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Musikalischer Hochgenuss mit dem Geschmack von süßen Äpfeln

Von Der Rotary Club Bad Homburg empfing am Sonntag seine Gäste zum Neujahrs-Benefizkonzert in der Schlosskirche mit einem Programm aus der Schatzkiste historischer Kostbarkeiten.
Bad Homburg. 

Man stelle sich einen hochmusikalischen Fürsten von Eszterházy vor, versiert auch als Instrumentalist, der zudem so reich ist, dass er es sich leisten kann, einen Kapellmeister und Hofkomponisten zu beschäftigen. Zwischen dem Familiensitz in Eisenstadt am Neusiedlersee, Wien und dem Schloss Eszterháza in Fertod in Westungarn spielt sich das Leben des Hofes ab und immer mit von der Partie ist Joseph Haydn – um ihn handelt es sich hier und um Fürst Nikolaus I. Letzterer musizierte als großer Musikkenner sehr passioniert auf dem Baryton und gab bei Haydn nahezu 130 Trios für sein Instrument, Viola und Violoncello in Auftrag, von denen am Sonntag vier Divertimenti aufgeführt wurden.

Rainer Zipperling, Bad Homburger und Rotarier, erwies sich hierbei als hervorragender Interpret in der Tradition berühmter Baryton-Spieler. Das Trio wurde ergänzt von Irmgard Schaller (Viola) und Julie Borsodi (Violoncello), alle drei Musiker Mitwirkende im Orchester des 18. Jahrhunderts von Frans Brüggen. Höchste Qualität war also für den Vortrag garantiert. Die Künstler musizierten mit außerordentlicher Virtuosität, genossen selbst die Musik und ihr Spiel in der guten Akustik des Raums.

Die Zuhörer hatten mit dieser Unterhaltungsmusik der Wiener Klassik viel Vergnügen und Spaß, ganz so wie es die Übersetzung des Wortes Divertimento verspricht. Nr. 101 in C-Dur, Nr. 87 in a-Moll und Nr. 109 wieder in C-Dur sind dreiteilig, ein Menuett mit Trio ist immer dabei und meist ein langsamer und ein schneller Satz. Der Einfallsreichtum Haydns konnte einmal mehr bestaunt und bewundert werden. Der berühmte Satz erläutert diese Gabe: „Ich war von der Welt abgesondert, niemand in meiner Nähe konnte mich an mir selbst irremachen und quälen, und so musste ich original werden.“ Divertimento Nr. 97 in D-Dur, die festlichste aller Tonarten, entstand anlässlich der Geburt des Stammhalters Nikolaus II. in sieben Sätzen, würdevoll, fröhlich, verspielt dem Ereignis angemessen; genutzt hat es ihm nicht viel, er soll ziemlich unmusikalisch gewesen sein.

Rainer Zipperling konnte hierbei die Möglichkeiten seines alten Instruments in schönster Weise zur Geltung bringen. Die aus Eisen gezogenen neun Resonanzsaiten bringen die sechs Darmsaiten durch Obertöne auf eigene Weise zum Klingen, so dass der Klang sich gut von Viola und Cello abhebt; sie können aber auch durch den Hals des Instruments hindurch mit dem Daumen der linken Hand gezupft werden. Die Zuhörer machten ihrer Begeisterung am Ende alle Ehre. Doch zuvor erzählte Reinhard Fröhlich in Vertretung des derzeitigen Präsidenten eine ausführliche Geschichte, die in der Zeit der Errichtung des Homburger Schlosses begann, die Entstehung der drei Zweige der Rotarier erläuterte, am Kleinen Tannenwald vorbei zum Platzenberg mit seinen Apfelbaumwiesen führte und schließlich die beiden mit Äpfeln gefüllten Kisten in der Schlosskirche erklärte: Wer für das Projekt „Gesunde Kinder“ spendete, durfte in die Kiste greifen und sich am herzhaft gesunden Geschmack der Früchte erfreuen, von dem die Kinder in Schulprojekten erst noch überzeugt werden sollen.

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