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FWG-UBN-Chefin übt scharfe Kritik an der Bürgerliste: Birk-Lemper gibt Mandat ab

Von Ein solcher Schritt wird gerne als politischer Paukenschlag bezeichnet, und nichts anderes ist es in diesem Fall: Karin Birk-Lemper, die Fraktionsvorsitzende der FWG-UBN, gibt ihr Mandat ab.
Karin Birk-Lemper Karin Birk-Lemper
Neu-Anspach. 

Am Sonntag auf dem Weg vom Bürgerhaus nach Hause, Klaus Hoffmann (CDU) hatte da gerade die Wahl verloren, war Karin Birk-Lemper schon „sehr bewegt“. „Klaus hat es gut“, hat sie da bereits kurz gedacht. In der Nacht lag sie dann ab 5 Uhr wach und rang mit sich. „Brauchst Du dieses Mandat?“, hat sich die Fraktionsvorsitzende der FWG-UBN gefragt und, nachdem sie „mit sich in die Beratung gegangen ist“, die Frage folgendermaßen beantwortet: „Nein, ich brauche es nicht.“ Damit stand der Entschluss fest: Nach 24 Jahren als Kommunalpolitikerin und mehr als 12 Jahren als Chefin der Fraktion wird sie sich zum 1. April aus der Stadtverordnetenversammlung zurückziehen. Denn: „Ich möchte nachts wieder gut schlafen können.“

Und bevor jetzt jemand auf falsche Gedanken kommt: Es ist, obwohl sie Amtsinhaber Klaus Hoffmann (CDU) unterstützt hat, nicht die Wahl von Thomas Pauli (SPD) zum Bürgermeister gewesen, die den Ausschlag für ihren Schritt gegeben hat. „Mit ihm wäre ich klar gekommen“, sagt die 58-Jährige, auch wenn sie nicht verstehen kann, dass sich die Genossen nach all den Kränkungen während der Windkraft-Debatte auf eine Zusammenarbeit mit der Bürgerliste eingelassen haben.

Und so sind wir an dieser Stelle auch bei dem Grund für ihren Entschluss: „Es ist die b-now.“ Das Klima in der Stadt sei mit der Gründung der Bürgerliste vergiftet, es sei eine „üble Atmosphäre“. „Sie sind wie Kraken, sie sind überall“, sagt die Politikerin und meint damit die Mannschaft um Fraktionschef Bernd Töpperwien. Sie könne mit deren Schwarz-Weiß-Malerei nichts anfangen, da gebe es nur Feind oder Freund und „kein dazwischen“. Sie habe jetzt drei Wahlen mit der b-now erlebt und festgestellt: „Sie hat einen anderen Stil, sie ist sehr dominant, und das belastet mich zu sehr.“ Und das nicht erst, seit die b-now beantragt hat, die Verträge der Stadt mit dem Kita-Träger VzF wegen angeblich zu hoher Kosten zu kündigen und sie als Leiterin von drei Einrichtungen davon persönlich betroffen war.

Trotzdem: „Ich muss mich und meine Arbeit schützen“, sagt die Kommunalpolitikerin. Sie liebe den Kontakt mit den Kindern und den Familien und wolle mehr den Kopf dafür freihaben. Das Parlament sei sehr arbeitsintensiv, sie habe vieles vernachlässigen müssen und wolle nun einen „persönlichen Umbruch“. Seit sie die Entscheidung getroffen habe, fühle sie sich besser. „Ich mache das jetzt einfach mal für mich.“

Ein kompletter Rückzug wird es allerdings nicht: Karin Birk-Lemper bleibt Parteivorsitzende der FWG-UBN, und auch ihr Mandat im Kreistag behält sie. Und natürlich wird sie auch weiter die Politik in der Stadt verfolgen, die Fraktion beraten, Sitzungen besuchen und sich einmischen. „Als Bürger drauf schauen“, nennt sie das.

Klar hat die Fraktion versucht, Karin Birk-Lemper zu überreden, ihren Entschluss noch einmal zu überdenken. Hat aber nicht geholfen: Noch gestern Nachmittag hat sie Stadtverordnetenvorsteher Holger Bellino (CDU) informiert. Wer für sie nachrückt, steht noch nicht fest, wer die Fraktion führen wird, ebenfalls nicht. Es darf aber vermutet werden, dass Gudula Bohusch den Job übernehmen wird.

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