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Klares Ja zum „Kontinent der Vielfalt“

Die Europawahl kann kommen – die Königsteiner sind bereit und informiert. Beim Europafest am Sonntag hatten viele Kurstädter die Gelegenheit genutzt, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Bleibt zu hoffen, dass der Andrang an den Wahlurnen am 25. Mai ähnlich groß sein wird.
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Königstein. 

Ganz schön abstrakt, dieser Begriff: Europa. Manche verbinden damit bloß den Kontinent, auf dem sich ihr Heimatland befindet. Manche haben Angst um die Souveränität ihres Herkunftslandes, wenn sie an die Europäische Union denken. Andere begreifen das Zusammenrücken der 28 Mitgliedsstaaten als große Chance für Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft.

Am Sonntag, 25. Mai, steht die bereits achte Europawahl an – und 380 Millionen Europäer sind dazu aufgerufen, sich ein neues Parlament zu wählen. Doch nicht alle Wähler wissen, wo und warum sie überhaupt ein Kreuz auf dem Wahlzettel abgeben sollten.

Um den Menschen in Königstein die Wichtigkeit und Besonderheit der Europawahl näherzubringen, hatte Dr. Jürgen Bokr, Europa-Beauftragter der Kurstadt-FDP, am Sonntag Parteien, Vereine und Gewerbetreibende unter dem Banner der EU vereint und zum „Europafest“ auf den Kapuzinerplatz geladen.

Gekommen waren neben den Mitgliedern der FDP auch Vertreter von CDU, SPD und Grünen. Sie stellten sich den dringendsten Fragen der Bürger und gaben Antworten darauf, weshalb es notwendig ist, am kommenden Sonntag zur Wahl zu gehen.

Bokr erklärte am Rande des Festes: „Das, was wir hier machen, das ist gelebte Demokratie, das ist Transparenz. 140 Frauen und Männer wirken hier an diesem Fest mit und arbeiten überparteilich Hand in Hand zusammen.“ Gemeinsam wolle man Werbung für Europa machen: „Das Europafest verbindet Information und Kultur.“ Und diese Kombination kam bei den Kurstadt-Bürgern gut an.

Während auf dem Podium und im Publikum die hessischen Spitzenkandidaten Udo Bullmann (SPD), Thomas Mann (CDU) und Wolf Klinz (FDP) das Gespräch mit den Bürgern suchten, demonstrierten die Königsteiner Partnerschaftsvereine, wie eng Europa mittlerweile zusammengerückt ist.

 

Vorbildliche Partner

 

Simone Monthuley vom Partnerschaftkomitee Falkenstein – Le Mêle-sur-Sarthe warb während des Vormittags für die europäische Idee und berichtete: „Unser Verein verkörpert die deutsch-französische Freundschaft ja geradezu beispielhaft. Zudem bin ich auch mit einem Franzosen verheiratet, daher fällt es mir nicht schwer, für Europa zu werben.“

Während sich zahlreiche Festbesucher die französischen Spezialitäten des Förderkreises der Städtepartnerschaft Königstein – Le Cannet schmecken ließen, erklärte Vorsitzender Dr. Reinhard Siepenkort: „Wir müssen von unserem demokratischen Grundrecht Gebrauch machen und zur Wahl gehen. Wir dürfen den Extremisten nicht das Feld überlassen. Wir müssen unseren Einfluss geltend machen.“ Siepenkorts Devise lautet: „Weg vom Nationalismus und hin zu Europa!“

Auch Maryam Javaherian, Vorsitzende des Königsteiner Ausländerbeirats, warb während des Festes für die Europawahl. Sie verteilte Flyer und versuchte, mit den umstehenden Menschen ins Gespräch zu kommen: „Es ist ein wunderbares Fest, die Besucher sind sehr aufgeschlossen. Wir versuchen, sie zu motivieren, sich für die europäische Idee stark zu machen. Denn ein geeintes Europa hilft uns allen.“

Während die Festgäste auf Bierzeltgarnituren saßen, über Grenzfreiheit, Mobilität, Agrar- und Fischereipolitik diskutierten, enterte Christian Falkowski die ausladende Bühne auf dem Kapuzinerplatz. Der ehemalige hochrangige EU-Diplomat erläuterte: „Die Menschen auf dem Maidan-Platz haben für etwas demonstriert, das uns selbstverständlich erscheint. Sie haben demonstriert für ein Leben in Freiheit, mit Demokratie, Rechtstaatlichkeit und Meinungsfreiheit.“

Die Europäische Union sei bei vielen als politische Gemeinschaft hinterlegt, in der sich Demokratien und pluralistische Gesellschaften freiwillig zusammenfinden, mit einem Mehrwert gegenüber anderen Formen gesellschaftlichen Zusammenlebens. Falkowski stand in seiner Rede für ein gemeinsames Europa ein und rief: „Europa ist ein Kontinent der Vielfalt, geprägt durch seine Völker und Kulturen.“

 

Plädoyer für das Ganze

 

Falkowski, der als Botschafter EU-Delegationen in Pakistan, Jordanien, Jemen, Ägypten und Wien leitete, sprach während des Königsteiner Europafestes auf Einladung aller Fraktionen. Initiator Bokr erklärte, dass es etwas Zeit gebraucht habe, einen Redner zu finden, mit dem sich alle teilnehmenden Parteien einverstanden zeigten. In Falkowski habe man einen überzeugten und überparteilichen Europäer gefunden. Das sahen auch die rund 100 aufmerksam lauschenden Zuhörer so und spendeten dem Redner zustimmenden Beifall.

Dieses erste Königsteiner Europafest machte Mut und brachte gute Laune – eine tolle Werbung für die europäische Idee.

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