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Preise hoch, sonst Daumen runter

Von Das Burgfest steht vor seiner Nagelprobe. Hohe Kosten und Beschränkungen der Besucherzahlen haben zuletzt die finanziellen Reserven des ausrichtenden Burgvereins aufgezehrt. Noch so ein Jahr - und es könnte vorbei sein mit dem Kultfest. Um das zu vermeiden, musste der Burgverein vor der Neuauflage vom 23. bis 26. August reagieren.
Carolin, die kommende I. ihres Namens, hat auf dem Cover des Burgfest-Buchs gut lachen: Sie wird im Jahr des großen Stadt-Jubiläums zum Burgfräulein gekrönt. Ob sie womöglich die Letzte ihres Standes sein wird? Das hofft niemand im Burgverein. Vieles, wenn nicht alles, hängt vom Verlauf des Burgfestes 2013 ab. Carolin, die kommende I. ihres Namens, hat auf dem Cover des Burgfest-Buchs gut lachen: Sie wird im Jahr des großen Stadt-Jubiläums zum Burgfräulein gekrönt. Ob sie womöglich die Letzte ihres Standes sein wird? Das hofft niemand im Burgverein. Vieles, wenn nicht alles, hängt vom Verlauf des Burgfestes 2013 ab.
Königstein. 

Stammgäste des Königsteiner Burgfestes werden in diesem Jahr an der Kasse gleich doppelt stutzen. Zum Ersten wird da niemand mehr sein, der versucht, ihnen ein farbiges Alko-Bändchen ans Handgelenk zu pressen. Zum Zweiten wird da jemand sein, der den Besuchern einen Eintrittspreis zuruft, der merklich höher ist als in den vergangenen Jahren.

Hinter beiden Überraschungseffekten stehen Lehren, die der Burgverein als Organisator des Kultfestes aus den Festen der jüngeren Vergangenheit ziehen musste. „Dass wir in diesem Jahr auf die Vergabe der Alko-Bändchen verzichten, heißt nicht, dass wir im Kampf gegen den Jugendalkoholismus die Waffen strecken. Im Gegenteil. Wir als Veranstalter wie vor allem auch die Kellerbetreiber sind nach wie vor in der Pflicht, sehr genau darauf zu achten, welchem Gast welches Getränk über den Tresen gereicht wird“, unterstreicht Birgit Becker, die Präsidentin des Burgvereins im Gespräch mit der TZ.

Vorglühen ist das Problem

Dass sich das Präsidium dazu entschlossen habe, auf die Alko-Bändchen zu verzichten, sei den Erfahrungen der Vergangenheit geschuldet. Während die Bändchen-Vergabe einen hohen Personalaufwand erforderlich gemacht habe und sich dennoch teils tumultartige Szenen an den Kassen abgespielt hätten, sei der Erfolg doch überschaubar gewesen. Becker: „Das Problem ist das Vorglühen. So lange die Jugendlichen schon vor dem Besuch auf der Burg sich in der Stadt betrinken, können wir mit den Bändchen nichts ausrichten. Hier müssen größere Anstrengungen unternommen werden.“

Größere Anstrengungen - die erwarten auch die Burgfestbesucher, müssen sie doch dieses Jahr deutlich tiefer ins eigene Portemonnaie greifen, um sich Eintritt zur Festmeile auf der Festung zu verschaffen. Für alle Besucher über 16 Jahren erhöht sich der Preis am Freitag- und Samstagabend von sieben Euro im Vorjahr auf heuer zehn Euro pro Person.

Ein Preisanstieg von drei Euro, der auch im Burgverein kontrovers diskutiert wurde - wohlwissend, dass heute ein Disco- oder Kinobesuch keineswegs billiger ist. „Das eine oder andere Mitglieder hatte angemahnt, dass zehn Euro doch eine Schallgrenze seien, die man nicht durchbrechen sollte“, betont Alexander Freiherr von Bethmann, der Schatzmeister des Burgvereins, und ergänzt: „Wenn wir, nur um diese Grenze nicht zu überschreiten, auf 9,80 oder 9,90 Euro gegangen wären, hätte das der Besucher als Entlastung kaum gespürt, uns aber an den Kassenhäuschen noch sehr viel mehr Arbeit bereitet.“ Um den Anstieg etwas abzufedern, fällt die Preiserhöhung für jüngere Leute etwas geringer aus (siehe „INFO“)

