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Kriminalität im Taunus: Verbrechen lohnt sich nicht

Von In 718 Wohnungen oder Häusern im Hochtaunuskreis wurde vergangenes Jahr eingebrochen. Ein Zahl, die der Polizei Kopfzerbrechen bereitet.
Hochtaunus. 
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Es sind eher die vermeintlich „kleinen“ Straftaten, die der Polizei – und natürlich den Bürgern im Hochtaunuskreis – Probleme machen. In diesem Deliktbereich ist ein Anstieg der Taten um 284 auf 4393 Fälle zu registrieren. Insgesamt machen Diebstähle und Wohnungseinbrüche 41,4 Prozent sämtlicher Straftaten – und damit den größten Teil der Kriminalität – aus, von denen die Polizei im vergangenen Jahr insgesamt 10 612 zählte. 59 oder 0,6 Prozent mehr als 2012. Die Aufklärungsquote stieg geringfügig um 0,1 auf 56,1 Prozent. „Das Maß der Kriminalität liegt damit in einem erträglichen Maß“, fasste Kripo-Chefin Julia Meyer die Kriminalitätsstatistik 2013 zusammen. Das deckt sich mit der sogenannten Häufigkeitszahl (die Zahl der bekanntgewordenen Fälle hochgerechnet auf 100 000 Einwohner): Diese liegt im Hochtaunuskreis bei 4652 (2012: 4622), was den zweitniedrigsten Wert der vergangenen zehn Jahre bedeutet. Der Taunus liegt damit deutlich unter dem Hessen-Schnitt von 6400.

Erfreulich ist aus polizeilicher Sicht vor allem ein signifikanter Rückgang bei den Rohheitsdelikten. Lag die Fallzahl 2009 hier noch bei 1487, wurden im vergangenen Jahr nur 1264 Taten gezählt. Es wurden zwar deutlich mehr Körperverletzungen angezeigt – 2012: 803, 2013: 863 –, doch die Fallzahlen bei Raub und räuberischen Erpressungen, Nötigung und Bedrohung waren rückläufig. 92,7 Prozent dieser Straftaten wurden übrigens von der Polizei geklärt. Auch die Zahlen bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten sind rückläufig. Erstmals seit 2005 wurden wieder weniger als 2000 Taten gezählt.

Doch noch mal zurück zu den Diebstählen und Einbrüchen – und jeder, bei dem schon mal eingebrochen wurde, weiß, dass dies mitnichten eine Kleinigkeit ist. „Einbrüche wirken sich massiv auf das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung aus“, weiß auch der Chef der Polizei im Hochtaunuskreis, Kriminaldirektor Gerhard Budecker. Doch obwohl die Polizei seit einiger Zeit bei ihrer präventiven Arbeit einen Focus auf das Thema Wohnungseinbrüche richtet, gibt es hier eine deutliche Steigerung zu verzeichnen. 2012 wurden 525 Einbrüche gezählt, 2013 waren es 713. „Das ist nicht befriedigend“, so Budecker, aber ein Phänomen, das bundesweit zu beobachten sei. Ein Problem: Viele Einbrecher, Banden oder Einzelpersonen, seien sehr gut organisiert.

Gute Aufklärungsquote

Kleiner Lichtblick: Die Aufklärungsquote ist im Berichtszeitraum deutlich auf über 35 Prozent gestiegen – im vergangenen Jahr lag sie bei „nur“ 13,9 Prozent. Solche Effekte entstehen häufig dann, wenn es der Polizei gelingt, einen Intensivtäter oder eine Bande zu schnappen. Und das ist 2013 tatsächlich gelungen. So wurde ein 54 Jahre alter Mann aus Frankfurt geschnappt, der im Verdacht steht, im Main- und Hochtaunus in mindestens 250 Wohnungen eingebrochen zu sein.

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Dass Bad Homburg die Stadt im Hochtaunuskreis mit den höchsten Fallzahlen (3607) ist, verwundert erst mal nicht, wohnen in der Kurstadt doch die meisten Menschen.

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Sogenannte Delikte gegen das Leben (Mord und Totschlag) gab es vergangenes Jahr nur einen – der dafür um so abscheulicher war: Ein 41 Jahre alter Afghane hatte am 2. Dezember seine 16 Jahre alte Tochter umgebracht und anschließend in einem Kellerverschlag versteckt. Er stellte sich wenig später der Polizei.

Spektakulär auch eine Festnahme im November 2013: Dem Rauschgiftkommissariat gelang es, eine Bande hoch zu nehmen, die mit Rauschmitteln handelte. Bei der Festnahme wurden 7,8 Kilogramm Marihuana und 27 400 Euro sichergestellt. Die Drahtzieher waren ein 26-jähriger Usinger und ein 23-jähriger Steinbacher.

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