Neuhauß (63), der ebenfalls von der KfW kommt und zum Verein gehört, erklärt: „Außerdem werden mit solche Fördermitteln Grundschul-Gebäude so stabil gebaut, dass sie bei Bedarf auch als Schutzraum dienen können.“

Aktiv war der Verein unter anderem auch in Abu Dhabi und Dubai, Brasilien, Indien, Sri Lanka, Pakistan, Rumänien, und Südafrika sowie in den Mitgliedsländern der Afrikanischen Union. Weitere Experten und IzN-Mitglieder sind Jürgen H. Lottmann, Prof. Dr. Hermann Rump, Rolf Seifried, Reinhard Dalchow, Michael Götze und Prof. Dr. Klaus Stocker.

Spenden für Andere

„Das Einkommen des Vereins besteht aus Honoraren für Beratungsleistungen.“ Von dem Geld wiederum werden unter anderem Projekte anderer Vereine mit Spenden unterstützt. Dazu gehören: das Paco Project in Manila, die Integrative Schule Telavi, der Arbeitskreis Asyl, und die Entwicklungshilfe-Organisation Herzen für eine Welt. Ein Teil der Einnahmen aus dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb wird auch an Vereinsmitglieder für erbrachte Leistungen ausgezahlt. Im Übrigen erfolgen alle Tätigkeiten für den Verein ehrenamtlich - bis auf die Vorstandsassistentin Elke Krey (51), die als geringfügig Beschäftigte geführt wird. Sie ist Juristin und hat sich unter anderem um die rechtlichen Fragen beim Thema Energie-Suffizienz vom Bürogebäuden in Indien gekümmert. Und Simone Sauer (19) hat gerade ihr Abitur gemacht und jobbt jetzt, zwischen Schule und Uni, beim IzN: Sie schreibt Protokolle zur Projektplanung.

IzN-Gründer Georg Kraft ist geschäftsführender Vorstand. Er war zudem jahrelang Vorsitzender des BUND Friedrichsdorf. Derzeit gehört er noch zum Vorstand, zudem ist er im BUND-Kreisvorstand. Infos zum IzN gibt es auch im Internet: www.izn-friedrichsdorf.de.

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