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Umweltverbände planen Klage

Von Der Bauausschuss soll kommende Woche für die Offenlegung des Bebauungsplans zum Sporthallenbau an der Frankfurt International School stimmen. Die Gegner des Projekts kündigen derweil neue Aktionen an.
Der Wald an der Frankfurt International School ist nach Ansicht der Naturfreunde sehr schützenswert. Deswegen wollen sie verhindern, dass dort die neue Sporthalle der Schule gebaut wird.	Foto: Reichwein Der Wald an der Frankfurt International School ist nach Ansicht der Naturfreunde sehr schützenswert. Deswegen wollen sie verhindern, dass dort die neue Sporthalle der Schule gebaut wird. Foto: Reichwein
Oberursel. 

Die im Zuge einer Erweiterung der Frankfurt International School (FIS) geplante Sporthalle bringt Fürsprecher und Gegner mehr ins Schwitzen als so mancher sportliche Wettkampf, der später einmal in der Halle ausgetragen werden könnte.

Wo und wie die Sporthalle gebaut werden soll, ist strittig. Die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses sollen in ihrer Sitzung am kommenden Mittwoch (17.45 Uhr, großer Sitzungssaal im Rathaus) für die Offenlegung des Bebauungsplans stimmen, der, wie berichtet, einen Hallenbau im Auwald vorsieht. Genau das ist dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) aber bekanntlich ein Dorn im Auge.

Deshalb gehen sie nun vor der Diskussion in den kommunalpolitischen Gremien an die Öffentlichkeit und kündigen in einer Pressemitteilung an, „mit allen rechtlichen Mitteln gegen den Bebauungsplan vorzugehen“. Laut Christoph von Eisenhart Rothe, dem SDW-Landesgeschäftsführer, bereiten sich die Umweltverbände auf eine Normenkontrollklage beim Verwaltungsgericht in Kassel vor, die seinen Worten zufolge bis zum Europäischen Gerichtshof gehen könnte.

Zum Verständnis: Eine solche Klage ist zum jetzigen Stand der Planung noch nicht möglich - und wäre es auch noch nicht, wenn sich der Ausschuss für eine Offenlegung des Bebauungsplans ausspricht, sondern erst nach einem Ja zum Plan an sich. Andere Aktionen, mit denen die Naturschützer für den Fall einer vorzeitigen Baugenehmigung liebäugeln, wären aber bereits möglich, nämlich Demonstrationen gegen den Sporthallenbau. Christoph von Eisenhart Rothe verspricht, dass die Naturschützer gewaltfrei agieren und sich an das Gesetz halten würden.

Was die Umweltfreunde antreibt, ist die Sorge um den Auwald an der nahe der Hohemark gelegenen Schule, in dem Bäume gerodet werden müssten. Christoph von Eisenhart Rothe sprach gestern von 20 000 bis 30 000 Quadratmetern, während Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) keine Zahl nannte.

 

Weiteres Gutachten

 

Dass der Auwald mit seinen Quellen besonders schützenswert ist, hatte der Biologe Professor Dr. Rüdiger Wittig in einem Gutachten festgestellt. Laut von Eisenhart Rothe gibt es Pflanzen, die nur dort wachsen. Wittig hatte sich mit der Flora befasst, nun haben die Umweltschützer ein weiteres Gutachten, diesmal in puncto Fauna, in Auftrag gegeben.

Laut BUND und SDW soll Dr. Dr. Dieter Selzer, der Leiter der Unteren Naturschutzbehörde, bei einer nichtöffentlichen Sitzung im Rathaus gesagt haben, dass für die geplante Form keine Genehmigung erteilt werden könne. Der Hochtaunuskreis, bei dem die Behörde angesiedelt ist, wollte das gestern mit Hinweis auf ein „laufendes Verfahren“ weder bestätigen noch dementieren.

Ebenso wenig wollte sich Bürgermeister Brum über jene nichtöffentliche Sitzung äußern. Er sieht „Drohgebärden“ der Gegner und betonte, dass es am Mittwoch nur um die Offenlegung gehe. Heißt: So schnell rollt noch kein Bagger an, und im Zuge des anstehenden Diskussionsprozesses steht noch eine inhaltliche Klärung aus. „Uns liegt daran, die Bedürfnisse der Umwelt und des Naturschutzes sowie der Schule in Einklang zu bringen“, sagte Brum.

 

Von FIS erpresst?

 

BUND und SDW unterstellen dem Bürgermeister, Erpressungsversuchen der FIS nachzugeben. Diese drohe, Oberursel zu verlassen, falls ihre Pläne scheiterten. Das dementierte gestern FIS-Sprecherin Vera Thiers: „Es gibt keinen Plan B - wir hoffen auf Plan A.“ Sie betonte aber gleichwohl, dass die Stärkung des Standorts, zum Beispiel durch ein entsprechendes Sportangebot, für die Schule wichtig sei.

Nach Ansicht der Umweltschützer könnte die Halle „schon in diesem Jahr gebaut werden“, und zwar unter einem der Sportplätze. Bürgermeister Brums Aussage, das sei aufgrund der Bodenbeschaffenheit nicht möglich, halten sie für nicht belegt. „Das Gegenteil ist es aber auch nicht“, konterte Brum.

Generell zweifeln BUND und SDW eine Reihe von Aussagen der Verwaltung zum Thema Sporthallenbau an und empfehlen den Kommunalpolitikern, vor der Abstimmung einen Faktencheck zu machen.

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