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Klarinettenklänge unterm Sonnenschirm

Ebenso kurzweilig wie unterhaltsam gestalteten der Klarinettist Alexander Rodin und sein Trio eine Jazz-Matinee auf der gut besuchten Sonnenterrasse des Café Eiding.
Bad Homburg. 

Vom heiteren, leichten Leben während des Sommers träumt die junge Frau. Doch die Musik erzählt etwas ganz anderes. Schwermütig, melancholisch, sehnsuchtsvoll zieht langsam George Gershwins „Summertime“ dahin. Die eigentümliche Stimmung und Atmosphäre des Wiegenlieds aus der Oper „Porgy and Bess“ leuchtete das Jazz-Trio Alexander Rodin bei seiner Matinee ebenso dicht wie farbenreich aus. Südstaatenhitze auf der angenehm temperierten Sonnenterrasse des Café Eiding.

Dort machten es sich mehr und mehr Zuhörer bequem, genossen Tee oder Kaffee und ein Stück deliziösen Erdbeerkuchen und lauschten den Klängen unter den Sonnenschirmen. „Und der Haifisch, der hat Zähne“, Improvisationen über die hintergründig böse Moritatenmelodie Kurt Weills, eröffneten den facettenreichen Reigen über mehr als drei Stunden hinweg. Die Kombination von Klarinette, Piano und Kontrabass erwies sich als optimal für den „Spielplatz“. Klarinettist Rodin reizte sowohl die farblichen als auch die dynamischen Möglichkeiten seines Instruments weit aus, Pianist Vitaliy Baran steuerte perlende Klavierläufe bei und Kontrabassist Don Hein bot geschmeidig federnden, gleichwohl sicher stützenden Rhythmus.

Dabei setzte das Ensemble weniger auf spektakuläre Effekte, vielmehr auf differenziertes Ausmusizieren, auf das Erzählen von Geschichten. Was sich aus einer vergleichsweise simplen Melodie wie „Hello Dolly“ alles herausholen lässt, zeigte sich auf diese Weise. Manch immer leiser werdender Ausklang nahm für sich ein. Aber auch Klezmer-Stücke mit spannend aufgebauter, rasender Schlusssteigerung sowie das unverwüstliche „Oh when the Saints“ steckten zum rhythmischen Mitschwingen an. Musikalischen Balsam verstrich „Bei mir bistu schoen“, ehe mit „Yes Sir, that’s my Baby“ eine beschwingte Zugabe erklang.

Sehr zufrieden zeigte sich Organisator Volker Northoff mit der Publikumsresonanz des dritten Jazz-Konzerts im Rahmen von „Swinging Castle“. Sowohl die Jazz-Reihe als auch der „klassische“ Konzertzyklus (Castle Classics) finden seinen Worten zufolge ihr jeweiliges Publikum. Von daher sei es sinnvoll, zu unterscheiden und keine sogenannten Cross-Over-Programme, die unterschiedliche Musikrichtungen und -stile mehr oder weniger gelungen miteinander vermengen, anzubieten.

(bol)
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