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Wenn‘s Knie klemmt

Von Viele Betroffene von Gelenkproblemen haben Angst, sich zu früh oder zu spät operieren zu lassen. Das zeigte sich beim Medizinischen Bürgerdialog. Die Podiumsteilnehmer versuchten am Montagabend, diese Ängste zu zerstreuen.
Mathias Sauer und Hans Werner Scherer (re.) präsentierten Hilfsmittel, um schmerzende Gelenke zu entlasten beziehungsweise zu schützen.	Foto: jod Mathias Sauer und Hans Werner Scherer (re.) präsentierten Hilfsmittel, um schmerzende Gelenke zu entlasten beziehungsweise zu schützen. Foto: jod
Bad Homburg. 

Rund 400 000 Knie- und Hüftprothesen werden in Deutschland jährlich eingesetzt. Bei etwa zehn Prozent muss der Eingriff wiederholt werden. Worauf muss also geachtet werden, wenn man sich einer solchen Operation unterziehen soll? Welche Probleme können auftauchen und worauf muss ich nach einer OP achten? Auf diese Fragen gab der Medizinische Bürgerdialog im gut besuchten Kurhaus umfassend Auskunft.

Dr. Matthias Hansen, Chefarzt der Unfallchirurgie in den Hochtaunus-Kliniken, erläuterte die unterschiedlichen Gelenkersatz-Typen, was bei den Operationen geschieht und wann ein Eingriff für den Patienten das Mittel der Wahl ist. "Für den Arzt ist es relativ einfach", sagte er. Denn der sehe die medizinische Situation einer Arthrose und könne sachlich-fachlich entscheiden.

Für den Patienten sei es ungleich schwieriger. Er sei häufig voller Unsicherheiten bezüglich der "richtigen" Entscheidung. Hansen versuchte daher, eine Entscheidungshilfe zu geben: "Wenn alle nichtoperativen Maßnahmen ausgeschöpft und die Einschränkungen in der Lebensqualität im individuellen Erleben zu groß sind, dann ist der richtige Zeitpunkt für eine OP."

Erfreulich seien die Fortschritte in der OP-Technik. Komplikationen gebe es nur noch selten. Die Thrombose-Rate liege gerade einmal bei unter 2 Prozent, die Infektionsrate ebenfalls. Die Erfahrung von Dr. Hansen: "Die meisten Patienten sagen, sie hätten sich früher operieren lassen sollen".

Auf die OP folgt die Rehabilitation, über die Dr. Heiko Münker referierte. Er ist Chefarzt der Klinik Dr. Baumstark. Die klassische Kur sei von der sehr viel anspruchsvolleren und komplexeren Rehabilitation abgelöst worden. Weltweit einmalig in ihrer Qualität sei die Reha in Deutschland, führte Münker aus. Nicht umsonst kämen Patienten aus aller Welt nach Deutschland – und auch Bad Homburg – um die "Nachsorge" zu realisieren. Schließlich gelte es, beruflich, sozial und privat sprichwörtlich wieder voll einsteigen zu können.

Linderung vor der OP

Das dritte große Feld betraf die konservative Versorgung der Kniegelenke und die Sturzprophylaxe, um beispielsweise die Hüftknochen für den Fall eines Sturzes zu schützen. Das ist das Arbeitsfeld von Hans Werner Scherer, Geschäftsführer des Sanitätshauses Rosenkranz Scherer. Es ist die technische Orthopädie, die noch vor einer OP Linderung und Vereinfachung bieten kann. Bei der Sturzprophylaxe kann man mit Hüftprotektoren die Folgen eines Sturzes minimieren.

Optimale Mobilität

Mathias Sauer, Physiotherapeut bei Rosenkranz Scherer, widmete sich dem Themenfeld Physiotherapie. Sie ist Teil der Reha-Maßnahmen, beginnt bereits beim ersten Aufstehen nach der OP und wird anschließend systematisch erweitert zum Aufbau von Muskelkraft und Koordination. Ziel der Physiotherapie ist eine optimale Mobilität.

Die Fragen aus dem Publikum drehten sich auch immer wieder um den richtigen Zeitpunkt einer solchen OP. Einhellige Meinung der Mediziner war, dass die individuellen Einschränkungen der Maßstab sein müssen. Selbst junge Menschen profitieren von den künstlichen Gelenken, die heute bei Kniegelenken rund 15 Jahre halten und bei Hüftgelenken fast 25 Jahre.

Kritisches Thema war die Rolle der Krankenkassen, die häufig vorbeugende Maßnahmen wie Krankengymnastik in ihrem Heilmittelkatalog begrenzen. Moderator Gerd Thomas lud zu den 63 Bürgerdialogen immer wieder Vertreter der Krankenkassen ein – nur ein einziges Mal wagte sich jemand auf das Podium.

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