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Landeswettbewerb "Jugend musiziert": Auf dem Weg zum Landesentscheid

Von Klavier-Talente aus Südhessen spielten sich für den Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ im Pianohaus Wedell warm. Wenn es nach dem Usinger Publikum ginge, wären sie schon eine Runde weiter.
Beim Konzert junger Preisträger konnten die jungen Frauen und Männer das Publikum von ihrem Können überzeugen. Foto: Frank Saltenberger Beim Konzert junger Preisträger konnten die jungen Frauen und Männer das Publikum von ihrem Können überzeugen.
Usingen. 

„Wir hatten gar nicht damit gerechnet, dass so viele Besucher kommen würden“, sagte Friederike Richter-Wedell und begrüßte als Kopf des gastgebenden Teams die Gäste im Pianohaus Wedell. Die auftretenden Künstler waren zwischen 11 und 15 Jahre alt, das hatte die Veranstalter wohl ein wenig zweifeln lassen. Aber es waren ja keine Anfänger, die sich dem anspruchsvollen Usinger Musikpublikum stellten, sondern es waren die Sieger des Regionalwettbewerbs „Jugend musiziert“ aus dem Einzugsgebiet Südhessen. Auf dem Weg zum Landesentscheid in Schlitz nahmen sie noch einmal die Gelegenheit wahr, vor Publikum zu spielen.

Die Nocturnes gehören zu den populärsten Klavierwerken Chopins, und das sicher nicht zuletzt ihres emotionalen Gehalts wegen. Die sanften, teils schwermütigen Melodien berühren und verlangen, sollen sie ihre Wirkung entfalten, vom Pianisten gleichermaßen Einfühlungs- wie Ausdrucksvermögen. Das erwartet der Zuhörer – und das bekam er auch geboten. Und wenn ein Elfjähriger dabei am Flügel sitzt und mit einer erstaunlichen Reife spielt, war der eine oder andere sicher noch mehr berührt. Lukas Rosenacker aus Mörlenbach im Odenwald eröffnete das Konzert, war nicht nur der jüngste, sondern der Spezialist für feinsinniges Spiel, für das er sich das posthum veröffentliche Nocturne in cis-moll ausgesucht hatte. Chopin hatte es 18-jährig ebenfalls noch in jungen Jahren geschrieben.

„Es werden Ihnen noch die Ohren wegfliegen“, hatte Richter-Wedell die Besucher bei der Begrüßung noch augenzwinkernd gewarnt, und das, wie sich zeigen sollte, mit Recht. Doch bevor der Flügel bebte, durchbrachen die 14-jährigen Rebecca Tillmanns und Alisa Gartner die Phalanx der Pianisten. Auch ihre Darbietung war ein absolutes Schmankerl, denn die beiden Frankfurterinnen spielten souverän wie alte Hasen, technisch auf hohem Niveau, was sich beim parallelen Spiel sowie im künstlerischen Dialog der Violinistinnen zeigte. Der stets freundliche Blickkontakt mit der Partnerin offenbarte obendrein noch natürliche Spielfreude.

Dann aber galt es, „die Ohren festzuhalten“, denn drei „Powerfrauen“ setzten sich an den Konzertflügel mit dem nur einen spaltbreit geöffneten Deckel. Marlene Neuwirth, 14 Jahre alt, aus Frankfurt, spielte Sätze aus Händels g-moll Suite, Beethovens Sonate op. 2,1 sowie Mendelssohns „Lieder ohne Worte“.

Clara Goes, ebenfalls Frankfurterin und 14 Jahre alt, nahm sich die Mondscheinsonate Beethovens vor und spielte, sparsam mit dem Dämpfer, aber mit viel Dampf in den Fingern. Yimei Ma, ebenfalls 14 Jahre alt und in Darmstadt zu Hause, trug ebenso ausdrucksvoll Beethoven, Liszt und Chopin vor, und dann kam mit dem Darmstädter Micha Fazelipour noch ein wirklich aussichtsreicher Kandidat für Schlitz.

Der 15-Jährige beeindruckte mit einem sehr differenzierten Anschlag, hatte zwei Sätze aus Bachs Englischer Suite mitgebracht und zwei herausragend vorgetragene Etuden von Chopin, es-moll und c-moll, die dem Konzert die Krone aufsetzten.

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