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Hoffen auf 50 Prozent

Von Während beim Europa-Tag in Wehrheim Hochstimmung herrschte, wich die Feierlaune beim Blick auf die in zwei Wochen anstehende Europawahl bei Vielen tiefer Nachdenklichkeit.
Europa, das ist eine Gemeinschaft aus vielen Nationalitäten, die miteinander auskommen. Bühnenszene mit Gregor Sommer (mit Krawatte).	Foto: Gerrit Mai Europa, das ist eine Gemeinschaft aus vielen Nationalitäten, die miteinander auskommen. Bühnenszene mit Gregor Sommer (mit Krawatte). Foto: Gerrit Mai
Wehrheim. 

„Gehen Sie wählen!“, war beim Europa-Tag des Hochtaunuskreises in Wehrheim ein oft gehörter Appell. Die spannende Frage wird sein, ob er im Taunus gehört wird. Eine „Beteiligung wie bei der Bundestagswahl“ wünscht sich Landrat Ulrich Krebs, „aber sie wird deutlich niedriger sein“, gesteht er ein. „50 Prozent wären schon schön“, so Helmut Lind (FDP) von der Europa-Union und ergänzte: „Ich will nicht an ein Worst-Case-Szenario denken – deswegen sage ich dazu lieber nichts.“ Die Werbung für die Europapolitik sei ja schon immer ein „Kampf gegen Windmühlen“, weiß Europa-Unions Kreistagsvorsitzende Hildegard Klär (SPD). „Es gibt eben keine europäische Öffentlichkeit.“

Schuldige für die Misere kennt die Politik viele. Die Medien berichteten unausgewogen. Doch es gibt auch die Einsicht, dass es sich die Politik selbst zu einfach gemacht habe. „Wenn etwas gut läuft, war es das Verdienst von Berlin. Unangenehme Entscheidungen sind von Brüssel zu verantworten“, sagte Klär. Dass darüber hinaus viele Menschen die Errungenschaften der europäischen Einigung mittlerweile als zu selbstverständlich wahrnehmen, kann der Europaabgeordnete Dr. Wolf Klienz (FDP) hingegen verstehen.

So könnten in seinen Augen ausgerechnet die aktuellen „Krisen vor unserer Haustür“ die Wahlbeteiligung erhöhen.

Doch es gibt auch positive Stimmen. Dass die parallel anstehende Bürgermeisterwahl in Kronberg mit nur einem Kandidaten Auswirkungen auf die Europawahl hat, glaubt zumindest der Erste Stadtrat der Burgstadt, Jürgen Odszuck (parteilos): „Die Wahlen werden hoffentlich die Beteiligung wechselseitig nach oben treiben.“
 

Europatag-Gastgeber Gregor Sommer (CDU) rechnet für seine Kommune „realistisch-optimistisch mit 60 Prozent Wahlbeteiligung“. Die Veranstaltung in der Neuen Mitte helfe dabei, das Interesse an Europa zu stärken.

Die Infomaterialien zur EU und der Europawahl wurden zumindest stark nachgefragt. Grundschullehrerin Uta Imandt orderte gleich einen ganzen Klassensatz für ihre Drittklässler. „Noch ist für die Schüler Schmitten die ganze Welt – aber sie sollen mitbekommen, dass sie Teil von etwas Größerem sind“, so Imandt. „Außerdem sollen sie ihre Eltern überzeugen, zur Wahl zu gehen.“

Heidrun Reichelbach aus Glashütten-Oberems hat ebenfalls Broschüren mitgenommen. „Bislang habe ich noch nie bei der Europawahl mitgemacht, weil ich dachte, das bringt ohnehin nichts.“ Nun wolle sie sich aber informieren. Wie die Chance steht, dass sie am 25. Mai tatsächlich ins Wahllokal geht? „50 Prozent.“

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