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Abriss: Bagger reißen Emmershäuser Mühle ein

Von Emmershausen könnte schon in nächster Zeit kräftig wachsen. Der Eigentümer der Emmershäuser Mühle hat vom Hochtaunuskreis die Erlaubnis, auf dem Gelände bis zu 26 Wohnungen zu errichten. Zuvor müssen noch Teile des bis Ende 2016 als Flüchtlingsunterkunft genutzten Komplexes abgerissen werden. Die Bagger haben die Arbeit bereits aufgenommen.
Die Abbrucharbeiten an der Emmershäuser Mühle sind bereits weit fortgeschritten. Nur das denkmalgeschützte Müllerhaus muss stehen bleiben und saniert werden. Die Abbrucharbeiten an der Emmershäuser Mühle sind bereits weit fortgeschritten. Nur das denkmalgeschützte Müllerhaus muss stehen bleiben und saniert werden.
Emmershausen. 

In der Emmershäuser Mühle wird derzeit ein neues Kapitel aufgeschlagen. Bürgermeister Götz Esser (FWG) hat im Bauausschuss darüber berichtet, dass die Bauaufsicht des Hochtaunuskreises dem Eigentümer für Teilbereiche des Ensembles Abbruchgenehmigungen erteilt hat. Mit der Abbruchgenehmigung verbunden ist die Auflage, den historischen Teil der Mühle zu erhalten und nach den Vorgaben der Denkmalschutzbehörde zu sanieren. Gleichzeitig mit der Abbruchgenehmigung hat der Kreis auch die Genehmigung zur Errichtung von zwei Doppelhaushälften sowie von bis zu vier Sechsfamilienhäusern erteilt. Die Wohnhäuser sollen auf der Fläche der bereits zum großen Teil abgebrochenen Gebäude entstehen. Wann mit dem Bau der neuen Gebäude begonnen wird, konnte Esser den Ausschussmitgliedern noch nicht berichten. Seiner Kenntnis nach soll erst begonnen werden, wenn die Wohnungen verkauft sind. Die Bevölkerung von Emmershausen könnte somit durch die geplanten 26 neuen Wohnungen von derzeit 477 um etwa 70 bis 80 Einwohner wachsen und damit Gemünden, wo momentan 486 Weilroder wohnen, überholen.

Seit 2016 leer

In der Emmershäuser Mühle waren nach zuvor erfolgter Sanierung zuletzt Asylbewerber untergebracht. Nachdem sich jedoch sicherheitsrelevante Probleme beim Brandschutz und bei der Hygiene ergeben hatten – es fehlte unter anderem an dem vorgeschriebenen zweiten Fluchtweg –, hatte der Hochtaunuskreis die Gemeinschaftsunterkunft geschlossen und den Vertrag mit dem Betreiber gekündigt. Die Asylbewerber waren auf andere Einrichtungen im Hochtaunuskreis, darunter auch das ehemalige Sporthotel Erbismühle, verteilt worden, der letzte Flüchtling zog im Dezember 2016 aus. Seitdem stand der Gebäudekomplex leer. Die Emmershäuser Mühle wurde als Mühle 1565 erstmals urkundlich erwähnt. Basis des Mühlenbetriebs ist das früher aufgestaute Wasser der Weil. Die Mühle wechselte mehrfach den Besitzer und war schließlich an einen Zweig der Müllersippe Henrici aus der Erbismühle gefallen.

Spannende Geschichte

Der Mühlbetrieb endete nach dem Ersten Weltkrieg. Ein in den 20er Jahren erbautes, längst zugeschüttetes 30 Meter langes und zehn Meter breites Schwimmbecken stand in den Sommermonaten auch der Emmershäuser Bevölkerung zur Verfügung. In der Folge erwarb die Gewerkschaft IG Bau-Steine-Erden den Komplex einschließlich der dazugehörigen landwirtschaftlichen Flächen, um dort einen Schulungs- und Erholungszentrum für ihre Mitglieder einzurichten. Das Schulungszentrum wurde nicht nur von der Gewerkschaft genutzt. Auch die gewerkschaftseigene Bank für Gemeinwirtschaft führte hier Mitarbeiterschulungen und Seminare durch. Vom Betrieb des Schulungszentrums lebte damals die ganze Emmershäuser Gastronomie, bis die Gewerkschaft in den 1980er Jahren ihr eigenes Schulungszentrum in Oberursel errichtete und den idyllischen Standort im Weiltal aufgab. In den neunziger Jahren wurde der Komplex als Auffanglager für Spätaussiedler genutzt, bis dann zuletzt rund 80 Asylbewerber dort vorübergehend Unterkunft bekamen.

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