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„Das ist der richtige Weg“

Von Die besten Sänger aus dem Kreis durften eine Woche mit hochqualifizierten Dirigenten zusammenarbeiten. Und das hat sich gelohnt.
Der Jugendchor Hochtaunus präsentiert sich in Usingen in Höchstform.	Foto: Kreutz Der Jugendchor Hochtaunus präsentiert sich in Usingen in Höchstform. Foto: Kreutz
Usingen. 

Wem es gelingt, klassische Kompositionen authentisch zu interpretieren, aber auch die Aussagekraft alter Meister und traditioneller Volkslieder in modernen Bearbeitungen überzeugend zu vermitteln, und wer sich auch an zeitgenössische Werke heranwagt, dem gebührt mehr als Anerkennung. Die Beurteilung des Fachmannes: „Ein Chor, der in seiner Qualität überrascht und wohltut“, stellte Claus-Peter Blaschke, Vorsitzender des Sängerkreises Hochtaunus und Präsident des Hessischen Sängerbundes, fest. Und Landrat und Schirmherr Ulrich Krebs (CDU), nicht weniger beeindruckt, betonte: „Die Freude der Jugendlichen an der Musik ist ansteckend.“

Solchen Lobeshymnen wäre eigentlich nichts hinzuzufügen. Zumal auch die Zugabe, „Va pensiero“ aus Giuseppe Verdis Oper Nabucco, bekannt als der Gefangenenchor, einen Schlusspunkt mit Gänsehauteffekt setzte, wie er besser nicht hätte sein können. Da wäre jedes Wort überflüssig, doch die jungen Leute haben es verdient, dass auch diejenigen, die das Konzert nicht gehört haben, davon erfahren, wie viel künstlerische Kraft in ihnen steckt. Unter dem Motto „Wir sind so frei!“ hatten rund 70 Sänger im Alter von bis zu 25 Jahren in einer intensiven Probenwoche in der Jugendherberge in Oberreifenberg mit erfahrenen Dozenten ein anspruchsvolles Konzertprogramm erarbeitet. Wie in den vergangenen beiden Jahren, lag die künstlerische Leitung des Jugendchors in den Händen von Jan Schumacher - bis zu seinem Unfall während der Proben. Vom Krankenlager aus setzte er sich weiter ein, und Danilo Tepša, der mit Veronika Bauer, Laurie Reviol und Cordula Scobel ohnehin bei der Erarbeitung des Programmes mitwirkte, übernahm die Gesamtleitung.

Als prominenter Gast hatte der schwedische Bariton Morten Vinther Sorensen mit dem Chor ein Stück der internationalen A-cappella-Formation „The Real Group“ einstudiert. Der Friedrichsdorfer Johannes Breuninger aus den Reihen des Chores nahm sich die Freiheit, bei einem Stück seine Kollegen zu dirigieren. Dazu hatte er sich das von Nils Kjellström intonierte Kindergebet nach einem Text von Joachim Ringelnatz ausgesucht. Nicht unerwähnt bleiben sollte Jungstudent Nuron Mukumiy, der den Chor zum Teil am Piano begleitete und als Solist mit Werken von Franz Liszt und Sergej Rachmaninov brillierte.

Die Auseinandersetzung des Chores mit dem Thema „Freiheit“ in der Musik glich einem Spannungsbogen, der gespickt war mit einfallsreichen Effekten. Kein Schlusston, sondern der satte Rülpser eines Sängers stand am Ende von John Rutters „Banquet Fugue“, einer Art Konversation bei der Nahrungsaufnahme. Das Salz in der Suppe war der stimmliche Klangteppich, mit dem der Chor dem Text des Volksliedes „Die Gedanken sind frei“ noch mehr Bedeutung verlieh. Die Art von Freiheit tut dem Chorgesang gut, Standing Ovations am Konzert-Ende bestätigten Blaschkes Aussage: „Das ist der richtige Weg.“

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