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Tatort-Stars zum Anfassen

Tatort ist spannende Fiktion - doch manche Orte auf der Welt sind ganz reale Tatorte. Manila etwa. Vier TV-Stars berichten am Montag im Kurhaus, was sie für philippinische Kinder tun.
Ein Kind hinter Gittern, gezeichnet von der Künstlerin INK. Ein Kind hinter Gittern, gezeichnet von der Künstlerin INK.
Bad Homburg. 

Ein Deutscher ist auf den Philippinen wegen Kinderhandels angeklagt und gerät Kölner Fahndern durch Zufall ins Visier. Ihre Ermittlungen führen bis nach Manila - Inhalt einer spannenden Tatort-Folge aus dem Jahr 1998, die im Gedächtnis geblieben ist. Nicht nur den Fernsehzuschauern, auch den beiden Hauptdarstellern Klaus J. Behrendt (Max Ballauf) und Dietmar Bär (Freddy Schenk).

Die beiden WDR-„Kommissare“ mussten erleben, dass die Realität der Straßenkinder noch viel schlimmer war als die Fiktion im Film, dem gleichwohl reale Begebenheiten zugrunde liegen. Noch in Manila, gründeten sie nach dem Dreh den Verein „Tatort - Straßen der Welt“; Joe Bausch (Gerichtsmediziner Dr. Joseph Roth) und Christian Tasche (Staatsanwalt im Kölner Tatort) schlossen sich an. Alle vier Schauspieler werden am kommenden Montag (20 Uhr) im Kurtheater einen Einblick in die Fernseharbeit geben und erzählen, was sie erleben mussten, als sie aus der Filmwelt heraus mit der Wirklichkeit konfrontiert wurden. Dabei werden auch Ausschnitte aus dem „Tatort Manila“ gezeigt.

Und sie wollen darüber berichten, was sie seither für philippinische Kinder erreicht haben. Tatort-Fans und weitere Interessierte sind willkommen. Die Besucher können den Künstlern auch Fragen stellen.

Kontakt über Künstlerin

Warum hat ausgerechnet Bad Homburg die Ehre, die Kölner Kommissare zu empfangen? Der Kontakt kam durch eine weitere Künstlerin zustande; Ingrid Sonntag-Ramirez Ponce (INK), die ebenfalls Mitglied des Hilfsvereins ist. Die Malerin hat bereits in der Kurstadt ausgestellt und kam so mit Kulturdezernentin Beate Fleige (BLB) ins Gespräch, die die TV-Stars kurzerhand nach Bad Homburg holte. Auch INK wird am Montag anwesend sein und eine Überraschung mitbringen. Sie hat nicht nur täuschend echt die Schauspieler porträtiert, sondern auch das Leid der betroffenen Kinder in ihren Kunstwerken abgebildet.

Die Schauspieler förderten zunächst ihre philippinischen Partner dabei, sich um Straßenkinder zu kümmern. Hauptziel: die Kinder aus der Prostitution zu holen. Besonderes Augenmerk galt Marlyn Capio, deren Geschichte die Grundlage für das Drehbuch zum damaligen Tatort-Krimi lieferte. Dank eines Stipendiums, finanziert durch den Verein, hat die inzwischen 31 Jahre alte ehemalige Kinderprostituierte erfolgreich ein Studium als Sozialarbeiterin abgeschlossen und kümmert sich nun selbst um Straßenkinder.

Seit 2006 führt der Tatort-Verein zudem eine Kampagne durch, die auf das Elend zahlloser Kinder aufmerksam macht, die weltweit wegen Bagatellen ins Gefängnis gesteckt werden. Durch Undercover-Aufnahmen erreichte die Initiative ein breites Publikum. Was der Verein noch so alles stemmt, finden Interessierte auf www.tatort-verein.org.

Die Veranstaltung am kommenden Montag beginnt um 20 Uhr und kostet 20 Euro Eintritt, die dem Verein „Tatort - Straßen der Welt“ zugute kommen. Die Künstler verzichten an diesem Abend auf eine Gage. Karten gibt es in der Tourist-Info im Kurhaus oder an der Abendkasse.

(Anke Hillebrecht)
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