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Widerstand gegen Asyl-Heim in alter Klinik

Von In Usingen kommt Widerstand auf gegen die Unterbringung von Flüchtlingen im ehemaligen Krankenhaus. Ein Anwalt aus Usingen macht sich Sorgen um den sozialen Frieden und den Wertverlust von Immobilien.
Menschen auf der Suche nach Asyl. Foto: DPA-Smbolbild Menschen auf der Suche nach Asyl.
Usingen. 

Der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Gerhard Liese (CDU), hat dieser Tage den Brief eines Anwalts bekommen, in dem dieser das alte Krankenhaus als Standort zur Unterbringung von Asylanten kritisiert. Unter Punkt „Verschiedenes“ informierte Liese am Mittwochabend den Sozialausschuss über dieses Schreiben und die Antwort, die er dem Bürger gegeben habe.

Auch Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) teilte daraufhin mit, dass er von diesem Anwalt angeschrieben worden sei und bereits geantwortet habe. Beide CDU-Politiker halten es für eine moralische Verpflichtung, den Menschen, die nicht freiwillig kommen, zu helfen.

Bekanntlich sollen nach entsprechenden Umbaumaßnahmen 58 Asylanten im ehemaligen Krankenhaus in Usingen untergebracht werden. Schon jetzt, bei deutlich weniger Asylbewerbern, gebe es Probleme, mehrere geeignete Gebäude zur dezentralen Unterbringung zu finden.

 

Keine Alternative

 

Amtsleiter Reiner Greve konnte die aktuelle Zahl nicht genau benennen. Für so viele Flüchtlinge, die dann kommen sollen, gebe es keine andere Möglichkeit als das Krankenhaus, meinte Liese, der den Standort für vertretbar hält und sagte: „Es ist ein Segen, dass das Krankenhaus freisteht, denn die Stadt hat keine Gebäude, und wir werden gezwungen, diese Menschen aufzunehmen.“

Dem Anwalt habe er vermittelt, dass die Parlamentarier nur auf eine geordnete Unterbringung achten und die Bedenken der Bürger registrieren könnten. Welche konkreten Bedenken es denn gebe, wollte Hans Kuhlbrodt (SPD) wissen.

Antwort: Der Anwalt halte schon die Zahl der Flüchtlinge für zu viel. Er bezweifle, dass die Umbauten rentierlich seien und bezeichne diese als Geldverschwendung. Das alte Krankenhaus sei ein Kernstück von Usingen. Aus Sicht des Anwalts müssten alle leiden, wenn dort Asylanten untergebracht würden. Die Grundstücke im gesamten Umfeld seien dann weniger wert. Außerdem könne es nicht gutgehen, wenn Flüchtlinge so nahe am sozialen Brennpunkt der Heinrich-Müller-Siedlung lebten.

 

Mit einer Stimme reden

 

„Ich habe Verständnis für die Befürchtungen, die der Anwalt äußert, aber ich teile sie nicht“, machte Liese seine Position klar. Er geht davon aus, dass es die gleiche Diskussion gibt, wenn die Flüchtlinge in einem der Stadtteile untergebracht werden sollten. Er appellierte an die Ausschussmitglieder: „Wir Parlamentarier sollten mit einer Stimme sprechen und nicht kontrovers diskutieren.“

Wernard wies darauf hin, dass es sich ohnehin nur um eine Übergangslösung von vielleicht zwei Jahren handeln könne und erläuterte, dass das alte Krankenhaus kurzfristig verwertet werden müsse, damit eine Gegenfinanzierung für den Krankenhausneubau möglich sei. „Solange so viele Flüchtlinge hier zusammen leben sollen, muss die Betreuung sichergestellt werden“, so Wernard, der mitteilte, dass dazu bereits Verhandlungen zwischen einem Träger und dem Kreis laufen.

Nach vorsichtigen Schätzungen des Kreises steige die Zahl der Asylbewerber weiter an. Der Kreis habe umsichtiges Vorgehen zugesagt, schon bei der Auswahl nach Nationalitäten, die dann in Usingen zusammen unter einem Dach wohnen sollen.

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