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Wehr ist allzeit umzugsbereit

Von Die Falkensteiner Feuerwehr sitzt auf gepackten Koffern. Geht es nach den Brandbekämpfern, könnte es mit dem Abriss und Neubau ihres Gerätehauses lieber heute als morgen losgehen. Allein, es fehlt noch die Baugenehmigung vom Kreis. Und daran hängt alles.
Von außen nostalgisch, von innen abbruchreif. Die Wehr wartet bereits auf den Abriss des alten Feuerwehrgerätehauses in Falkenstein. Bilder > Von außen nostalgisch, von innen abbruchreif. Die Wehr wartet bereits auf den Abriss des alten Feuerwehrgerätehauses in Falkenstein.
Falkenstein. 

Die Feuerwehr ist von der schnellen Truppe. Das gilt im Einsatz wie offensichtlich auch beim Umzug. „In dem Augenblick, in dem wir wissen, dass es mit dem Abriss losgeht, sind wir draußen“, meldet Stadtbrandinspektor Heiko Martens für die Falkensteiner Feuerwehr die uneingeschränkte Umzugsbereitschaft.

Längst, so Martens, habe die Wehr ihre sieben Sachen im alten Gerätehaus gepackt, auf private Keller verteilt, über den Sperrmüll entsorgt oder in der provisorischen Unterkunft auf dem Parkplatz am Bürgerhaus verstaut.

Was jetzt noch - neben den Fahrzeugen - im alten Gerätehaus zu finden sei, benötige die Wehr für den Ernstfall. Und auch das sei in null Komma nichts verstaut und zum Bürgerhaus gebracht. Dort ist mittlerweile ein kleines Containerdorf entstanden, mit Zaun drum herum und Videoüberwachung oben auf, in dem übergangsweise die Kameraden der Wehr samt Equipment und Fahrzeugen unterkommen werden.

Noch aber müssen sich die Einsatzkräfte in Geduld üben. Es fehlt das Startsignal in Form der Baugenehmigung. Und die wird wohl auch noch bis zu drei Wochen auf sich warten lassen (siehe unten).

Eine lange Zeit, vor allem für die Brandbekämpfer im Stadtteil, die schon ein wenig unruhig werden dürften. Schließlich zählt im eng gesteckten Zeitplan für Abriss und Neubau ihres Gerätehauses jeder Tag.

 

Furcht vor dem Frost

 

„Bis zum ersten Frost müssen vor allem unsere Wasser führenden Fahrzeuge in der neuen Halle stehen, sonst haben wir ein echtes Problem“, weist Martens auf die drängendste Herausforderung hin, die dadurch noch ein wenig prekärer wird, dass es in Königsteins höchstgelegenem Stadtteil meist etwas früher kalt wird als im Tal.

„Wir erreichen langsam aber sicher den kritischen Punkt“, warnt Heiko Martens und weiß sich da auf einer Linie mit seinem Vize, Christoph Schwarzer. „Man muss ja auch berücksichtigen, dass die Baufirma womöglich nicht von heute auf morgen in den Einsatz gehen kann. Immerhin ist Urlaubszeit“, ergänzt Schwarzer.

 

Kein Luxusbau

 

Hoffnung, dass man dennoch bis Anfang November zumindest die Autos wieder unter Dach und Fach hat, macht die Tatsache, dass man sich seitens der Stadt für die Errichtung eines Leichtbaumodells entschieden hat.

Eine schnelle und vor allem kostengünstige Lösung, mit der die Verantwortlichen der Wehr durchaus leben können. Martens: „Wir brauchen keinen Luxus. Das ist ein Zweckbau. Der muss reichen und der reicht auch.“

Die Brandbekämpfer sind genügsam, schließlich ist alles besser als das, was sie derzeit ihr Zuhause nennen. Was von außen am Feuerwehrgerätehaus von 1927 noch irgendwie nett und nostalgisch anmutet, entpuppt sich beim Betreten des Hauses als in Mauern gefasster Anachronismus.

Nur ein Beispiel: Wo andernorts nach Männlein und Weiblein getrennte Umkleideräume mit Waschgelegenheiten längst die Regel sind, mussten sich die 32 Einsatzkräfte - darunter drei Frauen - bislang mit zwei kleinen Handwaschbecken in der Fahrzeughalle begnügen, um die Spuren von Einsatz und Übung zu beseitigen. Das alles soll und wird sich ändern, wenn denn erst einmal die neuen Sozialräume stehen.

Das aber, da sind Martens und Schwarzer realistisch, wird in diesem Jahr nichts mehr. Erst mal ist die Fahrzeughalle dran. In der Folge werden sich die Kameraden dann, so die Führungskräfte, hinter den Fahrzeugen umziehen. Ein Provisorium, wie so vieles in diesen Tagen.

Doch die Falkensteiner Floriansjünger üben sich in Geduld. Martens: „Wir wissen alle, dass es Provisorien sind. Doch wir sehen ein Licht am Ende des Tunnels, dass das Warten erträglich macht.“

In drei Wochen soll es grünes Licht geben

Seit Dezember, so heißt es aus dem Königsteiner Rathaus, liegt der Bauantrag für das neue Feuerwehrgerätehaus bei der Bauaufsicht des Kreises. Also über ein halbes Jahr.

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