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Lenz schließt und macht weiter

Er hat den Hugenottenmarkt, den Gewerbeverein, den Weihnachtsmarkt und den Gewerbeball aus der Taufe gehoben. Jetzt schaltet Radio- und Fernsehtechniker-Meister Detlef Lenz einen Gang zurück. Das hat auch ein bisschen mit Malerei zu tun.
Er schraubt weiter: Detlef Lenz schließt seinen Laden, aber der Service für seine Kunden bleibt.	Foto: jp Er schraubt weiter: Detlef Lenz schließt seinen Laden, aber der Service für seine Kunden bleibt. Foto: jp
Friedrichsdorf. 

Die gute Nachricht zuerst: Detlef Lenz mischt weiter mit, beim Hugenottenmarkt und im Handels- und Gewerbeverein Aktives Friedrichsdorf. Die nächste gute Nachricht: Wer seinen Fernseher reparieren lassen möchte, der kann sich auch künftig bei dem Radio- und Fernsehtechniker-Meister melden. Das Einzige was im neuen Jahr nicht mehr geht: Bei Radio Lenz im Laden in der Hugenottenstraße 114 einkaufen. Lenz schließt sein Geschäft nach 40 Jahren.

Der Grund: Im vergangenen März ist er 60 Jahre alt geworden. Zeit für den gebürtigen Berliner, ein kleines bisschen kürzer zu treten. "Der Service läuft weiter, da arbeite ich auch schon länger mit einem Kollegen aus Köppern zusammen. Wir vertreten uns gegenseitig", berichtet Lenz. Zu Hause hat er sich jetzt eine kleine Werkstatt eingerichtet. "Die Geschäfts-Telefonnummer nehme ich mit." Aber für den Laden mit den regelmäßigen Öffnungszeiten hat er keinen Nachfolger gefunden. "Die Konkurrenz in unserer Branche ist extrem."

Das neue Einkaufszentrum, das jetzt auf dem Milupa-Gelände gebaut wird, sei jedoch nicht der Grund für die Schließung des Geschäfts gewesen: "Meine Kunden gehen nicht gern in Großmärkte. Ihnen ist guter Service vom Fachmann wichtig, und dass sie der Fachmann weiter betreut." Schon 1973 hatte sich der jetzige Ehrenvorsitzende von Gewerbeverein und Hugenottenmarkt-Förderverein selbstständig gemacht. "Damals war ich 21 Jahre alt."

Bürgermeister-Wette

Er war aus Frankfurt gekommen, um das Friedrichsdorfer Radio-Geschäft Jugl, das sich damals in der Hugenottenstraße 108 befand, zu übernehmen. 1978 zog er – für 20 Jahre – in die Hugenottenstraße 83. Später war er – bis 1998 – mit seinem Laden auf dem Landgrafenplatz anzutreffen. Das jetzige Geschäft liegt gegenüber dem Institut Garnier. Insgesamt fünf Lehrlinge hat er ausgebildet und immer wieder Gesellen beschäftigt.

Die Idee mit dem Hugenottenmarkt kam ihm eines Abends in einem Lokal beim Glas Wein mit einem Schulfreund. 1981 hob Lenz, der seitdem auch als "Vater des Hugenottenmarktes" bekannt ist, das beliebte Straßenfest aus der Taufe – gemeinsam mit anderen Gewerbetreibenden. Aus der gleichen Gruppe Aktiver entstand kurze Zeit später der Gewerbeverein. Der organisierte dann später auch – wieder mit Lenz als treibender Kraft – mehrere Jahre hintereinander den Gewerbeball "Goldener Oktober" samt Tombola.

Der Friedrichsdorfer Weihnachtsmarkt folgte 1990 – nach einer Wette mit dem damaligen Bürgermeister Gerd Schmidt. "Der hatte nach einer Gewerbevereins-Sitzung in geselliger Runde bezweifelt, dass wir einen Weihnachtsmarkt organisieren können." Der Einsatz des Rathauschefs: "Wenn wir den Weihnachtsmarkt hinbekommen, zahlt er uns 500 Mark für die Musik."

Lenz und weitere Gewerbevereins-Aktive organisierten prompt, zusammen mit dem damaligen Wirt vom Dillinger Eck, ein Zelt, sowie Bratwurst- und Glühweinstand. – Und der Bürgermeister musste den Zither-Spieler bezahlen. Der Weihnachtsmarkt-Slogan "Der Landgraf im Maronenduft" übrigens ist dem Organisationskomitee um Lenz auch noch bei den Vorbereitungen im Dillinger Eck eingefallen. Und die Weihnachtsbeleuchtung für die Hugenottenstraße hat der Gewerbeverein ebenfalls besorgt.

Beide Feste laufen nun schon seit Jahren erfolgreich. Jedoch hat die Stadt, wie berichtet, inzwischen die Weihnachtsmarkt-Organisation übernommen. Lenz könnte sich also zufrieden zurücklehnen. Aber er will ja weiter aktiv bleiben, vor allem in Sachen Hugenottenmarkt: "Es macht Spaß, wenn man das richtige Team um sich hat. Das zeigt der Erfolg."

Und noch etwas steht fest: Im neuen Jahr hat Lenz sicher ein bisschen mehr Zeit für seine Frau, seine beiden erwachsenen Kinder und die beiden kleinen Enkel. Und dann will er sich auch wieder mehr mit seinen Hobbys beschäftigen: "Ich male surrealistische Bilder in Öl, fertige Collagen aus Samt, Steinen aus dem Meer und aus Treibholz, und ich schweiße Objekte aus Stahl zusammen.

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