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Konfettiregen im Haus Altkönig

Bekanntlich entbinden die Narren bis zum Aschermittwoch die Stadtoberhäupter von ihren Pflichten. Dem kam Bürgermeister Klaus Temmen mit einer freiwilligen Schlüsselübergabe zuvor. Einer von vielen Höhepunkten, die die Fastnachtssitzung der Fichtegickel am Freitagabend zu bieten hatte.
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Oberhöchstadt. 

Hier weiß man Fassenacht zu feiern: Das gut gelaunte, närrische Publikum tanzte am Freitagabend schon stehend an den Tischen, da waren Sitzungspräsident Orlando Kieser und seine Genossen vom Elferrat vom KV 02 Oberhöchstadt noch nicht einmal in die festlich geschmückte Narrhalla eingezogen. Im nahezu voll besetzten Saal im Haus Altkönig wurde zu den rockig-poppigen Klängen der „Colibris“ geschunkelt, geklatscht und aus vollem Halse mitgesungen. Seit einer „gefühlten Ewigkeit“ kommt die Usinger Stimmungs-Band zur Fassenacht nach Oberhöchstadt und liefert so den unverzichtbaren Soundtrack zum fulminanten Sitzungs-Programm der „Fichtegickel“. Auch Bürgermeister Klaus Temmen und Erster Stadtrat Jürgen Odzuck (beide parteilos) hielt es da nicht auf den Stühlen. Und sogleich trat der Rathauschef auch auf der Bühne in Aktion, zur „freiwilligen Schlüsselübergabe“. Mit zwinkerndem Auge übergab Temmen dem Elferrat den symbolischen Schlüssel fürs Rathaus und nutzte seinen Auftritt sogleich für seinen Wahlkampf: „Soll ich im nächsten Jahr hier wieder stehen, müsst ihr im Mai zur Wahl all gehen.“

 

Keine Nachwuchssorgen

 

Für Protokollant Hans-Georg Kaufmann war dies ein gefundenes Fressen für seine scharfe Bestandsaufnahme der vergangenen zwölf Monate. Uli Hoeneß und Alice Schwarzer, Hans-Peter Friedrich und Sebastian Edathy, der ADAC und Tebartz-van Elst („Der teuerste Bischof aller Zeiten“) bekamen da ihr Fett weg, genauso wie die lokalpolitischen Ereignisse des letzten Jahres. Kaufmann ließ den Abischerz der Altkönigschule Revue passieren, fragte nach den Öffnungszeiten der öffentlichen Toiletten am Dalles und berichtete, wie er ein Telefonbuch im Bücherschrank in der Ortsmitte fand. Zustimmender Applaus und lobende Pfiffe hallten nach der pointierten Rede durch den Saal.

Weitere Bilder zu den Fastnachtssitzungen im Rhein-Main-Gebiet finden Sie in unserem großen Fastnachts-Special

„Die Jugend von heut’ ist die Fassenacht von morgen“, stellte Sitzungspräsident Kieser fest und machte damit sogleich auch deutlich, dass sich die Oberhöchstadter „Fichtegickel“ um den Nachwuchs keine Sorgen machen müssen. Mit großem Engagement, bemerkenswerten Choreographien und ausgetüftelten Tanzeinlagen fegten die jungen Mädels des Vereins der „Kleinen Garde“, der „Mittleren Garde“ und auch der „Großen Garde“ über die Bühne. Hebefiguren wurden da gezeigt, die „Super Girls“ hielten Einzug und Tanzmariechen Lisa Hoffmann sorgte mit ihrem imposanten Auftritt für regelrechte Jubelstürme. Zugabe um Zugabe wurde da gefordert und die jungen Tänzerinnen folgten den euphorischen Rufen gerne.

Hoher Besuch stand bei der Fremdensitzung ebenfalls ins Haus: Prinz Benjamin I. aus Oberursel stattete den „Fichtegickel“ mit samt seinem närrischen Hofstaat einen Besuch ab, wie auch Fabienne als Sodenia die 66. von Bad Soden. „Treibt’s bunt, habt Spaß, seid auch mal blau – Oberhöchstadt drei Mal Helau!“, lautete der Gruß der Prinzessin und ihr Hofnarr Nils feuerte dazu Konfettikanonen von der Bühne ab.

 

Marsch- und Popmusik

 

Zu einem der großen Höhepunkte der Sitzung geriet der Auftritt des Königsteiner Fanfarencorps, der mit flotter Marschmusik, Pop-Songs im Big-Band-Gewand und schwarz-weißer Uniform durchs Publikum zog. Da wurde selbst Billy Idols „Rebel Yell“ zur Fastnachtshymne umgebaut und mit lauten Bläserarrangements den Oberhöchstadter Narren kräftig eingeheizt.

 

Mit scharfzüngigen Büttenreden, gewitzten Choreographien und einem spritzigen Elferrat spielte der KV 02 seine gesamte Fassenacht-Erfahrung aus und zeigte einmal mehr, dass hier seit jeher eine der unterhaltsamsten Sitzungen der Region abgehalten wird.

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