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Prozess im Amtsgericht: Betrunken und ohne Führerschein: Traktor-Fahrer rammt Hundeanhänger

Von Um alkoholisiert einen Unfall zu bauen und sich anschließend aus dem Staub zu machen, braucht man weder Pkw noch Lkw. Es geht auch mit dem Bulldog. . .
Mit einem Bulldog ähnlich diesem hier ist der Angeklagte durch den Ort gefahren. Mit einem Bulldog ähnlich diesem hier ist der Angeklagte durch den Ort gefahren.
Wehrheim. 

Trunkenheit am Steuer ist eine weit verbreitete Unsitte und das tägliche Brot der Amtsgerichte. Meist sitzen die Schwerenöter am Steuer von Pkw oder Lkw, bisweilen auch am Lenker von Fahrrädern, was natürlich auch verboten ist.

Eng wird es vor allem, wenn es durch Kursverluste zu Kollateralschäden an anderer Leute Hab und Gut kommt und danach abgehauen wird. Es geht aber durchaus beschaulicher als mit dem Auto, wenn auch deutlich lauter: Vor dem Bad Homburger Amtsgericht hatte sich jetzt ein 48-jähriger Mann zu verantworten, der, nachdem er ziemlich deutlich über den Durst getrunken hatte, letzten Sommer mit dem Traktor in Wehrheim unterwegs gewesen sein soll. Mit einem Mähdrescher hintendran. Die Straße Richtung Schwimmbad war wohl zu schmal, weshalb der Traktorist einen Hundeanhänger gerammt haben und danach geflohen sein soll. Die Frage nach dem Führerschein erübrigte sich, der Mann hatte keinen, schon seit 14 Jahren nicht mehr. Die Anklage geht von „ohne mit“ aus – ohne Führerschein, dafür aber mit Alkohol. In des Angeklagten Blut war dieser reichlich vorhanden – 2,69 Promille.

Bier und Whisky

Das der Mann mit diesem Quantum überhaupt noch mit dem Bulldog fahren kann, ließ den Strafrichter von einer erheblichen Alkoholgewöhnung beim Angeklagten ausgehen. An dem Nachmittag sei gegrillt worden, erzählte dieser. Dabei will er fünf bis sechs Flaschen Bier und eine halbe Flasche Whisky getrunken haben. Abends, beim Geburtstag feiern, seien weitere drei Bier, drei Jägermeister und ein Likör seins gewesen.

Die Geschichte, die er zum eigentlichen Unfall erzählte, konnte das Gericht glauben, tat es aber nicht. Der Angeklagte will an dem Pkw mit Hundeanhänger zunächst ohne Probleme vorbei geknattert sein.

Dann sei ihm eingefallen, die Besitzerin, die er wohl kannte, zu fragen, ob sie noch einen Welpen aus ihrem letzten Wurf habe, den sie ihm verkaufen könne. Dazu habe er mit seinem Gespann zurückgesetzt und dummerweise den Anhänger getroffen. Das habe er auch gemerkt und der Frau versichert, dass er natürlich für den Schaden aufkommen werde.

In der Annahme, dass die Geschädigte das akzeptierte, habe er seine Fahrt fortgesetzt. Das sei ja wohl keine Unfallflucht.

Das Gericht hat da so seine Zweifel, konnte es aber im Prozess nicht klären, weil keine Zeugen, insbesondere auch nicht die Geschädigte, geladen waren. Der Amtsrichter hatte auf deren Ladung verzichtet, da ihm wohl eine geständige Einlassung des Angeklagten angekündigt worden war.

Fortsetzung folgt

Das soll nun aber nachgeholt werden. Am 24. November soll das Verfahren fortgesetzt werden. Bis dahin soll sich auch ein Gerichtsmediziner die Blutprobe noch einmal genau ansehen und sich dabei mit der Fahrtüchtigkeit des Mannes bei 2,6 Promille befassen. Der Angeklagte bekam von der Am tsanwältin außerdem den guten Rat mit auf den Weg, bis zur endgültigen Klärung der Sache auf keinen Fall motorisiert unterwegs zu sein, auch nicht mit dem Bulldog. Andernfalls müsse der nämlich einkassiert werden.

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