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„Es hat mir einen Kick gegeben“

Am kommenden Freitag wird aus ihrer Lieblichkeit Lisa I. wieder die bürgerliche, aber nicht weniger liebliche Lisa Hees. Ein Jahr hat die 21-Jährige als Burgfräulein über die Stadt regiert. Der TZ gab Lisa zum Abschied eine letzte Audienz samt Interview.
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Lisa, sag mal, kann es sein, dass schon wieder ein ganzes Jahr vorbei ist? Mir kommt es vor, als hätten wir gerade erst vor ein paar Wochen zusammengesessen, um Dein Antrittsinterview zu führen.

LISA I.: Das stimmt, ich habe auch das Gefühl, dass mein Jahr als Burgfräulein rasend schnell vorbeigegangen ist.

Viel zu schnell?

LISA I.: Irgendwie schon. Obwohl - ich habe in den vergangenen zwölf Monaten so viel erlebt und so viele nette Leute kennen gelernt, dass ich auf jeden Fall sagen kann, dass ich nichts versäumt und nichts nachzuholen habe. Alles hat perfekt gepasst.

Also kein Abschiedsschmerz?

LISA I.: Sicher nehme ich mit etwas Wehmut Abschied. Schließlich hat mir die Zeit als Burgfräulein sehr viel Spaß gemacht. Aber ich wusste ja von Anfang an, dass nach einem Jahr Schluss sein würde. Entsprechend habe ich die Zeit genossen und kann meine Krone jetzt mit dem guten Gefühl ablegen, dass ich eine tolle Nachfolgerin haben werde: Carolin wird das super machen, davon bin ich überzeugt.

Welches Bild wird Dir immer wieder in den Kopf kommen, wenn Du später an Deine Amtszeit zurückdenkst?

LISA I.: Da sind viele schöne Eindrücke hängengeblieben. Aber wenn ich mich für eins entscheiden soll, dann war es die Begegnung mit einem kleinen Mädchen in Le Cannet. Sie war so süß, wollte unbedingt zu mir, weinte sogar. Als ich sie dann auf dem Arm trug, da strahlte sie und lachte. Das war ein tolles Gefühl.

Eine junge Frau mit schönem Kleid und Krone - konntest Du spüren, dass das für viele Menschen nach wie vor etwas Besonderes ist?

LISA I.: Absolut. Und das nicht nur für die Kinder. Überall, wo ich auftauchte, richteten sich die Blicke auf mich, kamen die Leute zu mir - gerade auch bei meinen Besuch in unseren Partnerstädten in Kórnik und Le Cannet. Das war schon einmalig.

Mit einem Mal im Mittelpunkt des Interesses zu stehen - da muss man sich doch erst dran gewöhnen, oder?

LISA I.: Auf jeden Fall. Das war schon eine Umstellung. Aber letztlich habe ich auch persönlich sehr davon profitiert. Das Ganze hat mir wirklich einen Kick gegeben. Ich bin sehr viel selbstbewusster geworden. Das spüre ich auch im Alltag ohne Krone und Kleid.

An diesen bürgerlichen Status kannst Du Dich von kommenden Freitag an wieder gewöhnen. Was steht an nach einem Jahr als Burgfräulein.

LISA I.: Erst einmal noch ein Jahr Schule. Was ich nach der Fachoberschule mache, weiß ich noch nicht so recht. Ich würde gerne noch einmal für ein Jahr ins Ausland gehen. Vielleicht in die USA, um noch ein College-Jahr dranzuhängen. Mal schauen.

Erst aber steht der Abschied an. Ist Deine Rede schon fertig?

LISA I.: Ja, die steht schon. Ich hoffe sehr, dass ich niemanden vergessen habe, dem ich danken will. Es waren so viele, die ihren Beitrag dazu geleistet haben, dass ich ein außergewöhnliches Jahr verbringen konnte.

Da wären zum Beispiel?

LISA I.: Natürlich mein Hofstaat mit einem Junker Alexander und meinen Hofdamen Sophia und Anke, dann meine Eltern, die mich immer unterstützt haben, mein Onkel Carsten, der mir und meinem Gefolge an der Fassade der Villa Borgnis so ein tolles Porträt gewidmet hat, und natürlich die vielen Helfer im Umfeld des Burgvereins - allen voran Ursula Althaus-Byrne, die mich toll durch das Jahr begleitet hat, Inga Ernst und die Nähstube, die Ritter und Michael Scholze und seine Festungsgarde. Da war immer jemand da, der mich unterstützte, wenn es drauf ankam.

Du hast bei der Zusammenstellung Deines Hofstaats bewusst ganz auf die Familie gesetzt: Cousin, Tante und Schwester im Rücken zu wissen, war das ein gutes Gefühl?

LISA I.: Mehr als das. Wir hatten so viel Spaß zusammen. Besonders gefreut habe ich mich, dass meine Tante die Möglichkeit hatte, mit uns nach Le Cannet zu kommen. Das war für uns alle ein außergewöhnlich schönes Erlebnis.

Was wünschst Du Deiner Nachfolgerin?

LISA I.: Dass Carolin genauso großen Spaß hat wie ich, genauso viele nette Leute kennenlernt und ein leichteres Kleid für heiße Sommertage hat als ich.

Wie bitte?

LISA I. (lacht): Ja, wenn ich einen kleinen Wunsch stellvertretend für meine Nachfolgerinnen äußern dürfte, dann, dass der Burgverein für besonders heiße Tage noch ein etwas leichteres Kleid für das Burgfräulein vorhält. Unsere Kleider sind zwar alle wunderschön, der schwere Samt kann aber schon zu einer schweißtreibenden Last werden. Das habe ich in den vergangenen Monaten doch einige Male gespürt und etwas neidisch auf meine leichter gekleideten Kolleginnen geschaut.

Dein Wunsch lässt aber erahnen, dass Du davon überzeugt bist, dass Du Nachfolgerinnen haben wirst?

LISA I.: Was denn sonst?

Na ja, die Diskussionen über die Zukunft des Burgfestes laufen.

LISA I.: Die kenne ich natürlich auch. Aber ich kann und will mir Königstein ohne Burgfest gar nicht vorstellen. Das Fest gehört zur Stadt. Und mal ganz ehrlich, was bleibt denn dann noch, gerade für junge Leute, wenn es das Burgfest auch nicht mehr geben sollte? Dann ist hier nichts mehr. Ich denke, wir Königsteiner sollten alles dafür tun, dass unser Fest erhalten bleibt.

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