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Hessisches Nationalgetränk: 27 selbst gekelterte Apfelweine stellen sich 88 Juroren

Von Bester Apfelwein 2016 ist ein Westerfelder Gewächs, auch die Hausen-Arnbacher Kelterer belegten Spitzenplätze. Das waren unter anderem Ergebnisse des Testes.
Reinhard Stephan (Mitte) mustert erst die Farbe, bevor er das Stöffsche probiert. Foto: Frank Saltenberger Reinhard Stephan (Mitte) mustert erst die Farbe, bevor er das Stöffsche probiert.
Hausen-Arnsbach. 

„Die Leute sind geblieben“, sagte Rudi Maas und sprach dabei vom Apfelweinwettbewerb im Weinhof Schädel. Das allein wäre der Erwähnung nicht wert, denn das Wetter hat am Wochenende vielen Veranstaltungen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber „den Leuten“ hat es im Weinhof gefallen, und Pavillons sorgten dafür, dass die Besucher nicht aufweichten oder der Apfelwein verwässerte.

Der sollte natürlich unverfälscht, wie ihn die Kelterer angeliefert hatten, verkostet und bewertet werden. Bei 27 Proben keine leichte Aufgabe, die auch ihre Zeit brauchte. Die abgegebene Probenanzahl war im Vergleich zum Vorjahr angestiegen, und mit 88 Juroren stand das Ergebnis auch bald fest.

Jeder, der sich ein Urteil zutraute, konnte mitmachen, einzige Bedingung: Alle Proben mussten getestet und ein vollständiger Bewertungsbogen abgegeben werden. Punkte von eins bis sechs waren zu vergeben, je höher, desto besser. Auf den Zetteln wurden gleich die individuellen Auffälligkeiten notiert: „Essigsauer“ stand bei einem Tester wenig schmeichelhaft in einer Zeile, „süffig“ in einer anderen.

Aber alles in allem war die Qualität doch sehr zufriedenstellend, und das Stöffchen schmeckte auch denen, die sich nicht an der Bewertung beteiligten. Fünf Liter hatte jeder Wettbewerbsteilnehmer stellen müssen, und mit acht Kanistern kamen so 20 Liter aus dem gastgebenden Ortsteil Hausen-Arnsbach. Die Keltergruppe des Veranstalters, der Vogel- und Naturschutzgruppe, war auch im Spiel.

Noch größer war das Lager der Wehrheimer Konkurrenz, vier Kelterer waren aus Usingen-Eschbach dabei, und je einer kam aus Michelbach, Westerfeld, Kronberg, Oberjosbach und sogar aus Idstein. Im Schnitt muss jedem Bewerter die Probe Nummer zwölf überdurchschnittlich gut geschmeckt haben, denn ihr Wert lag bei durchschnittlich 3,8 Punkten, was eine Gesamtzahl von 313 Punkten ergab. Es war der Apfelwein von Thomas Steinmetz aus Westerfeld, der so gut mundete. Wie neutral es beim Wettbewerb zuging, zeigt das Beispiel Rudi Maas: „Im letzten Jahr war ich Drittletzter“, sagte er und diesmal: Zweitbester. Das Händchen für erfolgreiches Keltern lag wohl in diesem Jahr in der Familie, denn Bruder Heinz Maas belegte den dritten Platz, und die Vogel- und Naturschutzgruppe, zu der beide auch gehören, belegte mit ihrem Tropfen den vierten Rang. Dann aber kam ein Wehrheimer zu Ehren: Peter Gwiasda auf Rang fünf.

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