Grundsätzlich, so die beiden Führungskräfte unisono, hätte sich das Präsidium die Preiserhöhung liebend gerne gespart. Das aber hätte wohl die Absage des Burgfestes 2013 zur Folge gehabt. Die Beschränkungen der Besucherzahlen in 2011, vor allem aber die enorm gestiegenen Kosten in Folge des neuen Sicherheitskonzeptes für die Burg haben das finanzielle Polster des Burgvereins restlos aufgebraucht. Becker: „Uns ist es wichtig, öffentlich und transparent unsere Beweggründe darzulegen, damit die Leute nachvollziehen und hoffentlich auch akzeptieren könne, warum wir uns für die Preiserhöhung entscheiden mussten.“

Einmaliger Zuschuss

Schon in diesem Jahr, so die Präsidentin des Vereins, sei das Fest nur noch mit einer finanziellen Unterstützung durch die Stadt zu stemmen. Dieser Zuschuss jedoch werde vor dem Hintergrund des Stadtjubiläums gewährt und sei eine einmalige Sache. Becker: „Viele unserer Präsidiumsmitglieder sind auch Kommunalpolitiker. Wir wissen, dass sich unsere Stadt das nicht dauerhaft leisten kann und wollen das auch nicht.“

Allerdings wollen die Mitglieder der Vereinsführung auch nicht, dass sie für ihr ehrenamtliches Engagement für die Stadt irgendwann privat haften müssen. „Wir reden hier von Kosten von mittlerweile rund 80 000 Euro für die wir als Vorstand verantwortlich zeichnen - Tendenz steigend“, erläutert von Bethmann. Den Löwenanteil mit rund 30 000 Euro machten dabei im vergangenen Jahr die Kosten für das Befolgen des Sicherheitskonzepts aus. Stand jetzt, so die Verantwortlichen des Burgvereins, zeichne sich ab, dass es in diesem Jahr 2000 bis 3000 Euro weniger werden könnten.

Laut Becker, resultiere auch das aus den Erfahrungen des Vorjahres. Statt getrennt von einander Sicherheitspersonal für den Einlass als auch für eine mögliche Räumung der Burg vorzuhalten, habe man sich mit der Stadt und den Machern des Sicherheitskonzepts darauf verständigt, dass auf diese doppelte Absicherung verzichtet werden könne. Becker: „Sollte der unwahrscheinliche Fall einer Burgräumung eintreten, können die Sicherheitskräfte am Einlass das übernehmen, da ein Zugang zur Burg dann ja nicht mehr möglich ist.“

Letztlich bleibe aber auch diese mögliche Ersparnis nicht mehr als ein Tropfen auf dem glühendheißen Stein. „Wir müssen die Einnahmen deutlich verbessern und zugleich darauf hoffen, dass das Wetter an den Festtagen mitspielt“, gibt Finanzchef von Bethmann die alles entscheidende Losung aus.

Sollten beide Wünsche in Erfüllung gehen, hätte der Verein - das ist die Hoffnung - die Möglichkeit, den städtischen Zuschuss auf die hohe Kante zu legen und wieder ein Polster zu schaffen.

Auf 2013 kommt es an

Und was passiert für den Fall, dass das Burgfest die Erwartungen nicht erfüllt? Becker: „Das wollen wir alle nicht hoffen. Aber wir sind auch alle realistisch genug um zu wissen, dass der Verein dann das Fest nicht mehr tragen kann.“ Für den Fall müsse man neue Überlegungen anstellen, die vom Ende des Burgfestes bis zu einem stärkeren Engagement der Stadt (Von Bethmann: „Das Burgfest ist ja längst unser Stadtfest.“) reichen können.

Noch aber will man diese Gedanken im Präsidium nicht denken. Im Burgfest-Buch 2013 ist auf jeden Fall schon mal vermerkt: „Wir freuen uns auf ein Wiedersehen beim Burgfest 2014 vom 5. bis 8. September.“

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