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Neue Bäume für den Feldberg

Von Holzeinschlag am Feldberg: Wurden schon die ersten Bäume für die Rodelbahn gefällt? Das vermutete der BUND Schmitten. Die TZ fand heraus, was wirklich dahinter steckt.
Darüber regte sich der BUND auf: gefällte Bäume am Windeck. Darüber regte sich der BUND auf: gefällte Bäume am Windeck.
Schmitten. 

Erst hatte sich der BUND Schmitten mit harscher Kritik gegen die Rodung von Fichten am Feldberg zu Wort gemeldet, gestern Nachmittag nahm er sie, nachdem er von der TZ über die Stellungnahme des Forstamtes informiert wurde, zurück.

„Ausnahmsweise gerne auf dem Holzweg“ ist die Pressemitteilung der Umweltschützer überschrieben, in der es weiter heißt: „Der BUND Schmitten ist erfreut, dass sich die Befürchtungen bezüglich der Rodung am Windeck nicht bestätigt haben“. Die Erklärung des Forstamtes zu der Maßnahme hatten die Umweltschützer überzeugt.

Zuvor zeigte sich der BUND noch sehr verärgert. „In einer Nacht -und Nebelaktion wurden fünf Schneisen durch den beliebten Wald am Windeck/Feldberg geschlagen. Für viele Wanderer und Ausflügler ist das ein beliebtes Ziel“, sagte Gerhard Mander, 1. Vorsitzender der Umweltschutzorganisation in der Feldberggemeinde.

 

Bis zum Plateau

 

Die Umweltschützer kritisierten nicht nur „die Holzernte“, sondern auch das Ausmaß der Fällarbeiten, denn es seien übermäßig viele Bäume gefällt worden. Vor diesem Hintergrund fragten sie sich, welchen Anlass es gegeben habe, „durch das gezielte Fällen alter Bäume breite Schneisen bis kurz unterhalb des Plateaus zu schlagen“?

Der Schmittener BUND stellte darüber hinaus die Vermutung an, ob vielleicht vorsorglich Fakten für einen Vergnügungspark am Feldberg geschaffen werden sollten. „Der Investor will ja bekanntlich am Windeck bauen. Von der Sommerrodelbahn bis zur beschneiten Skipiste reicht hier das Spektrum“, sagte Mander.

Außerdem beklagt sich der BUND-Chef über das „Faktenschaffen in politischen Hinterzimmern“ ohne Einbeziehung der Bürger und Naturschutzverbände. „Das würde uns nicht wundern, da dies in Schmitten übliche Praxis ist“, schimpft Mander und führt ein seiner Ansicht nach passendes Beispiel an: „Der Runde Tisch bezüglich der möglichen Freizeitattraktionen am Feldberg wurde in einer Sitzung der Gemeindevertretung beschlossen, in einer Sitzung des Tourismusausschusses aber gekippt. Ist das durch die Hessische Gemeindeordnung gedeckt? Der BUND Schmitten wagt das zu bezweifeln“, erklärte Mander.

Im Forstamt in Königstein konnte man die Aufregung des BUND nicht verstehen. „Unsere Rodungsarbeiten gehören zur naturnahen Waldbewirtschaftung. Die Fichten sind gefällt worden, da sie an einem suboptimalen Standort beheimatet und dadurch krankheitsanfällig waren“, sagt Sebastian Gräf, als Bereichsleiter zuständig für die Produktion im Forstamt Königstein.

Dass die Fichten in die Höhenlagen des Feldbergs gelangten, hat für Gräf historische Ursachen. „Die Hüttenwerke in der Region benötigten in den vergangenen Jahrhunderten sehr viel Holz als Brennstoff für die Produktion. Das hatte einen Kahlschlag am Feldberg zur Folge. Für die Wiederaufforstung wurden dann ungeeignete Fichten aus Tieflagen angepflanzt“, erklärt er.

 

Jungwald wächst

 

Und außerdem, so der Förster weiter, würden die Schneisen im kommenden Frühjahr wieder aufgeforstet. Dann soll ein typischer Bergmischwald aus Hochlagen-Fichten, Buchen, Ebereschen und Bergahorn entstehen. „In zwei, drei Jahren können wir dort, wo sich heute die Schneisen befinden, schon einen Jungwald sehen“, prophezeit Gräf.

Darüber freut sich jetzt auch Umweltschützer Mander. „Großes Lob für die Königsteiner Forstleute, dass sie wieder aufforsten. Schade aber, dass die Bevölkerung das erst über die Presse erfahren muss und nicht von der Gemeinde“, so der BUND-Chef.

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