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Windpark "Kuhbett": Bald drehen sich hier die Rotoren

Von Großprojekte wie der Bau von Windkraftanlagen machen vor Kreisgrenzen nicht Halt. Unser Reporter Matthias Pieren hat sich Richtung Limburg-Weilburg aufgemacht. Denn gleich hinter Hasselbach entstehen auf dem Höhenrücken Kuhbett vier Windkraftanlagen. Im Rahmen einer Serie blicken wir über den „Tellerrand“ und schauen, wohin die Bundes-, Landes- und Kreisstraßen führen.
Großbaustelle mitten im Wald: Auf dem Höhenrücken Kuhbett zwischen Dombach und Hasselbach werden vier Windräder errichtet. Foto: Pieren Großbaustelle mitten im Wald: Auf dem Höhenrücken Kuhbett zwischen Dombach und Hasselbach werden vier Windräder errichtet.
Hasselbach/Dombach. 

Es ist nasskalt an diesem Vormittag, Schneereste liegen überall, und die Wolken hängen dicht über dem Kuhbett. Das ist eine, bis vor kurzem selbst in Weilrod vielen Menschen namentlich gar nicht geläufige, 526 Meter hohen Erhebung im Landkreis Limburg-Weilburg.

Im Zickzack führt die Landstraße L 3030 vom Abzweig nach Hasselbach, vorbei an der Vogelburg, hinauf in den Wald über die Landkreisgrenze. Kuhbett, das ist der bewaldete Höhenrücken oberhalb von Hasselbach, über dem sich bislang nichts als der Taunushimmel erstreckte. Dahinter liegen die zu Bad Camberg gehörenden Stadtteile Dombach und Schwickershausen.

Veränderung seit 2015

Von Hasselbach aus war in den zurückliegenden Wochen zu beobachten, wie sich Stück um Stück knapp 200 Meter hohe Beton-Pylonen über die Waldgrenze schoben. Im September 2015 zeichnete sich mit dem Bau des 141 m hohen Windmessmasten erstmals ab, was heute in vierfacher Ausfertigung Gestalt annimmt: Dort werden vier Windkraftanlagen vom Typ Enercon 115 gebaut. Nachdem diese Zeitung bereits über den nächtlichen Transport der ersten rund 40 Meter langen Flügel der Windräder vor rund drei Wochen berichtet hat, schaut sie sich nun auf der Baustelle um. Die Befürchtung, dass man den Weg zu den Baustellen nicht findet, ist allerdings völlig unbegründet.

Kurviger Anstieg

Nach kurvigem Anstieg verläuft die Landstraße, auf der Anhöhe angekommen, schnurgerade weiter. Rechterhand zweigt plötzlich eine breite Waldautobahn ab. Um den Transport der Baumaterialien, Anlagenbauteile und Maschinen zur Baustelle zu ermöglichen, wurden im Februar dieses Jahres die einstigen Waldwege zu Baustraßen umgewandelt.

Zeitgleich wurden seitlich der Baustraße die Erdkabel in die Erde verlegt, über die demnächst der von den Windkraftanlagen gewonnene Öko-Strom zum bestehenden Stromnetz „abfließen“ kann. Eine breite Schneise führt im Kreuzungsbereich mitten durch den Wald, hier mussten die Schwertransporter mit den 32 m langen Flügeln von der Landstraße in den Wald zur Baustelle abbiegen.

Ein Mitarbeiter eines Wachdienstes tritt sofort aus seinem Baucontainer, der zum Baustellenschutz gehört. Ich muss mich ausweisen und darf passieren. Durch den vom Schneematsch aufgeweichten Waldweg schlage ich mich leicht bergan durch. Dann ist ein metallisches, hohles „Klong, Klong, Klong“ zu vernehmen.

Überraschend und irritierend zugleich: Dieses immer wiederkehrende, schwere „Klong“ erklingt aus luftiger Höhe. Und irgendwann nach der nächsten Biegung sieht man ihn: Wie aus dem Nichts steigt plötzlich der erste Pylon über die Baumwipfel in die Höhe.

Und ganz oben, dort wo der feuchte und kalte Nebel dichter wird, erkennt man gerade noch die eiförmige Nabe. Aus dem angrenzenden Maschinenhaus ertönt immer wieder rhythmisch das monotone, aber alles einnehmende Klong, Klong, Klong. In dem Beton-Ei wird ganz offensichtlich die baldige Montage der Flügel vorbereitet.

In wenigen hundert Metern erreicht man die erste Baustelle. Die in mehreren Transporten angelieferten Teile der künftigen Rotorblätter liegen aufgeschichtet vor dem Windkraftwerk. Hier am Boden liegend erkennt man deren gewaltigen Ausmaße.

149 Meter Nabenhöhe

Jeder von der Firma Enercon in Aurich und Magdeburg gefertigte Flügel besteht nach Unternehmensangaben aus zwei Teilen, die erst vor Ort zusammengeschweißt werden. Jeder der knapp 42 m langen und 60 Tonnen schweren Flügel wird später mit einem gigantischen Spezialkran zur Nabe gehievt und dort oben montiert.

Jedes Windrad hat eine Nabenhöhe von 149 Meter. Durch die an der Nabe montierten Rotorblätter mit einem Durchmesser von 115,7 m, erreichen die „Flügelspitzen“ eine maximale Höhe von 207 Metern. In dem an die Naben angrenzenden Maschinenhaus erzeugt jeweils ein Generator die Nennleistung von je drei Megawatt. Geplant hat den Windpark die Firma Dunoair, die ihn auch betreiben wird.

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