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Buch über die Motorenfabrik Oberursel: 125 Jahre Geschichte aufbereitet

Von Der Usinger Helmut Hujer ist unter die Autoren gegangen: Er recherchierte die 125-jährige Geschichte der Motorenfabrik Oberursel (Rolls-Royce), für die er bis zum Ruhestand gearbeitet hat.
896 Seiten stark ist die von Helmut Hujer geschriebene Chronik der Motorenfabrik Oberursel. Foto: Pieren 896 Seiten stark ist die von Helmut Hujer geschriebene Chronik der Motorenfabrik Oberursel.
Usingen. 

Überstunden im Ruhestand?! Gibt’s nicht? Gibt’s doch! Helmut Hujer ist ein gutes Beispiel dafür, dass einstige Mitarbeiter auch nach ihrer Pensionierung noch engagiert dem früheren Arbeitgeber zur Verfügung stehen – das dann aber freiwillig, ehrenamtlich und in einem anderen Bereich, als zuvor arbeitsvertraglich geregelt.

7500 Stunden investiert

Jahrzehntelang ist Helmut Hujer aus Usingen zur Arbeit nach Oberursel in die Motorenfabrik (heute: Rolls-Royce Deutschland) gefahren. Auch im Ruhestand hat ihn der Weltkonzern weiter auf Trab gehalten. „Vier Jahre habe ich für das Buch recherchiert, geschrieben und layoutet. Insgesamt dürfte ich wohl 7500 Arbeitsstunden in das Projekt gesteckt haben.“

Herausgekommen ist wohl eines der gewichtigsten Werke, die jemals im Hochtaunuskreis geschrieben wurden: Jedes der gerade druckfrisch ausgelieferten 1200 Exemplare des 896-Seiten-Werkes „125 Jahre Motorenfabrik Oberursel“ ist 4,2 Kilogramm schwer.

Ehemaliger Ingenieur

„Die heutige Rolls-Royce Deutschland ist das älteste Flugzeugmotorenwerk, das immer noch produziert“, sagt der ehemalige Betriebsingenieur der Motorenfabrik. „Die 125-jährige Geschichte ist es wert, dokumentiert zu werden.“ Die komplette Arbeitsleistung für Recherche, Dokumentation, Formulierung und Layout hat der 72-Jährige komplett ehrenamtlich geleistet.

Das Unternehmen hat schließlich den wesentlichen Beitrag zur Finanzierung von Druck und Produktion übernommen.

96 Kapitel und fast 900 Seiten

Das Buch „125 Jahre Motorenfabrik Oberursel / 1892 – 2017: Wandel gehört zum Leben“ umfasst 96 Kapitel. Autor Helmut Hujer: „Die Motorenfabrik ist auch ihrer Verantwortung als Arbeitgeber in

clearing

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Hujer um die Geschichte von Rolls-Royce und der Motorenfabrik verdient gemacht hat. Zwei Jahre vor seiner Pensionierung im Jahr 2008 wurde er von der damaligen Geschäftsführung angefragt, ob man nicht die beiden bedeutendsten Flugzeuge und Hubschrauber im Werksmuseum ausstellen könne.

Da der Düsenjet Fiat G-91 und der Hubschrauber UH-1D zur militärischen Ausstattung der Bundeswehr gehör(t)en, war das ein Unterfangen, was Hujer nur durch persönlichen Kontakt und diplomatisches Geschick erfolgreich zum Abschluss bringen konnte. Seit 2011 bereichern beide die Ausstellung.

Militärische Auftraggeber

„In Oberursel wurden Flugzeugtriebwerke in Lizenz für militärische Auftraggeber gefertigt“, sagt der Chronist. „Hier wurden nach dem Zweiten Weltkrieg auch die ersten in Deutschland entwickelten Strahltriebwerke produziert.“

Als Helmut Hujer im April 1961 seine Ausbildung als Werkzeugmacher begonnen hatte, waren ihm die Motorenwerke zumindest von außen bestens bekannt. In Sichtweite der Fabrik wuchs er als Junge in der Moselstraße auf. In früher Kindheit waren die Motorenwerke noch von den amerikanischen Streitkräften besetzt.

„Die Amerikaner hatten hier Lastwagen und Jeeps instandgesetzt und repariert. Als Kinder haben wir immer auf einem verwilderten Grundstück neben der eingezäunten Fabrik gespielt. Wir sind auch schon einmal durch den Zaun gekrabbelt und haben den Amis einen Spaten vom Jeep geklaut“, berichtet der Autor augenzwinkernd.

Von 1967 bis 1970 sattelte Helmut Hujer ein Ingenieurstudium drauf und war bis Mitte der 1980er Jahre in der Vertragsabwicklung tätig. „Die Motorenfabrik war sein Leben. Er hat sehr gern dort gearbeitet“, sagt seine Ehefrau.

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